Neue Studie zu CybergroomingJeder Fünfte unter 18 wurde im Netz bereits sexuell belästigt
Fast jeder fünfte Minderjährige wurde im Netz schon einmal von Erwachsenen mit sexuellen Absichten kontaktiert. Das zeigt eine aktuelle Befragung der Landesanstalt für Medien NRW. Zwar sind die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, dennoch bleibt Cybergrooming ein großes Problem. Besonders auf Online-Gaming-Plattformen lauern Gefahren.
Was ist Cybergrooming?
Hinter einem vermeintlich harmlosen Profil im Netz kann sich ein Täter verbergen. Der Kontakt beginnt häufig unverfänglich, kann aber schnell in Manipulation, der Forderung nach Nacktbildern oder sogar Erpressung enden. Beim sogenannten Cybergrooming nehmen Erwachsene gezielt Kontakt zu Minderjährigen auf, um sexuelle Handlungen anzubahnen. Über diese Gefahr möchte auch Fredericke Onu aufklären. Mit ihrem Verein „LOBBY für Mädchen e. V.“ bietet sie in Köln Workshops an und sensibilisiert Kinder und Jugendliche für mögliche Gefahren im Netz.
Jeder Fünfte hat bereits Cybergrooming erlebt
Wie verbreitet das Problem ist, zeigt eine aktuelle Studie der Landesanstalt für Medien NRW (LfM). Demnach hat fast jeder fünfte Befragte unter 18 Jahren bereits Erfahrungen mit Cybergrooming gemacht. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil zwar gesunken, aus Sicht der Medienanstalt liegt er aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Für die repräsentative Untersuchung wurden im Juli 2026 mehr als 2.000 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen acht und 17 Jahren in Deutschland befragt. Die Landesanstalt für Medien NRW erhebt die Zahlen seit 2021 regelmäßig.
Besonders großes Risiko bei Online-Games
Ein besonderes Augenmerk legt die Studie auf Online-Games. Dort wurde nach Angaben der Landesanstalt mehr als jeder dritte Befragte bereits von fremden Personen unangenehm angeschrieben. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, sieht darin eine besondere Gefahr. Viele Eltern wüssten nicht, dass ihre Kinder beim Spielen über Chats und andere Kommunikationsmöglichkeiten mit fremden Personen in Kontakt kommen können. Täter könnten diese Plattformen gezielt nutzen, um sich Minderjährigen anzunähern.
So können Eltern ihre Kinder schützen
Ein wichtiger Schutz vor Cybergrooming ist ein vertrauensvoller Austausch innerhalb der Familie. Eltern sollten mit ihren Kindern regelmäßig und behutsam darüber sprechen, mit wem sie online Kontakt haben und was sie erleben. Außerdem sollten Kinder keine privaten oder intimen Bilder an Fremde verschicken. Profile sollten möglichst auf „privat“ gestellt werden. Bei Freundschafts- oder Kontaktanfragen ist ebenfalls Vorsicht geboten: Kinder und Jugendliche sollten keine unbekannten Nutzer akzeptieren.

































