Das Wichtigste in Kürze
- Beim Aufnahmealter widersprechen sich die Anbieter: Santévet versichert Ihre Katze bis sieben Jahre, Lassie nennt kein Höchstalter.
- Für die Heilige Birma sind drei erbliche Erkrankungen dokumentiert, darunter eine seltene Speicherkrankheit, die sich per Gentest nachweisen lässt.
- Der große Kostenblock sind die Nieren: Für die laufende Behandlung einer chronischen Nierenerkrankung zahlen Sie 200 bis 500 Euro im Monat.
- Was bei einer Untersuchung auffällt, gilt anschließend als Vorerkrankung und wird von keinem Tarif erstattet.
- Unsere Empfehlung ist Dalma: Nicht der reine OP-Schutz für 7,99 Euro, sondern der Vollschutz für 15,99 Euro im Monat passt zu einer Nierenerkrankung, und Sie legen selbst fest, welchen Anteil jeder Rechnung der Tarif trägt.
Drei erbliche Erkrankungen, die für die Heilige Birma dokumentiert sind
Die auffälligste der drei dokumentierten Erkrankungen ist die Mukopolysaccharidose Typ VI, auch Maroteaux-Lamy-Syndrom genannt. Es handelt sich um eine lysosomale Speicherkrankheit, die auf eine Punktmutation im ARSB-Gen zurückgeht, autosomal-rezessiv vererbt wird und bereits in den ersten Lebenswochen Symptome zeigt. Sie tritt in drei Ausprägungen auf, von mild über gemischt bis schwer, und ist per Gentest nachweisbar.
Die zweite ist die polyzystische Nierenerkrankung (PKD), bei der sich Zysten im Nierengewebe bilden. Sie beruht auf der PKD1-Mutation, lässt sich per DNA-Test bestimmen, und in der Zucht wird zusätzlich per Ultraschall kontrolliert.
Als drittes ist die hypertrophe Kardiomyopathie beschrieben, eine Verdickung des Herzmuskels; wie sie verläuft, lesen Sie in unserer Übersicht der häufigsten Katzenkrankheiten.
Wenn Sie ein Kitten kaufen, verlangen Sie für die beiden per Gentest prüfbaren Erkrankungen die Befunde der Elterntiere und fragen Sie nach dem Nierenultraschall der Zuchttiere. Beides gehört zu einer sauberen Zucht und kostet Sie nichts außer der Nachfrage.
Was kostet eine chronische Nierenerkrankung bei der Katze?
Die Diagnostik kostet 100 bis 300 Euro, die anschließende Dauertherapie 200 bis 500 Euro im Monat. Exakt bezifferbar ist beim Erstverdacht der Bauchultraschall, weil die Gebührenordnung für Tierärzte ihn als eigene Position führt:
| Satz | Bauchultraschall |
|---|---|
| 1-fach | 58,92 Euro |
| 2-fach | 117,84 Euro |
| 3-fach | 176,76 Euro |
| 4-fach (Notdienst) | 235,68 Euro |
Die eigentliche Belastung ist die Dauertherapie:
| Position | Kosten im Monat |
|---|---|
| Blutdrucksenker, Phosphatbinder, Mittel gegen Übelkeit | 50 bis 150 Euro |
| Infusionen | 50 bis 150 Euro |
Dazu kommen Nierendiätfutter ab 16,50 Euro pro Einheit und ein bis zwei Kontrolluntersuchungen im Jahr ab dem siebten Lebensjahr. Wie sich die Ultraschallpreise im Detail zusammensetzen, zeigt unsere Aufstellung zu den Ultraschallkosten bei der Katze.
Eine belastbare Jahressumme lässt sich daraus nicht ableiten, weil Stadium und Kontrollintervall den Ausschlag geben. Entscheidend ist die Struktur der Kosten: Diese Beträge fallen Monat für Monat an, oft über Jahre. Katzen, die konsequent Nierendiät bekamen, lebten im Durchschnitt rund zwei Jahre weiter, ohne Diät acht bis neun Monate. Für die Tarifwahl folgt daraus: Ein hoher Erstattungssatz und eine großzügige Jahreshöchstleistung sind hier mehr wert als ein paar Euro Beitragsvorteil.
Versicherung für die Heilige Birma: drei Anbieter, drei Regeln beim Aufnahmealter
Beim Aufnahmealter gilt bei jedem dieser drei Anbieter eine andere Regel: Santévet nimmt Ihre Katze bis sieben Jahre auf, Dalma bis neun, Lassie ohne Höchstalter. Bei einer Rasse mit dokumentiertem Nierenrisiko ist das die erste Hürde, und deshalb stehen diese drei hier.
Dalma empfehlen wir für die junge Birma, Santévet für eine Wohnungskatze mit festem Jahresrahmen, Lassie für ein Tier, das die Grenzen der beiden anderen schon überschritten hat.
