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Europäisch Kurzhaar: Wie gesund die Rasse ist und wogegen Sie sie versichern sollten

ERGO nennt die Europäisch Kurzhaar selbst als Beispiel für einen günstigen Beitrag, verglichen mit der Maine Coon. Unfälle und Harnwegsprobleme kosten trotzdem, und wir zeigen, welcher Tarif dafür zahlt.

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Laura Schneider Geschrieben von Laura Schneider

Dass die Rasse den Beitrag beeinflusst, muss man Versicherern nicht unterstellen: Sie schreiben es selbst hin. ERGO führt auf seiner Ratgeberseite zur Katzenversicherung die Rasse als Preisfaktor und nennt als Beispiel „für Maine-Coon teurer als für Europäisch Kurzhaar“. Diese Rasse ist damit das Tier, an dem ein Versicherer den günstigen Beitrag festmacht.

Ein Freibrief für die Gesundheit ist das nicht: Für einen Harnwegsverschluss mit Operation und Klinikaufenthalt zahlen Sie bei einer Europäisch Kurzhaar 1.000 bis über 1.500 Euro. Für genau diesen Fall liegt unter den drei Tarifen hier für uns Dalma vorn.

Das Wichtigste in Kürze

  • An der Europäisch Kurzhaar machen Versicherer den günstigen Beitrag fest: ERGO nennt sie als Beispiel gegenüber der teureren Maine Coon.
  • Erbliche Erkrankungen treten bei dieser Rasse seltener auf, möglich sind aber eine Herzmuskelerkrankung und, sehr selten, Zystennieren.
  • Teuer wird es durch Unfälle und Harnwegsprobleme: mit Operation kostet ein Harnwegsverschluss 1.000 bis über 1.500 Euro.
  • Weil auch eine robuste Hauskatze eine Herzmuskelerkrankung entwickeln kann, entscheidet der Zeitpunkt des Abschlusses über den Schutz.
  • Unsere Empfehlung ist Dalma: OP-Schutz ab 7,99 Euro im Monat, Vollschutz ab 15,99 Euro, Erstattungssatz frei wählbar.
Unsere Versicherungsempfehlung für Ihre Europäisch Kurzhaar
Bei Dalma beginnt der OP-Schutz bei 7,99 Euro im Monat, während ein Harnwegsverschluss mit Operation 1.000 bis über 1.500 Euro kostet.

Wie gesund ist die Europäisch Kurzhaar wirklich?

Die Europäisch Kurzhaar gilt als extrem robuste Katzenrasse, bei der erbliche Erkrankungen wegen der natürlichen Entstehung seltener auftreten.

Anerkannt ist sie als eigene Rasse erst seit 1982, ihre Urahnen sind ganz gewöhnliche Haus- und Dorfkatzen, und ein Zuchtprogramm mit Pflichtuntersuchungen gehört nicht zum Standard. Die Lebenserwartung liegt bei 15 bis 20 Jahren.

Seltener heißt allerdings nicht gar nicht. Möglich sind vor allem die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), eine Verdickung des Herzmuskels, und sehr selten polyzystische Nierenerkrankungen. Für die Versicherung ist das der entscheidende Punkt: Auch die unkomplizierte Hauskatze kann eine Herzerkrankung bekommen, für die rückwirkend kein Tarif zahlt. Beide Erkrankungen erklären wir in unserer Übersicht der häufigsten Katzenkrankheiten.

Drei andere Risiken schreiben bei dieser Rasse die Rechnungen, und keines davon ist erblich.

Erstes Risiko: der Sturz aus dem Fenster

Unfälle stehen an erster Stelle, und der häufigste ist der Sturz aus dem Fenster. Die Verteilung ist eindeutig:

  • 77 Prozent dieser Stürze passieren zwischen April und September, wenn Fenster und Balkontüren offen stehen
  • 62 Prozent passieren nachts
  • 87 bis 92 Prozent der Katzen überleben, viele davon mit schweren Brustkorbverletzungen wie einer Lungenquetschung oder einem Pneumothorax

Sichern Sie zuerst die gekippten Fenster, nicht die weit offenen, und ordnen Sie den Fall richtig zu: Ein Sturz ist ein Schadensfall für den OP-Schutz, nicht für den Vollschutz.

