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Tollwut-Impfung beim Hund: Pflicht, Kosten und Gültigkeit

Drei GOT-Ziffern stecken hinter jedem Impftermin, und genau die erklären, warum zwei Rechnungen für dieselbe Impfung unterschiedlich ausfallen können. Plus: die 21-Tage-Frist vor der ersten Auslandsreise.

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Laura Schneider Geschrieben von Laura Schneider

Das Wichtigste in Kürze

  • In Deutschland besteht keine allgemeine Tollwut-Impfpflicht für Hunde, verpflichtend wird sie erst für Reisen ins Ausland.
  • Die Impfung kostet meist zwischen 25 und 70 Euro, abhängig von Praxis, Impfstoff und Region.
  • Erstattet wird die Impfung nur von Tarifen mit eigenem Vorsorgebudget, prüfen Sie das vor Vertragsabschluss.
  • Nach der allerersten Tollwut-Impfung vergehen 21 Tage, bevor Ihr Hund die Grenze überqueren darf.
  • Fragen Sie im Termin nach dem Impfstoff: Davon hängt ab, ob Sie in einem oder erst in drei Jahren wiederkommen.

Ist die Tollwut-Impfung beim Hund Pflicht?

Nein, in Deutschland gibt es keine generelle Tollwut-Impfpflicht für Hunde. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut hält eine flächendeckende Impfung der Hunde- und Katzenpopulation hierzulande für nicht mehr angemessen, weil die klassische Tollwut bei Wildtieren in Deutschland keine Rolle mehr spielt.

Pflicht wird die Impfung in zwei Fällen: bei jeder Reise mit dem Hund ins Ausland und bei der Einreise aus einem Risikogebiet. Damit betrifft sie deutlich mehr Hunde, als die Rechtslage auf den ersten Blick vermuten lässt.

Unser Rat, auch für Hunde ohne Reisepläne: Lassen Sie eine bestehende Impfung nicht auslaufen, wenn ein Auslandsurlaub grundsätzlich denkbar ist. Eine fristgerechte Auffrischung gilt sofort. Eine abgelaufene Impfung zählt dagegen wie eine Erstimpfung, und dann greift vor der Ausreise wieder die 21-Tage-Frist.

Was kostet die Tollwut-Impfung beim Hund?

Eine Tollwut-Impfung beim Hund kostet in den meisten Praxen zwischen 25 und 70 Euro, je nach Praxis, Impfstoff und Region. Das ist der übliche Korridor, kein amtlicher Preis. Nachrechnen lässt er sich trotzdem, denn die tierärztliche Leistung ist in der amtlichen Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) durchnummeriert. Drei Positionen aus dem Gebührenverzeichnis bilden den Impftermin ab:

ZifferLeistungEinfachsatz (netto)
16Allgemeine Untersuchung mit Beratung23,62 Euro
221Injektion (subkutan, intrakutan oder intramuskulär)11,50 Euro
87Impfbescheinigung6,16 Euro

Eine Position fehlt in dieser Aufstellung, und zwar der Impfstoff selbst. Er ist keine Ziffer des Gebührenverzeichnisses, sondern wird als Medikament zusätzlich berechnet. Was Sie unten ausrechnen, ist also der Leistungsteil Ihrer Rechnung und nicht deren Endsumme.

Zusammen sind das 41,28 Euro netto beim einfachen Satz. Die Beträge im Gebührenverzeichnis enthalten keine Umsatzsteuer, mit 19 Prozent landen Sie also bei 49,12 Euro. Setzt die Praxis den Dreifachsatz an, stehen 123,84 Euro netto auf der Rechnung, brutto 147,37 Euro.

Die größte einzelne Stellschraube ist die Untersuchung. Wird an einem reinen Auffrischungstermin keine eigene abgerechnet, bleiben Injektion und Bescheinigung: 17,66 Euro netto beim einfachen und 52,98 Euro netto beim dreifachen Satz, brutto also 21,02 bis 63,05 Euro.

Damit haben Sie beide Eckpunkte für Ihre eigene Rechnung. Der Leistungsteil bewegt sich zwischen 21,02 und 147,37 Euro brutto, der Impfstoff kommt darauf. Eine Rechnung über 120 Euro liegt damit zwar deutlich über dem üblichen Korridor, sie ist aber weder unzulässig noch begründungspflichtig: Sie zeigt nur, dass die Praxis eine Untersuchung mitberechnet und einen hohen Gebührensatz angesetzt hat.

