Social-Media-Kampagne des NRW-VerfassungsschutzesOnline-Offensive gegen Extremismus - immer mehr junge Menschen radikalisieren sich im Netz

von Vanessa Brodka

Gerade junge Menschen radikalisieren sich oft in kurzer Zeit und meist im Internet. Die Fälle häufen sich, egal ob in Richtung Islamismus, Rechts- oder Linksextremismus. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat dazu Lagebilder vorgestellt und will jetzt zusammen mit dem Verfassungsschutz dagegen vorgehen.

Social-Media-Videos gegen Extremismus? 

Per Click radikalisiert: So geht es zunehmend gerade jungen Menschen im Netz. Rechts- und linksextreme Straftaten schießen in die Höhe. Die islamistische Szene in NRW wächst -das zeigen die Lagebilder von NRW-Innenminister Reul. Deshalb ruft der NRW-Verfassungsschutz die Online Offensive „Auf dem Radar” ins Leben. Videos davon wurde bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf vorgestellt. Nach jedem Film folgen Hilfsangebote, zum Beispiel eine Telefonnummer. So sollen junge Menschen zielgerecht erreicht werden, erklärt Jürgen Kayser (Leiter des NRW-Verfassungsschutzes).

Interview mit NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU)

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Social-Media-Experte nimmt Videos unter die Lupe

Kosten für die Kampagne: Knapp eine Million Euro für 100 Videos, Podcasts und Co. 150.000 Euro stammen aus dem Sicherheitspaket der Landesregierung nach dem Terroranschlag in Solingen 2024. Marketing-Experte Hendrik Unger findet die Idee gut. Er meint aber auch: Für Social Media sollten die Clips nur zehn Sekunden lang sein. Doch die Videos sind anderthalb Minuten lang. Besser wäre gewesen die Produktionskosten zu senken und dafür kürzere und mehr Videos zu veröffentlichen. Außerdem erreichen die Videos keine unter 18-Jährigen, erklärt der Kölner. Dafür seien sie nicht unterhaltsam genug und müssten auch auf TikTok erscheinen. Doch der NRW-Verfassungsschutz warnt vor der Plattform. Das Unternehmen gebe Daten an den chinesischen Staat weiter. Trotzdem werden gerade auf solchen Plattformen dort junge Menschen radikalisiert, so Marcel Hafke von der FDP. Für ihn kommt das Ganze auch zu spät. Die Videos sind seit Dienstag (24.03.) online. Die Kommentar-Funktionen bleiben offen. Auch Influencer könnten noch Teil der Kampagne werden.