Zweites Risiko: die unteren Harnwege

Erkrankungen der unteren Harnwege treffen überwiegend kastrierte Kater, das höchste Risiko tragen Tiere zwischen zwei und sechs Jahren. Der lebensbedrohliche Verschluss trifft fast nur Kater, weil ihre Harnröhre enger ist. Um 22 Uhr sieht das so aus: Der Kater presst auf dem Klo, maunzt dabei und setzt keinen Urin ab. Das ist eine Frage von Stunden, nicht von Tagen.

Drittes Risiko: Nieren und Gelenke im Alter

Eine chronische Nierenerkrankung betrifft zu einem gegebenen Zeitpunkt 1 bis 3 Prozent aller Katzen, im Laufe des Lebens schätzungsweise ein Drittel. In einer Auswertung waren sogar Rassekatzen häufiger betroffen als Hauskatzen: Die gewöhnliche Hauskatze ist hier nicht das Risikotier, und der frühe Abschluss lohnt sich für sie trotzdem. Dazu kommt die Arthrose der alten Katze, und beide kosten keine Operation, sondern Medikamente, Kontrollen und Spezialfutter über Jahre.

Harnwegsverschluss beim Kater: die Rechnung im Detail

Der Harnwegsverschluss ist der Notfall, der bei dieser Rasse am wahrscheinlichsten Geld kostet:

  • Unkomplizierter Verlauf ohne Operation: 300 bis 700 Euro
  • Mit Operation und Klinikaufenthalt: 1.000 bis über 1.500 Euro
  • Penisamputation bei schweren, wiederkehrenden Fällen: 600 bis über 1.200 Euro
  • Wiederkehrende Fälle, laufende Behandlung: 40 bis 100 Euro im Monat

Ein Verschluss meldet sich selten zu Bürozeiten, und im Notdienst kommt nach der Gebührenordnung für Tierärzte ein Zuschlag von 59,50 Euro brutto auf die Rechnung. Ein Rassezuschlag fällt dagegen nicht an, denn abgerechnet wird nach Gebührenordnung, nicht nach Abstammung. Die übrigen Positionen finden Sie in unserer Tabelle der Tierarztkosten für Katzen.

Versicherung für die Europäisch Kurzhaar: die drei Einstiegsbeiträge

Alle drei Anbieter hier veröffentlichen einen Einstiegsbeitrag. Die eigentliche Frage bei dieser Rasse ist aber nicht, ob Sie ein Rassezuschlag trifft, sondern ob Ihr Versicherer überhaupt nach Rasse rechnet: ERGO tut es und nennt diese Katze als das günstige Beispiel, Agila sagt ausdrücklich, dass alle Rassen denselben Preis zahlen. Dalma steht trotzdem vorn, weil es die Wartezeiten staffelt statt pauschal zu rechnen. Panda hat den niedrigsten Einstiegspreis.

Dalma: Basisbeitrag ab 7,99 Euro und kein Limit im OP-Teil

Beim reinen OP-Schutz zahlen Sie ab 7,99 Euro im Monat, beim Vollschutz ab 15,99 Euro. Das ist der Beitrag, an dem sich die beiden anderen messen lassen. Die Erstattung reicht von 60 Prozent bis zur vollen Rechnung, die Jahreshöchstleistung von 500 Euro bis unbegrenzt, und im OP-Teil gilt kein Jahreslimit.

Im Notfall zählt dann die Staffelung der Wartezeiten:

  • Unfallfolgen: 2 Tage
  • Operationen: 14 Tage
  • Heilbehandlungen: 30 Tage
  • rassespezifische Erkrankungen: 12 Monate

Die längste dieser Fristen trifft bei dieser Rasse wenig: Ein Fenstersturz oder ein Harnwegsverschluss ist kein rassespezifisches Leiden, und die Tarifunterlagen nennen als Beispiel die Hüft- und Ellbogengelenksdysplasie. Aufgenommen wird Ihre Europäisch Kurzhaar zwischen zwei Monaten und neun Jahren.

Dalma: Erstattung und Jahreslimit selbst festlegen
OP-Schutz ab 7,99 Euro und Vollschutz ab 15,99 Euro im Monat, im OP-Teil ohne Jahresgrenze.

Zwei Alternativen mit eigenem Preisargument

Agila und Panda sind beim Einstiegspreis stärker als unsere Empfehlung, und in einem Fall auch bei der Rassefrage selbst.

Agila: alle Rassen zum gleichen Preis

Agila nennt für den OP-Kostenschutz 7,43 Euro im Monat und für den Tierkrankenschutz 14,10 Euro. Auf dem Thema dieser Seite ist Agila damit der klarere Anbieter als unsere Empfehlung: Alle Rassen zahlen denselben Preis, eine Beitragsvariation nach Rasse ist hier nicht zu finden.