Den Spielraum zwischen einfachem und dreifachem Satz gibt § 2 GOT vor: Jede Leistung darf zwischen dem einfachen und dem dreifachen Gebührensatz abgerechnet werden, abhängig von Schwierigkeit, Zeitaufwand, Wert des Tieres und örtlichen Verhältnissen. Deshalb kann dieselbe Impfung in zwei Praxen im selben Ort unterschiedlich viel kosten, ohne dass eine von beiden falsch abrechnet.

Zwei Dinge verschieben die Rechnung noch spürbar. Fällt der Termin in den Notdienst, also auf Nacht, Wochenende oder Feiertag, gilt statt des einfachen bis dreifachen Satzes das Zwei- bis Vierfache. Für eine planbare Impfung ist das der teuerste denkbare Weg und zugleich der einzige, den Sie vollständig selbst in der Hand haben.

Über den Dreifachsatz hinaus darf eine Praxis nur gehen, wenn sie das vorher mit Ihnen in Textform vereinbart. Bei einer Routineimpfung ist das unüblich. Wird Ihnen eine solche Vereinbarung vorgelegt, fragen Sie nach der Begründung, bevor Sie unterschreiben.

Welche Hundeversicherung zahlt die Tollwut-Impfung mit?

Die Tollwut-Impfung zahlt nur ein Tarif mit eigenem Vorsorgebudget, aus dem planbare Leistungen beglichen werden. Eine Impfung ist keine Krankheit, und genau dort endet der Leistungsumfang der meisten Verträge zur Hundekrankenversicherung. Drei Tarife kommen dafür infrage, weil sie planbare Leistungen über ein eigenes Jahresbudget abrechnen. Wir beginnen mit Lassie, weil die Vorsorgepauschale in jedem Tarif enthalten ist und die Wartezeit bei einem Welpen unter 120 Tagen komplett entfallen kann. Wem der sofortige Start oder die namentliche Zusage für Impfungen wichtiger ist, findet das direkt darunter.

Lassie: feste Vorsorgepauschale pro Jahr

Lassie stellt jedem Tarif eine jährliche Vorsorgepauschale zur Seite, aus der Impfungen und andere planbare Leistungen bezahlt werden. Die Höhe hängt am Tarif:

  • Mini: 35 Euro pro Jahr
  • Midi: 100 Euro pro Jahr
  • Maxi: 140 Euro pro Jahr

Die Pauschale im Mini deckt mit 35 Euro einen Teil des Impftermins, Midi mit 100 Euro und Maxi mit 140 Euro decken ihn in der Regel ganz. Wer nur die Tollwut-Impfung im Blick hat, sollte die Differenz der Jahresbudgets gegen den Beitragsunterschied rechnen, bevor er aufstockt. Interessant ist Lassie vor allem für Welpen: Die allgemeine Wartezeit von 30 Tagen entfällt komplett, wenn das Tier höchstens 120 Tage alt ist und ein Gesundheitszeugnis vorliegt, das nicht älter als zehn Tage ist. Wer den Vertrag direkt nach dem Einzug abschließt, ist damit rechtzeitig zur Grundimmunisierung im Schutz. Die Jahresleistung reicht je nach Tarif von 1.000 Euro (Mini) bis unbegrenzt ab dem ersten Jahr (Maxi).

Lassie: Vorsorgepauschale ab Tarif Mini
Impfungen und Vorsorge laufen bei Lassie über eine feste Jahrespauschale von 35 bis 140 Euro, die Wartezeit kann bei jungen Welpen ganz entfallen.

Petolo: Gesundheitsbudget ohne Wartezeit

Petolo nennt Impfungen ausdrücklich als erstattungsfähige Leistung seines Gesundheitsbudgets, zusammen mit Entwurmung, Zeckenschutz und Zahnprophylaxe. Das Budget liegt bei 80 Euro pro Jahr im Tarif Komfort, 100 Euro im Premium und 120 Euro im Premium Plus. Die Beiträge für Hunde starten bei 34,90 Euro im Monat und reichen bis 60,90 Euro im Premium Plus.

Der entscheidende Unterschied liegt beim Start: Petolo verzichtet auf jede Wartezeit, der Schutz gilt ab dem ersten Tag. Steht der Impftermin schon nächste Woche, ist das unter den drei Anbietern der einzige Weg, ihn noch mitzunehmen. Im ersten Jahr gilt allerdings ein Limit von 500 bis 1.500 Euro je nach Tarif, ab dem zweiten Jahr leistet Petolo unbegrenzt.