Dalma: Vollschutz mit frei wählbarem Erstattungssatz
Aufgenommen wird Ihre Heilige Birma zwischen zwei Monaten und neun Jahren, womit Dalma zwischen Santévets Grenze und Lassies Regelung liegt. Den Vollschutz gibt es ab 15,99 Euro im Monat, den reinen OP-Schutz ab 7,99 Euro. Wie viel der Tarif von jeder Rechnung übernimmt, wählen Sie selbst: 60, 70, 80, 90 oder 100 Prozent. Die Jahreshöchstleistung reicht von 500 Euro bis unbegrenzt.
Die Wartezeiten staffelt Dalma nach Anlass:
| Anlass | Wartezeit bei Dalma |
|---|---|
| Unfall | 2 Tage |
| Operation | 14 Tage |
| Heilbehandlung | 30 Tage |
| Rassespezifische Erkrankung | 12 Monate |
Bei einer Rasse mit drei dokumentierten Erbkrankheiten ist die letzte Zeile der empfindlichste Punkt des Tarifs, auch wenn die Unterlagen als Beispiel die Hüft- und Ellbogengelenksdysplasie nennen und nicht die Erkrankungen der Birma.
Wer früh abschließt, muss diese Frist nur ein einziges Mal überstehen, und zwar in dem Alter, in dem die Anbieter Ihre Katze überhaupt noch aufnehmen. Der Vertrag soll dann zehn oder fünfzehn Jahre tragen, und die Nierendiagnose kommt oft erst in einem Alter, in dem manche Anbieter keine Neuverträge mehr abschließen.
Dalma verzichtet ab dem zwölften Monat auf die Kündigung im Schadensfall, und bei einer Krankheit, die Monat für Monat Rechnungen produziert, wiegt das schwerer als ein früher Leistungsbeginn: Ein Anbieter, der nach der ersten teuren Behandlung kündigen darf, lässt Sie mit der zweiten allein.
Wann zahlt die Katzenversicherung nicht?
Nicht gezahlt wird in drei Fällen: wenn das Höchstalter bei der Aufnahme überschritten ist, wenn die Wartezeit noch läuft und wenn die Erkrankung schon vor dem Vertrag bestand. Die erste dieser Hürden hat mit Leistungen nichts zu tun: Ist das Höchstalter überschritten, kommt kein Vertrag mehr zustande, unabhängig davon, wie gesund das Tier ist. Bestehende Verträge laufen dagegen weiter: Bei Santévet bleibt der Schutz nach der Aufnahme lebenslang bestehen. Wie Anbieter mit Katzen im Seniorenalter umgehen, haben wir für die Katzenversicherung für ältere Katzen zusammengestellt.
Die zweite Hürde ist die Wartezeit, die dritte die Vorerkrankung. Kein Anbieter zahlt für eine Krankheit, die schon da war, als Sie unterschrieben haben, oder die sich zeigt, während die Wartezeit noch läuft; angeborene Leiden und Fehlentwicklungen fallen mit den Folgebehandlungen unter dieselbe Regel.

Bei einer Rasse mit drei dokumentierten Erbkrankheiten hat das eine unangenehme Konsequenz: Ein Zufallsbefund im Nierenultraschall oder ein positives Gentestergebnis ist genau das Dokument, das die Tür schließt, und zwar bevor ein Antrag ausgefüllt ist. Die Entscheidung über den Vertrag und die Entscheidung über die Untersuchung gehören deshalb auf denselben Tag.
Zwei Dinge lassen wir uns bei dieser Rasse schriftlich geben: dass der Vertrag nach der Aufnahme unabhängig vom Alter weiterläuft, und ob eine per Gentest nachgewiesene Anlage ohne Symptome als Vorerkrankung gilt. Eine mündliche Auskunft dazu hilft im Streitfall nicht.
Wenn die Diagnose steht: was Sie dokumentieren lassen
Steht die Diagnose später einmal fest, entscheidet die Ablage über Ihren Aufwand. Bitten Sie die Praxis, Diagnose und Stadium einmal ausführlich zu dokumentieren und jede Kontrolle danach nach den Positionen der Gebührenordnung aufzuschlüsseln: Der Versicherer erkennt den Zusammenhang zur ersten Rechnung dann wieder, und wiederkehrende Erstattungen gehen ohne Rückfrage durch.
Reichen Sie außerdem monatlich ein und nicht gesammelt am Jahresende. Bei 200 bis 500 Euro laufenden Kosten ist eine Erstattung, die der Behandlung zwei Monate hinterherläuft, ein Liquiditätsproblem und kein Papierproblem.
Zwei Anbieter mit anderen Altersregeln
Santévet und Lassie sind die genauere Wahl, wenn Ihre Birma älter ist oder Sie einen festen Jahresrahmen bevorzugen.
Santévet: vier Stufen, aber die engste Altersgrenze
Santévet nimmt Ihre Katze bis zum Alter von sieben Jahren auf, die engste Grenze unter den drei Anbietern hier. Was der Tarif daneben regelt:
- Vier Tarifstufen mit Jahresleistungen von 3.000 bis 10.000 Euro, darunter ein eigener Tarif für Wohnungskatzen
- Selbstbeteiligung nur im Wohnungskatzentarif, dort 50 Euro pro Jahr
- Wartezeit von 48 Stunden bei Unfällen, 45 Tagen bei Krankheiten und drei Monaten für Operationen
Für eine Birma, die als Wohnungskatze lebt und jung versichert wird, ist das eine saubere Lösung mit klar benannter Obergrenze. Wer erst mit acht Jahren nach einem Tarif sucht, kommt hier nicht mehr unter.