Drei Bedingungen gehören dazu:

  • Wartezeit: ein Monat, Unfallfolgen werden bereits davor erstattet
  • Selbstbeteiligung: im Flex-Tarif selbst einstellbar
  • Vorerkrankungen: nach einer Prüfung möglich, die Folgebehandlung dazu bleibt ausgeschlossen
Agila: OP-Kostenschutz und Tierkrankenschutz
OP-Kostenschutz ab 7,43 Euro und Tierkrankenschutz ab 14,10 Euro im Monat, für alle Rassen zum gleichen Preis.

Panda: der niedrigste Einstiegspreis im Vergleich

Panda beginnt beim OP-Schutz bei 2,20 Euro im Monat und beim Krankenvollschutz bei 24,28 Euro, je nach Stufe mit bis zu 100 Prozent Kostenersatz.

Ein OP-Schutz für gut zwei Euro und ein Vollschutz für 24,28 Euro leisten nicht dasselbe, deshalb würden wir vor der Unterschrift vier Dinge abfragen:

  • die Wartezeit
  • die Selbstbeteiligung
  • das Höchstalter bei der Aufnahme
  • die Jahresleistung

Mit diesen vier Antworten sehen Sie, was der niedrige Beitrag bedeutet.

Panda: Einstieg beim OP-Schutz ab 2,20 Euro
OP-Schutz ab 2,20 Euro und Krankenvollschutz ab 24,28 Euro im Monat, je nach Stufe bis zu 100 Prozent Kostenersatz.

Welche Rolle spielt die Rasse beim Beitrag?

Bei manchen Anbietern geht die Rasse in den Beitrag ein, bei anderen gar nicht, und beides ist belegt. Drei große Anbieter nennen die Rasse auf ihrer eigenen Seite als Preisfaktor:

  • ERGO: führt die Rasse in der Aufzählung der Beitragsfaktoren
  • HanseMerkur: setzt „Rasse und Alter bei Vertragsbeginn“ an die erste Stelle und schließt dabei keine Katzenrasse aus
  • Petolo: schreibt, dass Alter und Rasse für den Beitrag eine Rolle spielen

Bei anderen spielt sie keine Rolle: Agila wirbt mit dem gleichen Preis für alle Rassen, und DA Direkt deckt Fehlentwicklungen ausdrücklich gleich ab, egal ob bei reinen Rassen oder Mischlingen.

Ein Vergleichsportal beziffert die Spanne für zwei- bis vierjährige Katzen nach eigener Methodik so:

RasseEuro pro Monat
Europäisch Kurzhaar18 bis 30
Britisch Kurzhaar22 bis 40
Ragdoll22 bis 40
Maine Coon25 bis 45
Bengal25 bis 45
Perser28 bis 50

Bevor Sie daraus eine Regel machen, ein Gegenbeispiel von einem Anbieter selbst: Bei Santévet kostet die Beispielrechnung für eine sechsjährige Maine Coon im Tarif Light 32,97 Euro, die für eine einjährige Europäisch Kurzhaar im Tarif Comfort dagegen 35,57 Euro. Tarifstufe und Alter schlagen die Rasse hier deutlich.

Was sich zwischen den Rassen real unterscheidet, ist das Schadensrisiko: Ein Halter mit einer Rasse, in der eine Herzmuskelerkrankung gehäuft auftritt, reicht statistisch häufiger eine Rechnung dafür ein. Auf dem Beitragsbescheid taucht dieser Unterschied bei vielen Anbietern gar nicht auf.

Wann lohnt sich eine Versicherung für eine Hauskatze?

Eine Versicherung lohnt sich für eine Hauskatze vor allem wegen der Notfälle der ersten Jahre, nicht wegen der Summe über ein ganzes Katzenleben. Bei einer Rasse ohne Cluster von Erbkrankheiten ist die Frage berechtigt, ob eine monatliche Prämie oder eine eigene Rücklage sinnvoller ist. Unsere Antwort: Eine Rücklage trägt Sie erst, wenn sie den Betrag der Rechnung erreicht hat, und ein Kater mit Harnwegsverschluss hält sich nicht an diesen Zeitplan.

Der zweite Grund ist die Herzerkrankung, die auch dieser robusten Rasse offensteht. Der Stichtag ist dabei der Eintrag in der Patientenakte: Steht der Herzbefund dort, bevor der Vertrag läuft oder solange die Wartezeit noch läuft, zahlt kein Tarif dafür, und für die Folgebehandlungen auch nicht.

