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Kastration der Hündin: Kosten nach Methode und Gewichtsklasse

Konventionell operiert oder endoskopisch, elektiv oder medizinisch notwendig: Die Methode entscheidet mehr über den Preis als jede Praxis für sich. Wir zeigen die Spannen von 400 bis über 1.000 Euro.

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Laura Schneider Geschrieben von Laura Schneider

Im Kostenvoranschlag steht ein Wort, das die Praxis für selbsterklärend hält. Ovariektomie. Oder Ovariohysterektomie. Oder, wenn die Klinik es anbietet, endoskopisch. Drei Bezeichnungen für etwas, das Halterinnen und Halter schlicht als „kastrieren lassen“ buchen. Welches der drei Wörter auf Ihrem Zettel steht, verschiebt die Kosten für die Kastration einer Hündin um mehr als das Dreifache, vom knapp vierhundert Euro teuren Festpreis bis zur vierstelligen Klinikrechnung.

Was die Kastration einer Hündin kostet

Im Standardfall, also konventionell operiert in einer normalen Kleintierpraxis, liegen die Kosten bei 400 bis 800 Euro brutto. In der Klinik und bei hohem Gebührensatz werden daraus 525 bis 1.185 Euro brutto. Für die laparoskopische Variante, die sogenannte Schlüsselloch-Technik, nennt ein spezialisiertes deutsches Zentrum 1.170 bis 1.237 Euro.

Innerhalb einer Praxis staffelt sich der Festpreis nach Gewicht. Diese Preisliste gilt seit dem 1. Juli 2024 und zeigt, wie stark diese Staffelung ausfällt:

Gewicht der HündinFestpreis inkl. MwSt.
bis 10 kg380,00 €
bis 20 kg430,00 €
20 bis 30 kg480,00 €
über 30 kg600,00 €

Quelle: Tierarztpraxis Eva Gocke Stürmer. Eine andere Praxis, Tierarzt Großenbaum in Duisburg, rechnet pauschal 700 bis 720 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer plus 18 bis 25 Euro für den Body.

Wie eine solche Summe zustande kommt, zeigt die Gebührenordnung. Ihre Sätze sind Nettobeträge, auf die noch 19 Prozent Umsatzsteuer sowie Medikamente, Naht- und Verbrauchsmaterial als getrennt berechnete Auslagen kommen. Jede Praxis darf den einfachen Satz nach eigenem Ermessen bis zum Dreifachen ansetzen; die Systematik dahinter erklären wir in der Übersicht zu den GOT-Tierarztkosten.

LeistungGOT-Ziffereinfach nettozweifach nettodreifach netto
Voruntersuchung mit Beratung1623,62 €47,24 €70,86 €
Kleines Blutbild vor der Narkose61720,80 €41,60 €62,40 €
Verweilkanüle legen22514,62 €29,24 €43,86 €
Inhalationsnarkose33761,57 €123,14 €184,71 €
Narkoseüberwachung über zwei Parameter35059,18 €118,36 €177,54 €
Infusion per Schwerkraft23442,00 €84,00 €126,00 €
Ovariektomie Hündin600128,27 €256,54 €384,81 €
Ovariohysterektomie Hündin604192,00 €384,00 €576,00 €
Endoskopische Kastration, Zuschlag60798,96 €197,92 €296,88 €
Fäden ziehen4228,21 €16,42 €24,63 €

Alle Werte stammen aus dem Gebührenverzeichnis der GOT 2022, gültig seit dem 22. November 2022.

Eine geplante Kastration ist ein Wunscheingriff. Den bezahlen Sie selbst.

Policen für die Hündin: wer den indizierten Eingriff trägt

Eine Police greift erst, wenn aus dem Wunscheingriff eine Behandlung wird. Die drei folgenden Tarife regeln genau diesen Fall unterschiedlich: über die Erstattungsgrenze, über die Wartezeit und über die Frage, ob es für die Kastration überhaupt eine Sonderregel gibt.

Dalma: vierfacher Satz inklusive Notdienst und Vorsorge ab dem ersten Tag

Bei einer Kastrationsrechnung geht ein gutes Drittel für Narkose, Monitoring, Verweilkanüle und Infusion drauf, und genau bei diesen Posten entscheidet die Erstattungsgrenze über den Eigenanteil. Dalma erstattet bis zum vierfachen Gebührensatz, den Notdienst eingeschlossen, und liegt damit oben im Feld.