Lassie: kein Höchstalter bei der Aufnahme
Für die Aufnahme nennt Lassie kein Höchstalter, versichert wird ab acht Wochen. Auf dem zentralen Punkt dieser Seite ist Lassie damit der stärkere Anbieter, auch gegenüber unserer Empfehlung. Vier Stufen stehen zur Wahl:
| Lassie Stufe | Jahresleistung |
|---|---|
| OP-Schutz | nur Operationen |
| Mini | 1.000 Euro |
| Midi | ab dem dritten Jahr unbegrenzt |
| Maxi | sofort unbegrenzt |
Der OP-Anteil ist in jeder Stufe unbegrenzt, die Selbstbeteiligung wählen Sie mit 0, 20 oder 40 Prozent.
Zwei Bedingungen sollten Sie vorher kennen. Die Wartezeit beträgt 30 Tage, bei Unfällen zwei Tage, und für bestimmte Diagnosen gelten 18 Monate: Lassen Sie sich diese Liste vor der Unterschrift geben.
Ein Kitten kann die Wartezeit dagegen vollständig vermeiden, wenn es mit höchstens 120 Tagen versichert wird und innerhalb von zehn Tagen ein tierärztliches Gesundheitszeugnis vorliegt.
Fazit: Welche Versicherung passt zur Heiligen Birma?
Solange Ihre Birma jung ist, haben Sie die volle Auswahl, und dann ist Dalma für uns die beste Kombination, mit dem frei wählbaren Erstattungssatz und der unbegrenzten Jahreshöchstleistung für eine Rasse, deren Hauptrisiko monatliche Rechnungen produziert. Ist die Katze älter als sieben, fällt Santévet aus, und die Frage lautet nur noch, wer sie noch aufnimmt.
Sparen Sie dabei nicht am falschen Ende: Eine reine OP-Versicherung für Katzen hilft bei einer Nierenerkrankung nicht, weil dabei keine Operation anfällt. Sie deckt Unfälle und Eingriffe ab, und damit gerade nicht die Dauertherapie, die diese Rasse teuer macht.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Wie eine chronische Nierenerkrankung behandelt wird und in welchen Abständen kontrolliert werden muss, legt Ihre Tierärztin anhand von Stadium und Blutwerten fest.
Häufig gestellte Fragen zur Heilige Birma Versicherung
Heilige Birma Versicherung: Was kostet sie im Monat?
Die Einstiegsbeiträge bei Dalma lauten 7,99 Euro im Monat für den reinen OP-Schutz und 15,99 Euro für den Vollschutz. Ihr tatsächlicher Beitrag hängt vom Alter der Katze bei Vertragsbeginn, vom gewählten Erstattungssatz, von der Jahreshöchstleistung und von der Selbstbeteiligung ab. Ein Tarif mit 100 Prozent Erstattung kostet mehr, holt den Unterschied bei einer Dauertherapie aber in wenigen Monaten wieder herein.
Bis zu welchem Alter kann ich eine Heilige Birma versichern?
Santévet nimmt Katzen bis sieben Jahre auf, Dalma bis neun Jahre, Lassie nennt für die Aufnahme kein Höchstalter. Die Anbieter unterscheiden sich hier also deutlich, und wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Aufnahme und Fortführung. Ein Vertrag, der rechtzeitig geschlossen wurde, läuft danach weiter, bei Santévet ausdrücklich lebenslang.
Welche Erbkrankheiten hat die Heilige Birma?
Dokumentiert sind drei Erbkrankheiten: die Mukopolysaccharidose Typ VI, die polyzystische Nierenerkrankung und die hypertrophe Kardiomyopathie. Für die ersten beiden gibt es einen Gentest, die Herzuntersuchung läuft über den Ultraschall. Fragen Sie beim Züchter nach den Befunden der Elterntiere statt nach einer allgemeinen Gesundheitsbescheinigung.
Zahlt die Versicherung eine chronische Nierenerkrankung?
Ja, sofern die Erkrankung nach Vertragsbeginn und nach Ablauf der Wartezeit erstmals auftritt. Bei 200 bis 500 Euro Behandlungskosten im Monat entscheiden dann zwei Zahlen im Tarif über Ihren Eigenanteil: der Erstattungssatz und die Jahreshöchstleistung. Welche Tarife dafür in Frage kommen, zeigt unser Vergleich der Katzenkrankenversicherung.
Wie alt wird eine Heilige Birma?
Verbreitet genannt werden 12 bis 20 Jahre, was diese Rasse zu einer der langlebigeren macht. Für die Versicherung ist das ein zweischneidiger Punkt: Je länger eine Katze lebt, desto wahrscheinlicher wird eine chronische Alterserkrankung, und desto länger zahlt der Tarif dafür auch.