Selbst eine Katze, die beim Antrag beschwerdefrei ist, bekommt diese Diagnose danach nicht mehr versichert. Damit gilt das Argument für einen frühen Abschluss bei der Hauskatze genauso wie bei jeder Rassekatze, obwohl ihr Risikoprofil harmloser aussieht. Wie die Anbieter mit älteren Tieren umgehen, lesen Sie in unserem Ratgeber zur Katzenversicherung für ältere Katzen.

OP-Schutz oder Vollschutz: welche Stufe wir wählen würden

Bei dieser Rasse würden wir den Vollschutz wählen, weil sie 15 bis 20 Jahre alt wird und die teuren Jahre am Ende liegen. Der reine OP-Schutz deckt den Notfall, der Ihr Konto sprengt, aber nicht die Dauertherapie, die eine Katze mit 14 Jahren braucht.

Drei Dinge prüfen wir vor jeder Unterschrift:

  • den Erstattungssatz
  • die Jahreshöchstleistung in den ersten Vertragsjahren
  • die Frage, ob ein Notdienstzuschlag mit erstattet wird

Diese drei Punkte entscheiden bei einem 1.500-Euro-Notfall über Ihren Eigenanteil, der Beitrag entscheidet über ein paar Euro im Monat.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Einen Harnwegsverschluss muss Ihre Tierärztin sofort beurteilen, und ob dabei ein Katheter genügt oder operiert werden muss, entscheidet sie am Tier.

Häufig gestellte Fragen zur Europäisch Kurzhaar Versicherung

Europäisch Kurzhaar Versicherung: Was kostet sie im Monat?

Ein Vergleichsportal nennt für eine zwei bis vier Jahre alte Katze dieser Rasse 18 bis 30 Euro im Monat. Die Anbieter auf dieser Seite veröffentlichen Einstiegsbeiträge zwischen 2,20 Euro für den reinen OP-Schutz und 24,28 Euro für einen Vollschutz. Wo Sie darin landen, hängt am Erstattungssatz, an der Jahreshöchstleistung und am Alter Ihrer Katze bei Vertragsbeginn.

Was unterscheidet die Europäisch Kurzhaar von einer normalen Hauskatze?

Formal unterscheidet sie die Anerkennung als eigene Rasse im Jahr 1982, praktisch wenig: Ihre Urahnen sind ganz gewöhnliche Haus- und Dorfkatzen, und ein Zuchtprogramm mit Pflichtuntersuchungen gehört nicht zum Standard. Für die Versicherung ist der Unterschied nur dann relevant, wenn ein Anbieter nach Rasse kalkuliert. Beim Risiko und bei der Lebenserwartung von 15 bis 20 Jahren macht er keinen.

Zahlt man für eine Hauskatze weniger als für eine Rassekatze?

Bei manchen Anbietern ja, bei anderen gibt es keinen Unterschied. Praktisch prüfen lässt sich das nur mit zwei Angeboten: eines bei einem Anbieter, der die Rasse als Beitragsfaktor nennt, eines bei einem Anbieter mit einheitlichem Preis. Vergleichen Sie dabei dieselbe Tarifstufe, denn Stufe und Alter verschieben den Beitrag stärker als die Rasse.

Was kostet ein Harnwegsverschluss beim Kater?

Ohne Operation liegen Sie bei 300 bis 700 Euro, mit Operation und Klinikaufenthalt bei 1.000 bis über 1.500 Euro. Wiederkehrende Fälle kosten laufend 40 bis 100 Euro im Monat, und bei schwerem, wiederholtem Verlauf kommt eine Penisamputation für 600 bis über 1.200 Euro in Frage. Welche Tarife solche Eingriffe übernehmen, zeigt unser Vergleich der Katzenkrankenversicherung.

Reicht für eine Hauskatze eine OP-Versicherung?

Für den Notfall ja: Eine OP-Versicherung für Katzen trägt den Eingriff, der Ihr Budget wirklich sprengt, und kostet einen Bruchteil des Vollschutzes. Sie trägt nicht die Impfung, die Zahnbehandlung und die Dauertherapie im Alter. Wenn Sie nur eine der beiden Stufen abschließen wollen, entscheidet also, ob Sie den 1.500-Euro-Fall abdecken oder auch die Rechnungen der letzten Lebensjahre.