Petolo: Schutz ab dem ersten Tag
Das Gesundheitsbudget von 80 bis 120 Euro im Jahr deckt Impfungen namentlich ab, eine Wartezeit gibt es nicht.

Agila: Vorsorge nur mit Zusatzbaustein

Agila rechnet Vorsorge nicht in den Grundtarif ein, sondern verkauft sie als eigenen Zusatzbaustein: Bronze mit 50 Euro, Silber mit 100 Euro und Gold mit 150 Euro Jahresbudget. Der Basistarif beginnt bei 20,18 Euro im Monat und ist damit günstig, zahlt ohne diesen Baustein aber keine Impfung.

Ein Argument hat der Baustein: Während die Standardwartezeit einen Monat beträgt, greift er ohne Wartezeit. Unser Rat ist trotzdem, seinen Preis gegen das enthaltene Jahresbudget zu rechnen, bevor Sie ihn dazubuchen. Bei einer Tollwut-Impfung alle drei Jahre lohnt er sich seltener als bei einem Hund mit jährlichem Vorsorgeprogramm aus Impfungen, Wurmkuren und Zahnprophylaxe.

Agila: Basistarif plus Vorsorge-Baustein
Ohne den Zusatzbaustein zahlt Agila keine Impfung, mit ihm stehen jährlich 50 bis 150 Euro für Vorsorge bereit.

Reisen mit dem Hund: was an der Grenze verlangt wird

Für die Reise in ein anderes EU-Land braucht Ihr Hund drei Dinge, und zwar vollständig:

  1. einen Mikrochip zur eindeutigen Kennzeichnung,
  2. einen EU-Heimtierausweis mit der passenden Chipnummer,
  3. eine gültige, dort eingetragene Tollwut-Impfung.

Die Reihenfolge ist nicht beliebig. Der Hund muss gekennzeichnet sein, bevor geimpft wird, sonst lässt sich die Impfung dem Tier amtlich nicht zuordnen.

Entscheidend ist die Frist. Geimpft werden darf frühestens ab einem Alter von zwölf Wochen, und nach der Erstimpfung vergehen 21 Tage, bis ein wirksamer Schutz besteht. Erst danach ist die Reise zulässig. Frischen Sie dagegen rechtzeitig auf, bevor die alte Impfung abläuft, entfällt diese Wartezeit komplett.

Rechnen Sie deshalb rückwärts: Abreisetag minus 21 Tage ist der späteste Impftermin, und weil Praxen nicht immer kurzfristig einen Termin haben, sollten vier bis fünf Wochen Puffer stehen. Das Dokument selbst kostet in der Regel 10 bis 25 Euro. Kommen Mikrochip und Erstimpfung neu hinzu, liegt das Gesamtpaket deutlich höher, den genauen Betrag nennt Ihnen die Praxis.

Dänemark, Frankreich, Österreich: Innerhalb der EU gilt überall dieselbe Grundregel. Einzelne Länder verlangen darüber hinaus eigene Nachweise, das klären Sie vor der Buchung beim Zielland. Was im Urlaub passiert, wenn der Hund dort krank wird, ist eine ganz andere Frage als der Grenzübertritt und gehört zur Reiseversicherung für Hunde.

Wie lange ist die Tollwut-Impfung beim Hund gültig?

Wie lange die Tollwut-Impfung gültig ist, entscheidet der verwendete Impfstoff, nicht der Hund: Die StIKo Vet unterscheidet Präparate mit ein, zwei und drei Jahren Wiederholungsintervall.

Auffrischung laut StIKo VetImpfstoffe
alle drei JahreEurican, Nobivac, Versican, Versiguard, Enduracell T, Rabisin (nach der ersten Auffrischung)
alle zwei JahreVirbagen (nach der ersten Auffrischung)
jährlichRivac SHPPi+3LT

Die Grundimmunisierung beginnt ab der zwölften Lebenswoche, danach wird je nach Produkt aufgefrischt. Daraus folgt eine Frage, die im Termin fast nie gestellt wird: Welches Präparat bekommt mein Hund, und bis wann gilt es? Zwei Hunde können am selben Tag geimpft werden und zwei Jahre später hat der eine noch Schutz, der andere nicht mehr.

