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Wurmkur Katze: Kosten, Häufigkeit und was die Versicherung übernimmt

Wie oft eine Wurmkur bei der Katze nötig ist, richtet sich nach dem Freigang, nicht nach einer Faustregel. Preise pro Tablette, Kotprobe als Alternative und was die Versicherung übernimmt.

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Laura Schneider Geschrieben von Laura Schneider

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Katze ohne Freigang braucht meist nur ein bis zwei Wurmkuren im Jahr, eine jagende Freigängerkatze mindestens vier.
  • Eine Wurmkur-Tablette kostet 4 bis 8 Euro, die Spritze beim Tierarzt kostet inklusive Untersuchung 40 bis 50 Euro.
  • Statt blind zu entwurmen, können Sie den Kot untersuchen lassen: beim Tierarzt je nach Aufwand 15 bis 80 Euro.
  • Eine reine OP-Versicherung zahlt davon nichts, weil eine Entwurmung keine Operation ist.
  • Erstattet wird die Wurmkur nur über ein Vorsorgebudget, die 100 Euro im Jahr, die Dalma ab dem ersten Tag dafür vorsieht.

Wie oft muss eine Katze entwurmt werden?

Wie oft eine Katze entwurmt werden muss, richtet sich nach ihrem Jagd- und Kontaktrisiko, nicht nach dem Kalender. ESCCAP Deutschland, die Fachgesellschaft für Parasitenschutz bei Haustieren, teilt Katzen dafür in Risikogruppen ein und nennt für jede eine Mindesthäufigkeit. Die Vier-mal-Regel gilt darin für eine bestimmte Katze, nämlich die, die regelmäßig draußen ist und jagt.

Situation der KatzeEmpfohlene Häufigkeit
Wohnungskatze ohne Freigangmindestens 1 bis 2 mal pro Jahr
Freigänger, der jagtmindestens 4 mal pro Jahr, gegen Bandwürmer bei aktiver Jagd monatlich
Kleinkinder oder immungeschwächte Personen im Haushaltmonatlich gegen Spulwürmer

Zwei Dinge daran sind wichtiger, als sie auf den ersten Blick aussehen. Erstens nennt ESCCAP für die Wohnungskatze die Kotuntersuchung ausdrücklich als gleichwertige Alternative zur regelmäßigen Wurmkur. Sie müssen eine Katze ohne Freigang also nicht auf Verdacht behandeln.

Zweitens richtet sich die oberste Zeile nicht nach der Katze, sondern nach den Menschen im Haushalt. Spulwürmer können auf den Menschen übergehen, und deshalb steigt die Empfehlung auf monatlich, sobald ein Kleinkind oder ein immungeschwächter Mensch mit der Katze lebt. Das gilt auch dann, wenn die Katze selbst kerngesund wirkt.

Prüfen Sie Ihre Katze also einmal ehrlich gegen diese Tabelle, bevor Sie ein Jahresabo an Spot-on-Pipetten kaufen. Die Lebensweise einer Katze ändert sich: Der Freigänger, der mit zwölf Jahren nur noch auf dem Balkon liegt, braucht nicht mehr das Schema von früher.

Kostenübersicht: Wurmkur nach Darreichungsform

Eine Wurmkur für die Katze kostet als Tablette 4 bis 8 Euro pro Stück. Der große Sprung entsteht, wenn die Praxis das Mittel selbst verabreicht.

FormPreis
Tablette4 bis 8 Euro pro Stück
Spot-on zum Auftropfen5 bis 15 Euro
Paste10 bis 20 Euro pro Tube
Injektion beim Tierarzt, inklusive Untersuchung40 bis 50 Euro
Kotuntersuchung in der Praxis15 bis 80 Euro je nach Aufwand
Kot-Selbsttest für zu Hause25 bis 40 Euro

Die Spanne bei der Kotuntersuchung wirkt willkürlich, hat aber zwei nachvollziehbare Gründe. Der erste ist der Gebührenrahmen: Die Gebührenordnung für Tierärzte erlaubt für dieselbe Leistung den einfachen bis dreifachen Satz, im Notdienst nachts, am Wochenende und an Feiertagen den zweifachen bis vierfachen. Dieselbe Kotprobe kostet am Dienstagvormittag also weniger als am Sonntag.

Der zweite Grund ist die Leistung selbst: Ein einfacher Ausstrich und eine Untersuchung mit Anreicherungsverfahren sind nicht dasselbe. Die Sätze der Gebührenordnung sind dabei ein Rahmen und keine Festpreise, Ihre Praxis darf innerhalb dieses Rahmens frei ansetzen.

Solange Sie das Mittel selbst geben, ist die Wurmkur einer der kleineren Posten auf der Tierarztrechnung.

Was Sie im Jahr wirklich zahlen, je nach Risikogruppe

Eine Wohnungskatze mit zwei Tabletten im Jahr kommt auf 8 bis 16 Euro. Ein jagender Freigänger mit vier Spot-on-Pipetten liegt bei 20 bis 60 Euro, und wer bei aktiver Jagd monatlich gegen Bandwürmer behandelt, landet deutlich darüber. Eine Katze im Haushalt mit Kleinkind wird ebenfalls monatlich behandelt.

