Die verschiedenen Rentenmodelle im Überblick

Altersvorsorge: Denken Sie jetzt an Ihre Zukunft!

04. September 2020 - 13:35 Uhr

Im Video: Tipps zur Altersvorsorge in 60 Sekunden

Wer sich erst um die Rente kümmert, wenn der Renteneintritt kurz bevorsteht, hat heute eigentlich schon verloren: Zwischen Rente und Gehalt besteht eine enorme Lücke. Um diese "Versorgungslücke" zu füllen, muss man sich selber aktiv kümmern. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, wir stellen die wichtigsten vor.

Bereits als Berufseinsteiger richtig investieren

Je früher man sich um seine Altervorsorge kümmert, um so mehr hat man davon im Alter. Besonders Berufseinsteiger sollten deshalb schon früh an die Altersvorsorge denken. Um später mehr auf dem Konto zu haben, sollte man früh investieren.

Das liquide Vermögen sollten Berufseinsteiger zu 50 Prozent in Aktien und zu 50 Prozent in Unternehmensanleihen investieren, raten Finanzexperten. Dabei lohnt es sich sogar, einige Anleihen in Dollar zu kaufe. Dabei sollte man aber einiges beachten: Geht man als Anleger zu seiner Hausbank, so muss man mit einem Verkaufsgespräch rechnen, bei dem hauseigene Fonds verkauft werden sollen. Daher sollte man lieber auf Indexfonds setzen. Einfach und sicher geht es mit ETFs (Exchange Trade Fund). Was Sie dabei beachten müssen, erklärt Ihnen RTL-Finanzexpertin Carola Festl in diesem Artikel.

Mütter, die nach dem Mutterschutz direkt wieder arbeiten, sammeln doppelt Entgeltpunkte

Eine Frau, die 40 Jahre lang im Durchschnitt ca. 40.000 Euro pro Jahr verdient, erhält nach einer Berechnung der Deutschen Rentenversicherung eine Rente von rund 1.320 Euro. Viele Frauen arbeiten aus familiären Gründen allerdings in Teilzeit – und das wirkt sich enorm auf die Rente aus.

Das kann Frauen dann im Rentenalter in finanzielle Nöte bringen. Denn, selbst wenn sie ebenfalls 40 Jahre in Teilzeit arbeitet, dabei aber nur ein Einkommen von rund 20.000 Euro bekommt, erhält sie nur eine Rente von rund 660 Euro. Diese liegt damit unter der staatlichen Grundsicherung. Für eine Mini-Jobberin, die 30 Jahre auf 450-Euro-Basis arbeitet, gibt es sogar nur 105 Euro Rente.

Eltern, die zur Kindererziehung zu Hause bleiben, bekommen allerdings von der gesetzlichen Rentenversicherung einen Ausgleich in Form von Entgeltpunkten. Als Berechnungsgrundlage dient der Durchschnittsverdienst aller Versicherten. Alle Mütter bekommen diese Rentenpunkte gutgeschrieben. Mütter, die nach der Geburt direkt wieder arbeiten, sammeln dann doppelt Punkte. Denn alle Rentenversicherten bekommen diese Entgeltpunkte, der der wichtigste Wert bei der Berechnung der individuellen Rentenhöhe ist.

Neben den Kindererziehungszeiten werden aber auch Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehungszeit anerkannt. Sie beginnen nach dem Tag der Geburt und enden nach zehn Jahren. Diese wirken sich indirekt positiv auf den Rentenanspruch aus, wenn Eltern neben der Erziehung eines Kindes eine Beschäftigung ausgeübt haben. Denn der tatsächliche Verdienst wird durch die Berücksichtigungszeiten fiktiv höchstens bis zum Durchschnittsentgelt für maximal 10 Jahre aufgestockt, womit sich dann auch die Zahlung in die Rentenkasse erhöht. Das Durchschnittsentgelt beträgt im Jahr 2020 rund 40.500 Euro. Bei der späteren Rentenberechnung wird beispielsweise ein Jahreseinkommen von derzeit 24.000 Euro entsprechend aufgestockt, was eine Aufwertung um 50 Prozent bedeutet. Nach derzeitigen Werten würde sich die Rente um rund 10 Euro monatlich erhöhen

