So repräsentativ ist der neue Bundestag

Der neue Bundestag: So jung und bunt wie nie!

26. Oktober 2021 - 12:30 Uhr

Ist der Bundestag repräsentativ?

Von Nina Lammers und Simon Knapstein

Wer uns regiert, ist nach der Wahl noch nicht klar, aber das neue Parlament, das steht. Und es ist so jung und bunt wie noch nie: Es gibt eben nicht nur alte weißhaarige Männer. Manche der Abgeordneten sind nicht einmal 30 Jahre alt, Transgender oder Einwanderer.

Wir haben ein paar Menschen getroffen, die jetzt frischen Wind in den Bundestag bringen wollen! Mehr dazu im Video.

+++ Alle Themen rund um die erste Sitzung des neuen Bundestags finden Sie bei uns im Liveticker +++

Größter Bundestag jemals

Zu aller erst steht eines fest: Der Bundestag ist nach dieser Wahl nochmal gewachsen. Schon seit 2002 steigt die Zahl der Abgeordneten mit jedem Jahr. Waren es damals noch 603 Parlamentarier in Berlin, sind es nun sage und schreibe 736.

Besonders steigt die Zahl der Parlamentarier seit 2013. Damals gab es das erste Mal Ausgleichsmandate. Sie sollen ausgleichen, wenn eine Partei durch Erststimmen mehr Abgeordnete in den Bundestag schickt, als sie anteilig durch ihre Zweitstimmen zustehen. Dann werden den anderen Parteien Ausgleichsmandate gewährt, um das Zweitstimmen-Verhältnis zu wahren. So blähte sich der Bundestag vor allem in den letzten drei Perioden auf. Das sorgte immer wieder für politische Diskussionen.

LESE-TIPP: 6 Dinge, die Sie über den neuen Bundestag wissen müssen!

Die Sitzverteilung des 20. Bundestags
Die Sitzverteilung des 20. Bundestags
© Bundestag

Jüngster Bundestag jemals

Der Bundestag wird so jung wie noch nie. Im Vergleich zum letzten Bundestag sinkt das Durchschnittsalter um rund zwei Jahre auf 47,5 – ein Rekordtief. Somit ähnelt der Altersdurchschnitt im Bundestag auch eher dem der Gesellschaft. Im Schnitt sind die Menschen in Deutschland 44,5 Jahre alt.

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Weiblicher

Auch der Frauenanteil hat sich etwas an den Gesellschaftsschnitt angenähert. Waren es im letzten Bundestag nur 31 Prozent Frauen, sind es nun 35 Prozent. Den größten Frauenanteil haben die Grünen mit 58 Prozent, den geringsten Anteil hat die AfD mit 13 Prozent.

Diverser

Tessa Ganserer und Nyke Slawik, Kollage
Tessa Ganserer und Nyke Slawik.
© RTL

Zwei Frauen spielen eine besondere Rolle. Nyke Slawik und Tessa Ganserer. Die beiden Grünen-Politikerinnen sind die beiden ersten offen lebenden Trans-Frauen, die in den Bundestag ziehen. Slawik zieht über die NRW-Landesliste und Ganserer über die Bayerns ein.

VIDEO-TIPP: Als Trans-Frau in den Bundestag: Nyke Slawiks Geschichte

Integration

Neben mehr Frauen und jüngeren Menschen sind im aktuellen Bundestag auch mehr Menschen mit Migrationshintergrund vertreten. Laut Recherche des "Mediendienstes Integration" sitzen im neuen Parlament mindestens 83 Abgeordnete mit Migrationshintergrund – rund 11 Prozent. Damit ist der Anteil zum dritten Mal in Folge gestiegen. Er liegt jedoch deutlich unter dem Anteil in der Gesamtgesellschaft. Dort haben etwa 26 Prozent eine Migrationsgeschichte.

Innerhalb der Parteien gibt es in dieser Frage auch große Unterschiede. In der Linke hat mehr als jeder Vierte Abgeordnete einen ausländischen Hintergrund. Bei der Union bildet das Schlusslicht mit lediglich 4,6 Prozent.