Für die Wohnungskatze ist die Kotprobe medizinisch die gleichwertige, aber selten die günstigere Wahl: Zwei Tabletten kosten 8 bis 16 Euro im Jahr, eine einzelne Kotuntersuchung in der Praxis 15 bis 80 Euro. Wer die Kotprobe wählt, tut das, um nicht ohne Befund zu behandeln, nicht um zu sparen. ESCCAP führt die regelmäßige Kotuntersuchung als gute Alternative zur strategischen Entwurmung, stellt sie also nicht als Sparvariante dar.

Lassen Sie die Wurmkur dagegen jedes Mal in der Praxis spritzen, kostet allein die Untersuchung dabei mit: Vier Termine zu 40 bis 50 Euro sind eine andere Größenordnung als vier Pipetten. Für gut händelbare Katzen lohnt sich die Praxisvariante selten. Für eine Katze, die sich zu Hause nicht anfassen lässt, ist sie die realistische Lösung, und dann ist der Aufpreis gut angelegt.

Bei Hunden sieht dieselbe Rechnung anders aus: Dort kostet eine chemische Entwurmung rund 60 bis 70 Euro im Jahr, und die Abwägung zwischen Wurmkur und Kotprobe fällt entsprechend deutlicher aus.

Welche Katzenversicherung Wurmkuren bezahlt

Wurmkuren bezahlt nur ein Tarif mit Vorsorgebudget, kein reiner OP-Schutz. Eine Entwurmung ist keine Operation, also fällt sie aus dem Leistungsumfang einer OP-Versicherung heraus, egal wie gut diese sonst ist. Erstattet wird sie ausschließlich über das Vorsorgebudget einer Katzenkrankenversicherung. Über die Wurmkur allein rechnet sich ein Vollschutz allerdings nie: Den 20 bis 60 Euro, die ein Freigänger im Jahr kostet, steht ein Budget von 100 Euro gegenüber. Der Wechsel lohnt sich erst, wenn Impfungen, Parasitenschutz und Zahnsteinentfernung mit hineinlaufen.

Die drei folgenden Anbieter decken die Spannbreite ab, die Sie am Markt finden: ein festes Budget ab Tag eins, ein zubuchbarer Baustein und eine nach Tarif gestaffelte Lösung. Geordnet sind sie danach, wie schnell und wie eindeutig der Tarif eine Wurmkur tatsächlich erstattet.

AnbieterWas der Tarif für Vorsorge vorsieht
Dalma Krankenversicherung100 Euro im Jahr, ab dem ersten Tag, ausdrücklich für Impfungen und Wurmkuren
Uelzeneroptionaler Vorsorge-Baustein bis 200 Euro im Jahr, feste 25 Prozent Selbstbeteiligung je Rechnung
PetoloGesundheitsbudget nach Tarif gestaffelt, Höhe auf der jeweiligen Tarifseite

Dalma: 100 Euro Vorsorgebudget ab dem ersten Tag

Dalma nennt die Wurmkur in seinem Vorsorgebudget beim Namen, und das ist seltener, als man denkt. 100 Euro im Jahr stehen im Krankenversicherungstarif für Impfungen, Wurmkuren, Parasitenschutz und Zahnsteinentfernung bereit, und zwar ab dem ersten Vertragstag ohne Wartezeit. Für eine Freigängerkatze mit vier Behandlungen im Jahr ist dieses Budget nicht knapp bemessen, sondern deckt die Entwurmung samt Impfterminen ab.

Weil auf Vorsorgeleistungen keine Wartezeit liegt, ist die Wurmkur schon im ersten Vertragsmonat erstattungsfähig. Für eine Heilbehandlung gelten dagegen 30 Tage, nach einem Unfall 2 Tage: Wer abschließt, weil bereits etwas im Raum steht, sollte diese Fristen vorher nachlesen.

Dalma Katzenversicherung
100 Euro Vorsorgebudget ab dem ersten Tag, ausdrücklich auch für Wurmkuren und Impfungen.

Uelzener: Vorsorge als Baustein zum Dazubuchen

Uelzener trennt Vorsorge vom Grundschutz und verkauft sie als eigenen Baustein mit bis zu 200 Euro Erstattung im Jahr. Das ist auf dem Papier das höchste Budget in dieser Runde, hat aber eine Bedingung: Auf jede eingereichte Rechnung entfallen feste 25 Prozent Selbstbeteiligung. Bei einer Wurmkur für 8 Euro ist dieser Abzug egal, bei einem Impftermin macht er sich bemerkbar.

Interessant ist Uelzener vor allem, wenn Sie ohnehin einen Versicherer für mehrere Tiere im Haushalt suchen, denn das Unternehmen versichert auch Kleintiere. Die allgemeine Wartezeit beträgt 30 Tage, nach einem Unfall 5 Tage.

