Das Wichtigste in Kürze
- FIP bei der Katze gilt nicht mehr als unheilbar: Bei früh begonnener antiviraler Behandlung genesen über 85 Prozent der Tiere.
- Die Behandlung dauert mindestens 84 Tage, und was sie insgesamt kostet, veröffentlicht in Deutschland niemand verbindlich.
- Wie viel davon bei Ihnen hängen bleibt, entscheidet die Jahreshöchstgrenze im Vertrag: Sie reicht von 500 Euro im ersten Jahr bis unbegrenzt.
- Wählen Sie diese Grenze hoch, solange Ihre Katze gesund ist. Später lässt sie sich für eine laufende Erkrankung nicht mehr nachbessern.
Was ist FIP bei der Katze?
FIP, die Feline Infektiöse Peritonitis, entsteht, wenn ein weit verbreitetes felines Coronavirus (FCoV) im Körper einer einzelnen Katze mutiert und eine schwere Entzündungsreaktion auslöst. Das Ausgangsvirus ist Alltag: Rund 32 Prozent aller Katzen tragen FCoV in sich, und bei in der Regel weniger als 10 Prozent der infizierten Tiere entwickelt sich daraus FIP, wie die Leitlinie der ABCD festhält. Eine eigene deutsche Erkrankungsstatistik existiert nicht.
Weitergegeben wird zwischen Katzen also das Coronavirus; die Mutation passiert im einzelnen Tier. Ein positiver Coronavirus-Nachweis allein bedeutet deshalb noch keine FIP, und dieser Unterschied prägt die gesamte Diagnostik.

Viele Texte über FIP stammen noch aus der Zeit vor den antiviralen Wirkstoffen und nennen die Krankheit unheilbar. Das stimmt nicht mehr, und wenn Sie die Diagnose gerade bekommen haben, ist das der Satz, der zählt. Der zweite ist unangenehmer: Die Therapie läuft mindestens 84 Tage, einen veröffentlichten Gesamtpreis dafür gibt es in Deutschland nicht, und ob Ihre Versicherung die Rechnung trägt, hängt an einer einzigen Zahl im Tarif.
Welche Symptome zeigt eine Katze mit FIP?
Die ersten Anzeichen sind unspezifisch: wiederkehrendes Fieber, das auf Antibiotika nicht anspricht, Fressunlust, Gewichtsverlust und Mattigkeit. Sie passen auf viele Katzenkrankheiten, und deshalb vergeht zwischen den ersten Symptomen und der Diagnose oft Zeit.
| Form | Woran Sie sie erkennen |
|---|---|
| Feuchte Form | Flüssigkeit sammelt sich im Bauch: Er wird runder und praller, während die Katze sonst abmagert. Sitzt die Flüssigkeit im Brustkorb, atmet sie flach und schnell. |
| Trockene Form | Kein freies Bauchwasser. Die Anzeichen richten sich nach den betroffenen Organen, etwa Augenveränderungen, Gelbsucht oder neurologische Ausfälle wie Wackeln und Krampfanfälle. |
Die ABCD beschreibt beide Formen als fließend, Mischbilder eingeschlossen. Der dicke Bauch bei gleichzeitig hervortretenden Rippen ist das bekannteste Bild, er ist aber keine Bedingung: Die trockene Form kommt ohne ihn aus.
Fällt Ihnen die Atmung auf, filmen Sie sie zu Hause kurz mit dem Handy. In der Praxis ist die Katze angespannt und atmet anders als auf dem Sofa, und dieser Unterschied ist für die Untersuchung relevant.
Wie stellt die Tierarztpraxis FIP fest?
FIP lässt sich nicht mit einer einzelnen Blutuntersuchung beweisen. Liegt ein Erguss vor, ist die Flüssigkeit der schnellste Weg: Sie wird punktiert und im Labor zytologisch, biochemisch und auf FCoV untersucht. Beweisend bleibt die Gewebeuntersuchung mit Nachweis von FCoV-Antigen. Ein Antikörpertest aus dem Blut zeigt dagegen nur, dass Ihre Katze Kontakt zum Coronavirus hatte, und das trifft auf rund ein Drittel aller Katzen zu.
Lassen Sie sich den Befund schriftlich geben, mit Untersuchungsmethode, Ergebnis und eingeschätzter Form. Diesen Bericht brauchen Sie für die Versicherung, und bei einer Zweitmeinung erspart er Ihnen die Wiederholung teurer Untersuchungen.