Die elektive Kastration läuft über das Vorsorgebudget von 70 bis 100 Euro im Jahr, verfügbar ab dem ersten Tag, allerdings nur im Krankenschutz ab 1.500 Euro Jahreshöchstleistung. Ist der Eingriff medizinisch notwendig, erstattet Dalma ihn regulär. Die Wartezeiten betragen 30 Tage für Heilbehandlung, 14 Tage für Operationen und 2 Tage nach Unfall; der Einstieg beim Hund liegt bei 7,99 Euro im Monat für den OP-Schutz und 15,99 Euro für den Krankenschutz. Ein Detail bleibt offen: Zur Selbstbeteiligung widersprechen sich Dalmas eigene Seiten, lassen Sie sich den Wert vor Abschluss bestätigen.

Dalma: bis zum vierfachen Satz, Notdienst eingeschlossen
Vorsorgebudget von 70 bis 100 Euro ab dem ersten Tag, ohne Wartezeit auf die Vorsorge. OP-Schutz für den Hund ab 7,99 Euro im Monat.

Barmenia: sechs Monate Wartezeit und 150 Euro Zuschuss im Premium Plus

Barmenia erstattet die Kastration bei gynäkologischen, andrologischen oder onkologischen Erkrankungen, im Vertragstext präzisiert als Entzündungen oder tumoröse Veränderungen der Geschlechtsorgane. Die Sonderwartezeit dafür beträgt sechs Monate, halb so lang wie die zwölf Monate anderer Anbieter im Feld. Wer nach einem Verdachtsbefund abschließt, gewinnt dadurch ein halbes Jahr.

Ungewöhnlich ist der zweite Punkt: Im Tarif Premium Plus zahlt Barmenia einmalig 150 Euro Zuschuss zur Kastration, und zwar ohne Wartezeit, also auch zum geplanten Eingriff. Gegen 380 bis 600 Euro Festpreis ersetzt das die Rechnung nicht, es ist aber der einzige belegte direkte Zuschuss unter den geprüften Anbietern. Erstattet wird bis zum dreifachen Satz, im Notdienst bis zum vierfachen. Der Einstieg beim Hund liegt bei 36,82 Euro im Monat für den Basistarif, Premium Plus beginnt bei 88,57 Euro.

Barmenia: 150 Euro Zuschuss zur Kastration, ohne Wartezeit
Im Premium Plus gibt es einmalig 150 Euro auch zum geplanten Eingriff. Die Sonderwartezeit für die medizinisch indizierte Kastration beträgt sechs statt zwölf Monate.

HanseMerkur: die indizierte Kastration als reguläre Hauptleistung

HanseMerkur ist im geprüften Feld der einzige Anbieter, der die medizinisch notwendige Kastration als reguläre Hauptleistung führt, ohne eine eigene Wartezeit dafür. Es gilt die allgemeine Wartezeit von einem Monat, bei Unfall keine. Sechsmonatige Sonderwartezeiten existieren durchaus, sie betreffen aber andere Diagnosegruppen, unter anderem Patellaluxation, HD, ED und DCM. Für den geplanten Eingriff steht das Vorsorgebudget von 100 Euro im Jahr bereit, von dem die Selbstbeteiligung nicht abgezogen wird.

Erstattet wird bis zum vierfachen Gebührensatz zuzüglich Notdienstgebühr; ausgeschlossen sind anlasslose Untersuchungen ohne Symptom oder Krankheitsverdacht. Die veröffentlichten Beispielbeiträge von 28,19, 37,58 und 40,17 Euro im Monat gelten für einen Jack Russell im ersten Lebensjahr mit 500 Euro Selbstbeteiligung. Eine 30-Kilo-Hündin liegt darüber.

HanseMerkur: keine Sonderwartezeit für die notwendige Kastration
Der medizinisch indizierte Eingriff zählt zur Hauptleistung, erstattet bis zum vierfachen Gebührensatz plus Notdienstgebühr nach GOT.

Ovariektomie oder Ovariohysterektomie: was entfernt wird

Bei der Ovariektomie entfernt die Chirurgin nur die Eierstöcke. Bei der Ovariohysterektomie kommt die Gebärmutter mit heraus. Beides sind Eingriffe in die Bauchhöhle, beides beendet Läufigkeit und Fruchtbarkeit, und beides steht in der Gebührenordnung mit einer eigenen Ziffer.