Uelzener Tierkrankenversicherung
Vorsorge-Baustein mit bis zu 200 Euro im Jahr, zubuchbar zum Grundschutz.

Petolo: gestaffeltes Gesundheitsbudget nach Tarif

Petolo staffelt sein Gesundheitsbudget nach Tarifstufe, statt allen Kunden denselben Betrag zu geben. Wer wenig Vorsorge braucht, zahlt weniger Beitrag; wer Impfungen und Wurmkuren erstattet haben will, greift zur höheren Stufe. Welche Stufe welchen Betrag vorsieht, steht auf der jeweiligen Tarifseite.

Das passt vor allem zu Haltern, die ihren Bedarf kennen: Bei einer Wohnungskatze mit zwei Tabletten im Jahr ist die kleinste Stufe die richtige, bei einem Freigänger mit vier Terminen plus Impfungen die nächsthöhere.

Petolo Katzenversicherung
Gesundheitsbudget und Erstattungsquote je nach Tarifstufe wählbar.

Lebt Ihre Katze ausschließlich drinnen, lohnt vor dem Abschluss ein Blick auf die Tarife für Wohnungskatzen: Der Vorsorgebedarf ist dort niedriger, das Risiko chronischer Erkrankungen im Alter aber genauso hoch.

Wurmkur selbst geben oder in der Praxis?

Selbst geben ist bei einer kooperativen Katze die günstigere und völlig übliche Variante, sie stellt aber zwei Anforderungen. Die Dosierung richtet sich nach dem aktuellen Gewicht, nicht nach dem vom letzten Jahr, und eine unterdosierte Wurmkur wirkt nicht zuverlässig. Und der Wirkstoff muss zu den Würmern passen, um die es geht: Nicht jedes Mittel erfasst Spul- und Bandwürmer gleichermaßen.

Drei Dinge, die sich im Alltag bewährt haben:

  • Lassen Sie die Katze beim nächsten Termin wiegen und notieren Sie das Gewicht, bevor Sie Mittel auf Vorrat kaufen.
  • Klären Sie mit der Praxis, gegen welche Wurmarten behandelt werden soll, und kaufen Sie danach, nicht nach Packungsgröße.
  • Heben Sie Belege und Packungsbeilagen auf, wenn Sie ein Vorsorgebudget nutzen wollen: Erstattet wird nur, was Sie einreichen können.

Eine Katze, die sich partout keine Tablette geben lässt, ist kein Argument gegen die Entwurmung. Spot-on-Präparate umgehen das Problem, und für den Rest gibt es die Injektion in der Praxis.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Welches Wurmmittel für Ihre Katze geeignet ist, wie es dosiert wird und ob in Ihrem Fall eine Kotuntersuchung ausreicht, entscheidet die behandelnde Tierarztpraxis.

Häufige Fragen zur Wurmkur bei der Katze

Wie oft muss eine Katze entwurmt werden?

Eine reine Wohnungskatze braucht nach den Empfehlungen von ESCCAP Deutschland mindestens ein bis zwei Wurmkuren pro Jahr, ein jagender Freigänger mindestens vier. Lebt ein Kleinkind oder ein immungeschwächter Mensch im Haushalt, wird monatlich gegen Spulwürmer behandelt.

Was kostet eine Wurmkur beim Tierarzt?

Die Injektion in der Praxis kostet inklusive Untersuchung 40 bis 50 Euro. Kaufen Sie das Mittel und geben es selbst, zahlen Sie 4 bis 8 Euro für eine Tablette und 5 bis 15 Euro für ein Spot-on-Präparat.

Kann man eine Katze selbst entwurmen?

Ja, das ist der Normalfall. Entscheidend sind das aktuelle Gewicht für die richtige Dosierung und ein Wirkstoff, der die relevanten Wurmarten erfasst. Welches Präparat das ist, klären Sie am besten einmal mit der Praxis und kaufen dann gezielt nach.

Ist eine Kotprobe eine echte Alternative zur Wurmkur?

Für Katzen ohne Freigang ja: ESCCAP nennt die regelmäßige Kotuntersuchung ausdrücklich als gleichwertige Alternative zur Entwurmung auf Verdacht. In der Praxis kostet sie 15 bis 80 Euro je nach Untersuchungsaufwand, Selbsttests für zu Hause liegen bei 25 bis 40 Euro. Behandelt wird dann nur, wenn tatsächlich etwas gefunden wird. Bei einer jagenden Freigängerkatze gilt diese Gleichwertigkeit nicht: Bandwürmer lassen sich im Kot nicht zuverlässig nachweisen, ein negativer Befund schließt sie also nicht aus.

Zahlt die Katzenversicherung die Wurmkur?

Nur ein Vollschutz mit Vorsorgebudget erstattet Wurmkuren. Dalma stellt dafür 100 Euro im Jahr ab dem ersten Tag bereit, Uelzener bietet einen Vorsorge-Baustein bis 200 Euro mit 25 Prozent Selbstbeteiligung je Rechnung. Eine reine OP-Versicherung zahlt keine Entwurmung, unabhängig vom Anbieter.