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Die besten Renten-Modelle im Überblick

Es ist also besonders für Teilzeit-Beschäftigte wichtig, privat vorzusorgen. Früh mit dem Sparen anzufangen, sollte daher die Devise sein, rät 'Finanztest'. Denn über einen langen Zeitraum, können auch kleine Raten zu niedrigen Zinsen einigermaßen anwachsen. 'Finanztest' hat speziell für Frauen Angebote für die Altersvorsorge geprüft.

Riester-Rente:

Im Allgemeinen sind Riester-Banksparpläne für alle Altersklassen geeignet. Riester-Fondssparpläne sollte man aber eher bis Mitte 30 abschließen. Ab Mitte 30 bis Ende 40 empfiehlt sich eine klassische Riester-Rentenversicherung für diejenigen, die ein sicheres und langfristiges Einkommen haben. Denn diese Form der Vorsorge hat den Vorteil, dass von Anfang an eine Mindestrente feststeht.

Nicht zu empfehlen sind dagegen Riester-Fondspolicen, da diese häufig mehr Kosten mit sich bringen und dafür keine Rentenauszahlung auf Basis einer Mindestverzinsung bieten.

Wohn-Riester:

Geeignet ist dieses Modell für alle, die ein Eigenheim kaufen wollen (über Darlehen und Kredite) oder noch über einen Bausparvertrag darauf sparen. Hierbei handelt es sich im Prinzip um eine indirekte Rente, da man keine Miete zahlt und daher spart. Hierbei bekommen Mütter höhere Zulagen, auch während der Eltern- oder Pflegezeit. Für Besserverdienende kann diese Variante auch steuerliche Vorteile bringen. Allerdings gilt hier: Das Wohneigentum muss auch selbst genutzt werden.

Betriebsrente:

Die Betriebsrente ist sinnvoll für festangestellte Arbeitnehmer, aber nur wenn der Arbeitgeber mit einzahlt. Bei der Auswahl des Anbieters hat die Arbeitnehmerin nichts zu entscheiden, das bestimmt der Arbeitgeber, meist gemeinsam mit dem Betriebsrat. Dabei gibt es fünf Varianten der Altersvorsorge: Direktversicherungen oder Pensionsfonds, Pensionskasse, Unterstützungskasse und eine Direktzusage. Laut 'Finanztest' gibt es die höchsten garantierten Renten bei Direktversicherern wie Europa; Interrisk, WGV und der Hannoverschen.

Private Rente:

Es gibt viele Arten privater Rentenversicherungen. Grundsätzlich gibt es zwei gängige Modelle. Einmal die klassische private Rente ohne Fonds und einmal die mit Fonds. Dabei gilt, dass die erste Variante besser planbar ist, denn bei dem klassischen Modell ist eine garantierte Mindestverzinsung (1,75 Prozent vor Kosten) drin. Die besten Tarife für eine klassische private Rentenversicherung sind laut 'Finanztest' bei Debeka und Huk24 zu finden. Bei Interrisk müssen bei der Flexibilität Abstriche gemacht werden. Bei der fondsgebundenen Variante schnitten die Tarife FR3 von der Hannoverschen Leben und der SFRV der Interrisk im 'Finanztest' mit gut ab.

Rürup-Rente:

Die Rürup-Rente wird wie die Riester-Rente vom Staat gefördert. Diese Form ist allerdings nur für langfristig gut verdienende Freiberufler und Selbstständige geeignet. Bei 'Finanztest' wurden die Angebote für eine klassische Rürup-Versicherung von Debeka, Europa, Hannoversche, Huk24 und Huk-Coburg am besten bewertet.

Zu den verschiedenen Renten-Modellen gibt es zusätzlich flexible und ergänzende Wege, etwas Geld für später zur Seite zu legen. Darunter fallen beispielsweise risikoarme Sparmodelle wie Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefe, sowie Banksparpläne.