Wie wird FIP heute behandelt?
Behandelt wird FIP mit einem antiviralen Wirkstoff über einen langen, festen Zeitraum. Die Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover nennt eine Therapiedauer von mindestens 84 Tagen und eine Erfolgsquote von 80 bis 90 Prozent, wenn früh begonnen wird. Der Wirkstoff heißt GS-441524.
Zum Bezug gilt die Auskunft derselben Hochschulklinik: Deutsche Tierkliniken unterstützen Halter beim legalen Bezug des Wirkstoffs über eine internationale Apotheke. Diesen Weg organisiert die behandelnde Praxis, nicht Sie. Kaufen Sie den Wirkstoff nicht auf eigene Faust bei Online-Anbietern: Dosierung, Reinheit und die Blutkontrollen während der 84 Tage gehören in die Hand der Praxis, die Ihre Katze behandelt.

Die ABCD beziffert die Genesungsrate unter antiviraler Therapie samt unterstützender Behandlung auf über 85 Prozent. Eine Garantie ist damit nicht verbunden: Wie gut Ihre Katze anspricht, hängt auch davon ab, wie weit die Erkrankung beim Therapiestart fortgeschritten ist. Planen Sie zudem Kontrolltermine über die gesamte Therapiedauer ein.
Was kostet eine FIP-Behandlung?
Einen veröffentlichten Gesamtpreis für eine FIP-Therapie gibt es in Deutschland nicht. Wie hoch Ihre Rechnung ausfällt, hängt vom Gewicht Ihrer Katze ab, von der Form der Erkrankung und davon, wie lange über die 84 Tage hinaus behandelt werden muss. Vorrechnen kann Ihnen den Betrag vorher niemand seriös.
Dazu kommt alles um die Therapie herum: die Erstdiagnostik mit Punktion und Labor sowie die Blutkontrollen während der Behandlung. Schon eine allgemeine Untersuchung mit Beratung kostet nach der Gebührenordnung für Tierärzte zwischen 23,62 Euro beim einfachen und 70,86 Euro beim dreifachen Satz (Merkblatt der Bundestierärztekammer), und über 84 Tage stehen solche Termine mehrfach an, bevor der Wirkstoff überhaupt auf der Rechnung steht. Welcher GOT-Satz angesetzt wurde, sehen Sie erst dort.
Bitten Sie die Praxis vor dem Start um einen Kostenvoranschlag für die ersten Wochen. Er deckt nicht die ganze Therapie ab, zeigt Ihnen aber die Größenordnung, bevor Sie sie annehmen müssen.
Planbar ist an dieser Seite der Rechnung wenig. Die andere Seite legen Sie dagegen selbst fest: Wie viel Ihre Versicherung in einem Jahr überhaupt auszahlt, steht als Jahreshöchstgrenze im Tarif, und die reicht von 1.000 Euro bis unbegrenzt.
Katzenversicherungen mit hoher Jahresgrenze: drei Empfehlungen
Die folgenden drei Tarife haben wir danach ausgewählt, wie viel sie in einem einzigen Krankheitsjahr maximal auszahlen. Jeder Anbieter löst das anders: Bei Dalma legen Sie die Grenze selbst fest, Cleos staffelt sie über drei Tarife, Lassie koppelt sie an Tarif und Vertragsdauer. Abschließen können Sie das nur, solange die Katze gesund ist, und im Mehrkatzenhaushalt gilt das für jede einzelne. Wenn Sie heute entscheiden und nicht vergleichen wollen, nehmen Sie den ersten.
Dalma: Die Jahresgrenze bestimmen Sie selbst
Bei Dalma legen Sie die Jahreshöchstgrenze beim Abschluss selbst fest, von 3.000 Euro bis unbegrenzt, dazu eine Erstattungsquote zwischen 60 und 100 Prozent. Für eine Erkrankung, deren Rechnung sich vorher niemand ausrechnen kann, ist das die passende Konstruktion: Sie entscheiden die Frage am ruhigen Tag des Abschlusses statt mitten im Krankheitsjahr. Der Voll-Schutz beginnt bei 15,99 Euro im Monat. Die reine OP-Versicherung ab 7,99 Euro nützt hier nichts, denn bei FIP wird nicht operiert.
