Indien in NRWHinduistisches Tempelfest lockt Tausende nach Hamm

von Parviz Khosrawi

Die hinduistische Gemeinde Deutschlands hat ihr mehrtägiges Tempelfest in Hamm gefeiert. Tausende Gläubige aus ganz Europa sind dafür nach Nordrhein-Westfalen gereist. Am Sonntag (26.07.) gab es dann den Höhepunkt – und ganz hohen Besuch.

Farbenprächtige Prozession durch Hamm

Bunte Gewänder, traditionelle Musik und heilige Tänze: Tausende Hindus feiern das höchste Fest ihrer Religion – das Tempelfest. Dabei verwandelt sich Hamm in ein buntes indisches Dorf. Malikarchchuna Alagesan ist die Tochter des Gurukkals, also des obersten Priesters. Für die 28-Jährige ist das zehntägige Tempelfest der Höhepunkt des Jahres. Dabei wird ein Wagen mit dem Schrein der Göttin Kamadchi von den Gläubigen an einem Seil durch die Menge gezogen. Sie segnet den ganzen Ort und die Menschen, die nicht zum Tempel kommen können. Außerdem werden durch sie alle Sünden vergeben.

40.000 Gläubige in NRW

Der Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel in Hamm-Uentrop ist der größte Hindu-Tempel Deutschlands und der zweitgrößte in ganz Europa. Tausende Gläubige sind angereist und feiern gemeinsam. In Deutschland zählt der Hinduismus über 100.000 Anhänger. Davon leben knapp 40.000 in Nordrhein-Westfalen. Beim Tempelfest in Hamm ist auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dabei. Der 70-Jährige wurde im nordrhein-westfälischen Detmold geboren. Auf das religiöse Fest im Ruhrgebiet freuen sich die Besucher schon das ganze Jahr.