Der Preisunterschied ist erheblich und wird selten benannt: 128,27 Euro netto für die Ovariektomie gegenüber 192,00 Euro für die Ovariohysterektomie, also 63,73 Euro oder 50 Prozent mehr allein auf der Eingriffsgebühr. Beim dreifachen Satz stehen sich 384,81 und 576,00 Euro gegenüber. Welches Verfahren eine Praxis wählt, hängt vom Befund und von ihrer eigenen Routine ab; die Klinikgruppe AniCura, die beide Varianten beschreibt, nennt keinen generellen Vorzug.

Für Sie folgt daraus eine einfache Regel beim Einholen von Angeboten: Zwei Kostenvoranschläge lassen sich nur vergleichen, wenn dieselbe Ziffer dahintersteht. Steht auf dem einen Ovariektomie und auf dem anderen Ovariohysterektomie, vergleichen Sie zwei verschiedene Operationen.

Konventionell oder endoskopisch: was die Schlüsselloch-Operation kostet

Bei der konventionellen Kastration wird die Bauchdecke geöffnet, die Wunde ist laut den Klinikbeschreibungen etwa sechs Zentimeter lang. Bei der laparoskopischen oder endoskopischen Variante arbeitet die Chirurgin über zwei bis drei etwa fünf Millimeter große Einschnitte mit Kamera und Instrumenten, die größte Wunde misst rund einen Zentimeter.

Die Vorteile sind belegt und betreffen mehr als die Optik: geringerer Wundschmerz und dadurch schnellere Erholung, Patientinnen sind meist noch am selben Tag so agil wie vor dem Eingriff, ein Halskragen entfällt, und die Hündin darf nach drei Tagen wieder spielen und rennen statt nach mindestens zehn. Diese Angaben stammen von Kliniken, die das Verfahren anbieten, unter anderem der Tierklinik Ismaning, AniCura und dem Tiermedizinischen Zentrum.

Der Preis dafür fällt deutlich aus. Das Tiermedizinische Zentrum nennt 1.170 bis 1.237 Euro, gegenüber 400 bis 800 Euro konventionell. In der Gebührenordnung erklärt sich davon nur ein Teil: Ziffer 607 ist kein eigener Eingriff, sondern ein Zuschlag auf die Kastrationsziffer, mit 98,96 Euro netto im einfachen und 296,88 Euro im dreifachen Satz. Der Rest der Differenz entsteht durch Gerät, Ausbildung und den höheren Satz, den spezialisierte Kliniken ansetzen.

Eine nach Gewichtsklassen gestaffelte Preisliste für die laparoskopische Kastration veröffentlicht in Deutschland keine der geprüften Kliniken. Den Preis für Ihre Hündin bekommen Sie nur als individuellen Kostenvoranschlag, den Sie vor der Terminvereinbarung schriftlich verlangen sollten.

Lohnt sich der Aufpreis, der je nach Vergleichsangebot 400 bis 800 Euro beträgt? Bei einer jungen, aktiven und großen Hündin, die zehn Tage Leinenzwang schlecht wegsteckt, ist die kürzere Schonzeit ein realer Gegenwert. Bei einer ruhigen kleinen Hündin, die ohnehin gern auf dem Sofa liegt, bezahlen Sie vor allem eine kleinere Narbe.

Warum die Gewichtsklasse den Preis staffelt

In der Gebührenordnung steht keine Gewichtsstufe. Die Ziffern 600 und 604 gelten für jede Hündin gleich, vom Chihuahua bis zur Deutschen Dogge. Die Staffel in der Praxisliste ist ein Festpreisangebot der Praxis, keine Vorgabe des Gesetzgebers, und sie bildet ab, was der Eingriff bei einem schweren Tier tatsächlich mehr verlangt.

Der Effekt ist groß: Von der kleinsten zur größten Klasse steigt der Preis in derselben Praxis bei identischem Verfahren von 380 auf 600 Euro, also um 58 Prozent. Dahinter steckt mehr als das reine Körpergewicht:

  • Narkosemittel werden nach Körpergewicht dosiert, eine schwere Hündin verbraucht ein Vielfaches einer kleinen
  • der Zugang durch die Bauchdecke ist größer, die Operation dauert länger, damit steigt auch die Narkose- und Monitoringzeit
  • mehr Naht- und Verbrauchsmaterial, das als Auslage zusätzlich berechnet wird
  • Schwierigkeit und Zeitaufwand darf die Praxis über den Gebührensatz abbilden, und bei großen Hunden tut sie das

Dass die Hündin generell teurer ist als Rüde und Kater, lässt sich auf derselben Ebene belegen: Die Ovariektomie steht mit 128,27 Euro netto beim 1,8-Fachen der Kastration eines Rüden und beim 4,2-Fachen der Kastration eines Katers. Der Grund ist der Bauchhöhlenzugang, den es bei den männlichen Tieren nicht braucht.