Verlassen Sie sich für eine Reise nie auf die Faustregel „drei Jahre“, sondern auf das eingetragene Datum. Maßgeblich ist, was im Heimtierausweis steht, nicht was üblich ist. Die Tollwut-Impfung ist ohnehin nur eine Position im gesamten Impfplan des Hundes, und die übrigen Termine lassen sich gut mit ihr zusammenlegen.

Vor dem Impftermin: vier Fragen, die sich lohnen

Vier Fragen lohnen sich vor dem Impftermin, weil sie den Preis und das nächste Intervall festlegen, solange noch nichts entschieden ist:

  • Welcher Impfstoff wird verwendet und bis wann gilt er? Davon hängt ab, ob Sie in einem oder erst in drei Jahren wiederkommen.
  • Wird eine Untersuchung separat berechnet? Die Antwort erklärt fast die gesamte Differenz zwischen zwei Kostenvoranschlägen.
  • Lassen sich weitere fällige Impfungen zusammenlegen? Die Untersuchung fällt dann nur einmal an.
  • Stimmt die Chipnummer im Heimtierausweis? Ein Zahlendreher fällt sonst erst an der Grenze auf, und dort ist er nicht mehr zu reparieren.

Und ganz praktisch: Legen Sie den Termin in die regulären Sprechzeiten. Derselbe Piks im Notdienst wird mit dem doppelten bis vierfachen Satz abgerechnet.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Ob und wann Ihr Hund gegen Tollwut geimpft werden sollte, welcher Impfstoff dafür infrage kommt und welcher Betrag in Ihrer Praxis anfällt, entscheidet die behandelnde Tierärztin oder der behandelnde Tierarzt.

Häufige Fragen zur Tollwut-Impfung beim Hund

Wie oft muss man Tollwut beim Hund impfen?

Das hängt vom Impfstoff ab. Die StIKo Vet führt Präparate mit einem, zwei und drei Jahren Wiederholungsintervall, die Mehrzahl der gängigen Impfstoffe wird alle drei Jahre aufgefrischt. Die Grundimmunisierung ist ab der zwölften Lebenswoche möglich. Welches Intervall für Ihren Hund gilt, ergibt sich aus dem konkret verwendeten Produkt.

Was kostet die Tollwut-Impfung beim Hund?

Meist zwischen 25 und 70 Euro, je nach Praxis, Impfstoff und Region. Der Leistungsteil setzt sich nach der GOT aus Injektion (11,50 Euro) und Impfbescheinigung (6,16 Euro) zusammen, meist kommt die Untersuchung (23,62 Euro) dazu; der Impfstoff selbst wird als Medikament zusätzlich berechnet. Beim einfachen Satz ergibt das 21,02 bis 49,12 Euro brutto, beim Dreifachsatz 63,05 bis 147,37 Euro brutto.

Was passiert, wenn der Hund keine Tollwutimpfung hat?

Im Inland zunächst nichts, denn eine Impfpflicht besteht hier nicht. An der Grenze dagegen endet die Reise: Ohne gültigen Eintrag im EU-Heimtierausweis darf der Hund nicht in ein anderes EU-Land einreisen, und auch bei der Einreise aus einem Risikogebiet wird der Nachweis verlangt. Nachholen hilft kurzfristig nicht, weil nach einer Erstimpfung 21 Tage vergehen müssen.

Braucht mein Hund für Dänemark eine Tollwut-Impfung?

Ja. Dänemark ist EU-Mitglied, damit gelten die EU-Regeln für den Heimtierverkehr: Mikrochip, EU-Heimtierausweis und eine gültige, eingetragene Tollwut-Impfung. Bei einer Erstimpfung müssen zusätzlich 21 Tage zwischen Impfung und Einreise liegen. Ob Ihr Zielland darüber hinaus eigene Nachweise verlangt, klären Sie vor der Buchung.

Zahlt die Hundekrankenversicherung die Tollwut-Impfung?

Nur mit einem Vorsorgebudget im Vertrag. Reine Kranken- oder OP-Tarife leisten bei Krankheit und Unfall, eine planbare Impfung fällt nicht darunter. Anbieter wie Lassie, Petolo und Agila stellen dafür ein eigenes Jahresbudget zwischen 35 und 150 Euro bereit, teils im Tarif enthalten, teils als kostenpflichtiger Zusatzbaustein.