Kayahan Ö. hat seine Ex vor den Augen ihrer Kinder erstochen„Eine Art Hinrichtung” und vor Gericht trägt der Angeklagte einen Super Papa-Pulli

Der Angeklagte Kayahan Ö. trägt am Tag der Urteilsverkündung vor Gericht.
Der Angeklagte Kayahan Ö. trägt am Tag der Urteilsverkündung vor Gericht.
RTL Nord
von Christo Tatje und Sina Schlink

Sie hatte keine Chance!
Der Angeklagte Kayahan Ö. wird am Mittwoch (30. September) vor dem Landgericht Bremen schuldig gesprochen. Lebenslange Haft dafür, dass er seine Ex-Partnerin vor den Augen ihres zwölfjährigen Sohnes und ihrer zweijährigen Tochter brutal niedergestochen hat. Bei der Urteilsverkündung trägt er einen Pullover mit der Aufschrift Super Papa.

Kayahan Ö. greift auch den Sohn seiner Ex-Partnerin an

Es ist der 19. Oktober vergangenen Jahres. Am hellichten Tag verlässt Anna R. das Haus in Bremen Kattenturm, zusammen mit zwei ihrer drei Kinder. Kurz danach soll der maskierte Kayahan Ö. die 30-Jährige heimtückisch von hinten überfallen und mit insgesamt acht Messerstichen auf sie eingestochen haben.

Ihr Sohn aus einer anderen Beziehung soll noch versucht haben zu flüchten, doch auch er sei mit dem Messer angegriffen worden. Die dreifache Mutter stirbt im Oktober 2025 noch vor Ort. Der Junge erholt sich wieder. Der Angeklagte flüchtet.

Sorgerechtsstreit um die gemeinsame Tochter

Der Richter betont in seinem Urteil ausdrücklich die besondere Schwere der Schuld. Jan Stegemann, Sprecher des Landgerichts Bremen zu RTL: „Er hat von einer Hinrichtung und von äußerster Brutalität gesprochen, wie sie selbst vom Schwurgericht nur selten anzutreffen ist.”

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Und weiter: „Das Gericht geht davon aus, dass der Angeklagte schlicht und einfach aus Wut gehandelt hat und aus Hass auf das Opfer. Beide waren mehrere Jahre ein Paar, hatten sich zum Zeitpunkt der Tat aber schon getrennt. Es gab aber ein laufendes Sorgerechtsverfahren um die gemeinsame Tochter.”

Wenige Monate nach der Geburt war die Frau zusammen mit ihren drei Kindern aus der gemeinsamen Wohnung in Sachsen zurück nach Bremen gezogen. Der Mann habe die Trennung laut Gericht nicht akzeptiert und sich seiner Ex-Partnerin gegenüber aggressiv und bedrohlich verhalten. Das Jugendamt wurde eingeschaltet, eine Zeit lang wurde das Kind in Obhut genommen.

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Die Kinder werden psychologisch betreut

Dennoch: Der Mutter sei es stets wichtig gewesen, dass die gemeinsame Tochter auch Zeit mit ihrem Vater verbringe, sagte der Vorsitzende Richter. Dem Angeklagten aber sei es nur darauf angekommen, „das Kind für sich zu haben”. Bei der Tat sei es ihm nicht um das Kindeswohl gegangen, sondern um seinen „Machtanspruch als Mann und Vater”, so das Gericht. Die Kinder sollen nun zusammen innerhalb der Familie leben und psychologisch betreut werden. 

Kayahan Ö. zeigt am letzten Verhandlungstag ganz deutlich seine Haltung: Sein Oberteil mit der Aufschrift „Super Papa”, sicher kein Zufall. Reue zeigt der 33-Jährige nicht. Ist das Urteil rechtskräftig, dann muss Kayahan Ö. lebenslang in Haft.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Deutsche Presse-Agentur