480 oder 974 Euro: wie zwei Praxen zum selben Eingriff kommen

Nehmen Sie eine Labrador-Mix-Hündin, 22 Kilo, zwei Jahre alt, Ovariektomie in einer Kleintierklinik, überwiegend zum zweifachen Satz abgerechnet:

PositionSatznetto
Voruntersuchung mit Beratung (16)zweifach47,24 €
Blutentnahme venös (627)einfach10,26 €
Kleines Blutbild vor der Narkose (617)einfach20,80 €
Klinische Chemie, 6 Parameter (611)einfach36,96 €
Verweilkanüle legen (225)zweifach29,24 €
Inhalationsnarkose (337)zweifach123,14 €
Narkoseüberwachung über zwei Parameter (350)zweifach118,36 €
Infusion per Schwerkraft (234)einfach42,00 €
Ovariektomie (600)zweifach256,54 €
Naht- und Verbrauchsmaterial (Auslage)45,00 €
Schmerzmittel und Antibiose zur Mitgabe (Auslage)35,00 €
Body (Auslage)22,00 €
Nachkontrolle Tag 10 (16)einfach23,62 €
Fäden ziehen (422)einfach8,21 €
Zwischensumme netto818,37 €
19 % Umsatzsteuer155,49 €
Gesamt brutto973,86 €

Mit 22 Kilo fällt diese Hündin in der Praxisliste weiter oben in die Klasse 20 bis 30 Kilo, dort steht ein Festpreis von 480 Euro. Beide Rechnungen sind korrekt. Die Differenz von 494 Euro erklärt sich durch den zweifachen statt einfachen Satz und durch die Positionen, die im Festpreis pauschal enthalten sind und in der Klinikrechnung einzeln stehen: Monitoring, Infusion, Präanästhetik-Blutbild, Verweilkanüle.

Daraus folgt die nützlichste Frage am Telefon: Ist das ein Festpreis für das gesamte Paket, oder wird nach Gebührenordnung abgerechnet, und wenn ja, mit welchem Satz? Nach § 7 Abs. 4 GOT haben Sie ohnehin Anspruch auf eine vollständig aufgeschlüsselte Rechnung mit den Gebührenziffern. Verlangen Sie den Kostenvoranschlag in derselben Form, dann vergleichen Sie Zeilen statt Endsummen.

Vor oder nach der ersten Läufigkeit

Beim Zeitpunkt gibt es keine reine Kostenantwort. AniCura nennt etwa 3,5 Monate nach der ersten Läufigkeit als günstigen Termin, und dahinter steht eine Abwägung, die in beide Richtungen kippt.

Eine sehr frühe Kastration senkt das Risiko für Gesäugetumoren. Sie verzögert zugleich den Schluss der Wachstumsfugen, was das Risiko für Gelenk- und Knochenerkrankungen erhöht, und sie steht mit einem höheren Risiko für Harninkontinenz und Gewichtszunahme in Verbindung. Wer früh kastrieren lässt, kauft einen Vorteil und nimmt ein anderes Risiko mit.

Einen Kostenaspekt gibt es trotzdem: Bei einem großen Hund wächst zwischen dem sechsten und dem zwölften Lebensmonat die Gewichtsklasse mit. Eine Hündin mit 28 Kilo fällt in der Praxisstaffel in eine andere Stufe als dieselbe Hündin mit 31 Kilo, und zwischen diesen Stufen liegen in der Liste oben 120 Euro. Bei kleinen Rassen spielt das keine Rolle; bei großen macht allein das Wachstum den Termin eine Preisklasse teurer.

Nachsorge, Body und Schonzeit

Nach der konventionellen Operation gilt eine Schonzeit von rund 14 Tagen, die Fäden kommen nach 10 bis 12 Tagen heraus, und bis dahin schützt ein Body oder ein Halskragen die Naht. So beschreibt es AniCura, und die Praxispreise passen dazu: Der Body kostet 18 bis 25 Euro, die Nachkontrolle 23,62 Euro netto im einfachen Satz, das Fädenziehen 8,21 Euro.

