„Erzähl doch keinen Müll“Pamela Reif kassiert Shitstorm für Anti-Cellulite-Produkte

Pamela Reif verrät 5 Geheimnisse über sich.
Pamela Reif wirbt für neue Pflegeprodukte mit „Anti-Cellulite-Effekt“. Doch das Versprechen kommt bei einigen ihrer Followerinnen gar nicht gut an. (Archiv)
RTL
von Martina Lewinski

Damit hat Pamela Reif offenbar einen Nerv getroffen.
Die Fitness-Influencerin bringt neue Körperpflegeprodukte ihrer Marke éla auf den Markt – und wirbt mit einem „Anti-Cellulite-Effekt“. Bis zu 32 Prozent weniger sichtbare Cellulite nach 28 Tagen sollen Tests gezeigt haben. Ein Versprechen, das bei einigen Followerinnen gar nicht gut ankommt. Sie zweifeln an der Wirkung und kritisieren, dass die völlig normalen Dellen überhaupt als Problem dargestellt werden. Doch was können solche Cremes wirklich – und was steckt hinter Pamelas 32-Prozent-Versprechen?

„Was, wenn Cellulite einfach kein Problem ist?“

Pamela präsentiert in ihrem Beitrag eine neue Bodylotion und ein Körperöl. Zwei Jahre habe sie an den Produkten gearbeitet, schreibt die 30-Jährige. Ihr Ziel seien keine Produkte gewesen, die lediglich gut riechen und die Haut kurzzeitig weich machen, sondern „messbare Ergebnisse“.

Dazu nennt sie konkrete Zahlen: Bei der Bodylotion seien nach 28 Tagen unter anderem 32 Prozent weniger sichtbare Cellulite und 30 Prozent weniger Hautfläche mit sichtbarer Cellulite gemessen worden. Auch für das Körperöl nennt Pamela eine Verringerung um 32 Prozent.

Genau diese Werbung stößt einigen Followerinnen sauer auf. „Was, wenn Cellulite einfach kein Problem ist?“, fragt eine Nutzerin. Eine andere kritisiert, damit werde das Narrativ von der vermeintlich „hässlichen Cellulite“ weiter gefördert. Auch an der versprochenen Wirkung gibt es Zweifel. Eine Followerin schreibt: „Cellulite einfach ‚wegcremen‘ zu wollen, ist anatomisch schlicht unmöglich.“ Sie sei von dem Beitrag „echt enttäuscht“.

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Andere formulieren ihre Kritik noch drastischer: „Erzähl doch keinen Müll. Als ob du jetzt das Wundermittel hast“, heißt es in einem Kommentar. Eine weitere Nutzerin schreibt: „Eigentlich folge ich deinem Content gerne, aber das ist wirklich niveaulos, liebe Pamela.“

Wie entsteht Cellulite ?

An diesem Punkt lohnt sich ein Blick darauf, was Cellulite eigentlich ist. Die typischen Dellen entstehen nicht einfach auf der Hautoberfläche, sondern durch die Struktur des darunterliegenden Binde- und Fettgewebes.

Bei Frauen ist das Bindegewebe anders aufgebaut als bei Männern. Fettzellen können sich dadurch leichter in Richtung Hautoberfläche drücken und die bekannten Unebenheiten entstehen lassen. Und vor allem: Cellulite ist keine Krankheit und völlig normal. Laut „Apotheken Umschau“ bekommen im Laufe ihres Lebens etwa 80 bis 90 Prozent aller Frauen Cellulite. Veranlagung, Hormone, Alter und die Beschaffenheit des Bindegewebes spielen dabei eine Rolle. Deshalb können auch schlanke und sehr sportliche Frauen Cellulite haben.

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Was bringen Anti-Cellulite-Cremes wirklich?

Die Erwartungen sollten nicht zu hoch sein. Hautärztin Dr. Petra Hack erklärt gegenüber der „Apotheken Umschau“, dass die Ursache der Cellulite in tieferen Hautschichten liegt – und gewöhnliche Cremes dort nicht hinkommen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Pflegeprodukte das Erscheinungsbild der Haut überhaupt nicht beeinflussen können. Für bestimmte Inhaltsstoffe wie Retinol oder Koffein gibt es Hinweise darauf, dass sie die Haut zumindest glatter oder straffer erscheinen lassen können.

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Auch die American Academy of Dermatology weist darauf hin, dass manche Produkte Cellulite vorübergehend weniger sichtbar machen können. Die eigentliche Struktur des Bindegewebes und damit die Ursache der Dellen beseitigt eine Creme dadurch aber nicht.

Pamela selbst sagt: „Cellulite ist völlig normal“

Ganz so eindeutig, wie manche Kommentare vermuten lassen, ist Pamelas Botschaft allerdings nicht. Denn die Influencerin spricht in ihrem Beitrag selbst einen Punkt an, der ihren Kritikerinnen besonders wichtig ist. „Cellulite ist völlig normal, egal ob man sportlich, dünn oder kurvig ist. Niemand muss sie loswerden“, schreibt sie.

Gleichzeitig findet sie es legitim, wenn sich jemand eine glatter oder fester wirkende Haut wünsche – und genau dafür bewirbt sie ihre neuen Produkte.

Am Ende treffen unter Pamelas Beitrag deshalb zwei Sichtweisen aufeinander: Die einen wollen ihre Cellulite überhaupt nicht mehr als vermeintlichen Makel behandeln. Andere wünschen sich trotzdem ein glatteres Hautbild. Was eine Creme dabei leisten kann, ist allerdings begrenzt: Sie kann das Erscheinungsbild der Haut möglicherweise beeinflussen – Cellulite einfach „wegcremen“ kann sie nach bisherigem Forschungsstand nicht.

Verwendete Quellen: Instagram/Pamela Reif, Apotheken Umschau, American Academy of Dermatology