Cleos: 10.000 Euro Jahresgrenze ab dem mittleren Tarif
Cleos schreibt die Grenze fest ins Tarifmodell: Basis zahlt bis 3.000 Euro im Jahr, Rundum bis 10.000 Euro, Rundum Plus unbegrenzt. Basis kostet 25,34 Euro im Monat, Rundum 27,29 Euro. Der Aufpreis zwischen den beiden ist klein, der Abstand zwischen den Jahresgrenzen ist es nicht: 1,95 Euro mehr im Monat, 23,40 Euro im Jahr, dafür 7.000 Euro mehr Jahresgrenze. Basis halten wir bei dieser Krankheit deshalb für die schwächere Wahl. Wer beim Einstiegstarif bleibt, sollte das bewusst tun.
Lassie: unbegrenzt ab dem passenden Tarif
Bei Lassie hängt die Jahresleistung am Tarif: Mini deckelt sie auf 1.000 Euro pro Jahr, Midi zahlt ab dem dritten Vertragsjahr unbegrenzt, Maxi von Beginn an. Mini ist mit 10,67 Euro im Monat der günstigste Einstieg dieser Auswahl und zugleich der einzige Tarif hier mit einer festen Obergrenze, die Sie in einem Behandlungsjahr im Blick behalten müssen. Maxi kostet 21,81 Euro im Monat und nimmt Ihnen diese Rechnerei ab. Der Abstand zu Mini sind 11,14 Euro im Monat, 133,68 Euro im Jahr, und dafür fällt die 1.000-Euro-Decke ganz weg.
Zahlt die Katzenversicherung eine FIP-Behandlung?
Die Behandlung einer FIP-Erkrankung fällt in den Kernbereich einer Katzenkrankenversicherung, denn sie ist Heilbehandlung und keine Vorsorge. Entscheidend ist deshalb nicht das Ob, sondern die Höhe: Wie viel der Tarif in einem Kalenderjahr maximal erstattet, steht als Jahreshöchstgrenze in den Bedingungen, und eine Therapie über mindestens 84 Tage plus Diagnostik und Kontrollen läuft gegen genau diese Grenze.
| Jahresgrenze im Tarif | Was das im FIP-Fall bedeutet |
|---|---|
| 1.000 Euro pro Jahr | Eine feste Decke, die Sie bei einer langen Therapie mitrechnen müssen. Alles darüber zahlen Sie selbst. |
| 3.000 bis 10.000 Euro pro Jahr | Deutlich mehr Luft. Läuft die Behandlung über den Jahreswechsel, steht das Budget im neuen Jahr wieder zur Verfügung. |
| 500 bis 1.500 Euro im ersten Vertragsjahr, danach unbegrenzt | Diesen Aufbau nutzen DA Direkt und Petolo. Günstig im Beitrag, schwach genau dann, wenn der Vertrag neu ist. |
| unbegrenzt | Die Frage stellt sich nicht mehr. Das ist der Grund, diesen Aufpreis zu zahlen. |
Neben der Grenze zählt die Erstattungsquote. Liegt sie bei 80 Prozent, tragen Sie von jeder einzelnen Rechnung ein Fünftel selbst, auch wenn die Jahresgrenze nie in Sichtweite kommt. Bei einer Therapie über Monate ist das der zweite Posten, der sich leise aufsummiert.
Der Zeitpunkt des Abschlusses entscheidet mit. Heilbehandlungen greifen bei vielen Tarifen erst nach einer Wartezeit von 30 Tagen, und nur wenige Anbieter versichern ab dem ersten Tag.
Haben Sie bereits eine Police, melden Sie den Fall vor dem Therapiestart und bitten Sie schriftlich um eine Deckungszusage für die geplante Dauer. Das ist der Unterschied zwischen einer Zusage, auf die Sie sich stützen können, und einer telefonischen Auskunft, die Ihnen in drei Monaten niemand bestätigt. Sind Sie nicht versichert, sprechen Sie die Praxis offen auf Ratenzahlung an, bevor die Behandlung beginnt.
Was Sie nach der Diagnose zuerst tun sollten
- Lassen Sie sich den Befundbericht aushändigen, mit Untersuchungsmethode, Ergebnis und Form der Erkrankung.
- Melden Sie den Fall Ihrer Versicherung, bevor die Therapie startet, und bitten Sie um eine schriftliche Deckungszusage.