Schonen heißt in diesen zwei Wochen: kurze Runden an der Leine, kein Toben, keine Treppen, keine Hundewiese. Käfigruhe ist damit nicht gemeint. Schmerzmittel bekommt die Hündin für die ersten Tage mit; in der Musterrechnung oben stehen dafür 35 Euro. Zeigt sie danach noch Schmerzen, gehört das in die Praxis. Nach der laparoskopischen Variante fällt dieser Block deutlich kürzer aus, wie weiter oben beschrieben.

Harninkontinenz als Folgekostenrisiko

AniCura führt Inkontinenz ausdrücklich unter den möglichen Folgen der Kastration auf: Kastrierte Hündinnen entwickeln sie häufiger als unkastrierte. Eine Häufigkeit nennen wir hier bewusst nicht. Die Klinikgruppe beziffert sie nicht, die kursierenden Prozentzahlen gehen je nach Studie weit auseinander, und eine davon herauszugreifen wäre Scheingenauigkeit. Die Richtung gilt dagegen als gesichert: Große, schwere Hündinnen trifft es häufiger als kleine, und eine sehr frühe Kastration erhöht das Risiko zusätzlich.

Kostenrelevant ist weniger die Diagnose als ihre Dauer. Eine Harninkontinenz wird in der Regel medikamentös behandelt, und zwar dauerhaft. Aus einem einmaligen Eingriff wird so eine Position, die jedes Jahr wiederkehrt. Einen veröffentlichten Preis dafür gibt es nicht: Medikamente sind keine Gebührenposition der GOT, sondern eine Auslage nach § 7 Abs. 2 GOT, die jede Praxis nach Wirkstoff, Dosis und Einkauf berechnet. Lassen Sie sich die Monatskosten beziffern, bevor die Dauertherapie beginnt. Wie sich Harninkontinenz und andere verbreitete Hundekrankheiten zeigen und behandeln lassen, steht in unserer Gesamtübersicht dazu.

Klären Sie außerdem vor der Operation schriftlich mit Ihrem Versicherer, wie er die Behandlung einer Folge einordnet, wenn der auslösende Eingriff selbst nicht versichert war. Das ist die Frage, die Halterinnen und Halter erst stellen, wenn die Ablehnung schon im Briefkasten liegt.

Elektiv oder medizinisch indiziert: daran entscheidet sich die Erstattung

Zwei identische Operationen, zwei völlig verschiedene Antworten. Die Verbraucherzentrale nennt „Kastration oder Sterilisation ohne medizinische Not“ ausdrücklich unter den Leistungen, die eine Tierkrankenversicherung typischerweise nicht übernimmt. Die Bedingungen der geprüften Anbieter sagen dasselbe.

Für den geplanten Eingriff bleibt damit nur das Vorsorgebudget, und dessen Größenordnung sollte man kennen, bevor man darauf baut: Bei den sieben geprüften Versicherern liegt es zwischen 35 und 150 Euro im Jahr, und daraus kommen üblicherweise auch Impfungen und Wurmkuren. Gegen 400 bis 800 Euro ist das wenig. Die einzige Ausnahme mit einem direkten Zuschuss ist der Barmenia-Tarif Premium Plus mit einmalig 150 Euro.

Medizinisch indiziert ist die Kastration dann, wenn ein Befund sie erzwingt. Drei Fälle stehen dabei im Vordergrund, und es lohnt, ihre Namen zu kennen, bevor sie im Behandlungszimmer fallen:

  • Pyometra, die Gebärmuttervereiterung. Sie tritt typischerweise einige Wochen nach der Läufigkeit auf und ist ein chirurgischer Notfall, bei dem Eierstöcke und Gebärmutter zusammen entfernt werden. Diagnostiziert wird sie in der Regel per Bauchultraschall, dessen Kosten unsere Übersicht zum Ultraschall beim Hund zeigt.
  • Mammatumor, im Deutschen Gesäugetumor. Er kann eine Kastration als Teil der Tumorbehandlung nach sich ziehen.
  • Ausgeprägte oder wiederkehrende Scheinträchtigkeit, wenn sie sich hormonell nicht in den Griff bekommen lässt.

Wichtig für die Erwartungshaltung: Solche Diagnosen stehen in keinem der geprüften Vertragstexte namentlich. Barmenia beschreibt die Deckung als gynäkologische, andrologische oder onkologische Erkrankungen und konkretisiert das als Entzündungen oder tumoröse Veränderungen der Geschlechtsorgane, ohne einzelne Krankheitsbilder aufzuzählen. Eine Pyometra fällt sachlich darunter, sie steht aber nicht als Wort im Vertrag.

