NRW räumt aufRazzien gegen Schrottimmobilien und Sozialbetrug in zwölf NRW-Städten
In NRW gab es am Mittwoch (04.03.) Großrazzien in sogenannten Schrottimmobilien. In überfüllten, maroden Häusern sollen Bürgergeldempfänger von ihren Vermietern abgezockt werden. Bei der Aktion in Dortmund waren NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach und NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann (beide CDU) dabei.
2.800 Euro warm für Wohnung in der Dortmunder Nordstadt
Vor drei Jahren ist Filip Zhivkov mit seiner Familie nach Deutschland gekommen. Sie wollten ein besseres Leben. Plötzlich stand die Polizei in seiner Wohnung in der Dortmunder Nordstadt. Sie war Teil der Razzien. Der Bulgare hat einen Minijob an einer Tankstelle und stockt mit Sozialleistungen auf. Für seine 140 Quadratmeter große Wohnung zahlt das Jobcenter 2.800 Euro Miete. Der Zustand ist miserabel: Aus den Wänden ragen Kabel, die Türen und Fenster sind kaputt.
Mieter sind Opfer
Menschen wie Filip Zhivkov sind Opfer von Sozialbetrügern, so NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU). Die Hintermänner verdienen gut. Sie kassieren Wuchermieten, die das Amt von unseren Steuergeldern bezahlt. Bei den Razzien soll vor allem klarer werden, wer diese Kriminellen sind. Das sei gar nicht so einfach, denn die Strukturen hinter solchen Schrottimmobilien seien oft undurchsichtig und verworren, erklärte die Ministerin. Die Menschen, die in diesen oft verwahrlosten Wohnungen leben, sind auch Opfer, sagte ihr NRW-Arbeitsminister Laumann. Sie könnten aber in NRW durchaus richtige Arbeit finden - nicht nur Mini-Jobs.
Anzeige:250 Wohnungen und 300 Mitarbeiter
Bei den Razzien wurden insgesamt 250 Wohnungen durchsucht. Beteiligt waren daran mehr als 300 Mitarbeiter unter anderem aus Kommunen und der Polizei. Unter den zwölf Städten waren neben Dortmund auch Duisburg, Wuppertal und Leverkusen. Genaue Ergebnisse werden am Donnerstag (05.03.) bekanntgegeben.

