- Schlagen Sie im eigenen Vertrag Jahreshöchstgrenze und Erstattungsquote nach. Beide Zahlen bestimmen Ihren Eigenanteil stärker als der Monatsbeitrag.
- Führen Sie ein kurzes Therapietagebuch mit Gewicht, Fresslust und Temperatur. Über 84 Tage ist der Verlauf aussagekräftiger als der Eindruck an einem einzelnen Tag.
- Legen Sie die Kontrolltermine gleich zu Beginn fest, statt sie einzeln zu vereinbaren.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Ob bei Ihrer Katze FIP vorliegt, welche Form, welche Therapie infrage kommt, wie lange sie läuft und auf welchem Weg der Wirkstoff bezogen wird, entscheidet ausschließlich die behandelnde Tierarztpraxis.
Häufige Fragen zu FIP bei der Katze
Ist FIP bei Katzen heilbar?
FIP ist behandelbar, und die ABCD gibt die Genesungsrate unter antiviraler Therapie mit über 85 Prozent an. Die Klinik für Kleintiere der TiHo Hannover nennt 80 bis 90 Prozent Erfolg bei frühem Therapiebeginn über mindestens 84 Tage. Unbehandelt bleibt FIP eine tödliche Erkrankung, weshalb der Zeitpunkt der Diagnose so viel Gewicht hat. Eine Behandlung kann über die 84 Tage hinaus verlängert werden; wie es um Ihre Katze und ihre Lebenserwartung danach steht, beurteilt die behandelnde Praxis zum Ende der Therapie.
Ist FIP für andere Katzen ansteckend?
Übertragen wird zwischen Katzen das feline Coronavirus (FCoV), aus dem FIP erst im Körper des einzelnen Tieres entsteht. Rund 32 Prozent aller Katzen tragen dieses Virus, und nur bei in der Regel weniger als 10 Prozent der infizierten Tiere kommt es zur Mutation und damit zu FIP. Eine erkrankte Katze steckt ihre Mitbewohner also nicht mit FIP an. Leben mehrere Katzen im Haushalt, besprechen Sie Hygiene und Beobachtung trotzdem mit der Praxis.
Ist FIP auf Menschen oder Hunde übertragbar?
FIP ist eine Erkrankung der Katze, ausgelöst durch ein felines Coronavirus. Lebt in Ihrem Haushalt ein Kleinkind, ein Hund oder ein Mensch mit geschwächtem Immunsystem, stellen Sie die Frage zusätzlich in der Praxis, die den Befund Ihrer Katze kennt.
Ist die FIP-Behandlung in Deutschland legal?
Deutsche Tierkliniken unterstützen Halter beim legalen Bezug des Wirkstoffs über eine internationale Apotheke, so beschreibt es die Klinik für Kleintiere der TiHo Hannover. Der tiermedizinische Fachdienst Thieme Tiermedizin berichtete Ende 2024 über eine neue legale Möglichkeit für die FIP-Therapie in Deutschland. Welcher Weg für Ihre Katze gilt, klärt die behandelnde Praxis; organisieren müssen Sie den Bezug nicht selbst.
Zahlt eine Katzenversicherung, wenn FIP bereits diagnostiziert ist?
Nein. Eine bereits gestellte Diagnose gilt am Markt durchgehend als Vorerkrankung und ist vom Schutz eines neu abgeschlossenen Vertrags ausgenommen. Sinnvoll ist der Abschluss deshalb nur vorher, und dann mit Blick auf die Jahreshöchstgrenze statt auf den niedrigsten Beitrag. Welche Tarife wie hoch decken, welche Wartezeiten gelten und was ein Vollschutz kostet, steht in unserem Überblick zur Katzenkrankenversicherung.
Wann ist der Punkt gekommen, eine Katze mit FIP einschläfern zu lassen?
Diese Entscheidung trifft die behandelnde Praxis gemeinsam mit Ihnen, anhand des Zustands Ihrer Katze und nicht anhand der Diagnose. Das ist die eigentliche Veränderung der letzten Jahre: Früher folgte auf den Befund fast zwangsläufig die Frage nach dem Einschläfern, heute steht zuerst die Frage nach dem Therapiestart. Bitten Sie um eine feste Neubewertung nach den ersten Behandlungswochen, damit die Entscheidung an einem Verlauf hängt und nicht an einem schlechten Tag.