Entscheidend ist die Zeitachse. Für die indizierte Kastration gelten Sonderwartezeiten von sechs bis zwölf Monaten, bei HanseMerkur keine. Ein vor Vertragsschluss dokumentierter Befund gilt ohnehin als Vorerkrankung und bleibt dauerhaft ausgeschlossen.

Für die Tarifwahl heißt das: Eine reine OP-Versicherung für den Hund deckt den Notfall auf dem Operationstisch samt Nachsorge, bringt aber häufig kein Vorsorgebudget mit, aus dem sich am geplanten Eingriff etwas sparen ließe. Eine Hundekrankenversicherung schließt ambulante Behandlung, Diagnostik und Vorsorgepauschale ein und ist auch der Weg, auf dem eine spätere Dauermedikation gegen Harninkontinenz überhaupt erstattungsfähig sein kann. Rechnen Sie das durch, solange Ihre Hündin gesund und ohne Eintrag in der Akte ist. Was das monatlich bedeutet, zeigt der Beitragsrechner von Dalma.

Häufige Fragen zur Kastration der Hündin

Was kostet die Kastration einer Hündin?

Konventionell 400 bis 800 Euro brutto, in der Klinik bei hohem Gebührensatz bis 1.185 Euro, laparoskopisch 1.170 bis 1.237 Euro. Praxen mit Festpreis staffeln nach Gewicht, in einer veröffentlichten Liste von 380 Euro bis 10 Kilo bis 600 Euro über 30 Kilo.

Was wird bei der Kastration einer Hündin entfernt?

Bei der Ovariektomie nur die Eierstöcke, bei der Ovariohysterektomie zusätzlich die Gebärmutter. Beides sind Eingriffe in die Bauchhöhle. In der Gebührenordnung kostet die Ovariohysterektomie 192,00 Euro netto gegenüber 128,27 Euro für die Ovariektomie, also 50 Prozent mehr.

Was kostet eine endoskopische Kastration bei der Hündin?

Ein deutsches Zentrum nennt 1.170 bis 1.237 Euro. Die Gebührenordnung sieht dafür keinen eigenen Eingriff vor, sondern einen Zuschlag von 98,96 Euro netto im einfachen Satz. Eine nach Gewicht gestaffelte Preisliste für dieses Verfahren veröffentlicht in Deutschland keine Klinik.

Wann sollte eine Hündin kastriert werden?

AniCura nennt etwa 3,5 Monate nach der ersten Läufigkeit als günstigen Zeitpunkt. Eine sehr frühe Kastration senkt das Risiko für Gesäugetumoren, erhöht aber die Risiken für Gelenkerkrankungen, Harninkontinenz und Gewichtszunahme. Eine für jede Hündin passende Antwort gibt es nicht.

Wie lange dauert eine Kastration bei einer Hündin?

Die Operation selbst dauert laut AniCura meist etwa 30 Minuten. Dazu kommen Vorbereitung, Narkoseeinleitung und Aufwachphase, weshalb die Hündin mehrere Stunden in der Praxis bleibt. Abgeholt wird sie im Normalfall am selben Tag, eine Übernachtung ist nicht vorgesehen.

Wie lange muss eine Hündin nach der Kastration geschont werden?

Nach der konventionellen Operation rund 14 Tage, also bis die Fäden nach 10 bis 12 Tagen gezogen sind: kurze Leinenspaziergänge statt Toben, Treppensteigen und Hundewiese, dazu ein Body oder Halskragen für 18 bis 25 Euro, damit sie nicht an die Naht kommt. Nach der laparoskopischen Variante geben Kliniken drei Tage an, und der Halskragen entfällt dort ganz.

Wann ist die Hündin nach der Kastration wieder fit?

Munter und ansprechbar ist sie meist am Tag nach der Operation, belastbar erst nach der Schonzeit. Nach dem konventionellen Eingriff heißt das rund zwei Wochen bis zum normalen Bewegungsprogramm, nach dem laparoskopischen laut den anbietenden Kliniken drei Tage. Hält die Hündin sich danach weiter zurück oder frisst schlecht, gehört sie zur Kontrolle in die Praxis.

Zahlt die Hundeversicherung die Kastration?

Die geplante nicht. Sie gilt als Wunscheingriff und läuft höchstens anteilig über das Vorsorgebudget von 35 bis 150 Euro im Jahr; Barmenia gibt im Premium Plus einmalig 150 Euro dazu. Ist die Kastration medizinisch notwendig, erstatten die meisten Tarife sie, oft erst nach sechs bis zwölf Monaten Sonderwartezeit.