Neues Gesetz soll Abwehrfähigkeit verbessernIm Visier des Kreml! Wie der hybride Krieg Schleswig-Holstein erreicht

ARCHIV - 26.03.2016, Nordrhein-Westfalen, Breitscheid: ILLUSTRATION - Eine private Drohne fliegt in weiter Entfernung von einem Flugzeug, das im Anflug auf den Flughafen Düsseldorf ist. Dass Drohnen gefährlich nah an Flughäfen herumschwirren, ist Alltag. Schon eine kann ein Flugzeug zum Absturz bringen. Deutsche Firmen haben längst Abwehrsysteme entwickelt. (Zu dpa "Tests und Ausschreibung: Warum Drohnenabwehr an Flughäfen noch fehlt") Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Etwa 150 Drohnenüberflüge hat es 2025 über Schleswig-Holstein gegeben, einige davon über kritischer Infrastruktur. (Symbolbild)
Julian Stratenschulte/dpa
von Henrike Laing

„Es wird immer, immer aggressiver vorgegangen!”
Drohnenüberflüge, Frachter der russischen Schattenflotte vor den Küsten und Cyberangriffe: Der Norden steckt mitten im hybriden Krieg mit Russland. Um die Sicherheitslage und Abwehrfähigkeit zu verbessern, will Schleswig-Holstein auf- und nachrüsten!

Drohnen, Spionage und Sabotage

Seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine im Jahr 2022 hat sich in Europa und damit auch in Schleswig-Holstein die Sicherheitslage verändert. „Wir hatten Drohnenflüge, wir haben auch Spionage und Sabotageverdacht”, erklärt Innenministerin Magdalena Finke (CDU) im Gespräch mit RTL. Die hybride Bedrohung im Norden spitzt sich weiter zu. Etwa 150 Drohnenüberflüge wurden 2025 über Schleswig-Holstein verzeichnet, auch über kritischer Infrastruktur!

Video-Tipp: Ministerpräsident warnt vor Russland

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Das Ziel: Angst und Unsicherheit erzeugen

„Wir sehen schon eine Verschärfung dahingehend, dass es immer mehr Attacken sind, dass es umfassendere Attacken sind”, sagt Johannes Peters von Institut für Sicherheitspolitik der Universität Kiel. Es werde immer aggressiver vorgegangen und es sei zu erkennen: Die Verursacher der Attacken gäben sich immer weniger Mühe, ihre Taten zu kaschieren. All das sei Teil einer Taktik Russlands, bei der im Wesentlichen Angst und Unsicherheit erzeugt werden sollen.

Lese-Tipp: Drohnen über kritischer Infrastruktur in Kiel

Besserer Zugriff auf Drohnen und Schattenflotte

Das Land Schleswig-Holstein plant 2026 daher, die eigene Abwehrfähigkeit spürbar auszubauen und nachzurüsten. Ein neues Gesetz soll der Landespolizei zukünftig auch anlasslose Kontrollen von Schiffen vor den Küsten ermöglichen. Dadurch erhofft sich das Land einen besseren Zugriff auf Schiffe der russischen Schattenflotte. Zu dieser gehören Frachter, die zum Beispiel sanktioniertes Öl heimlich durch Nord-, Ostsee oder den Nord-Ostsee-Kanal transportieren und zusätzlich Drohnen an Bord haben.

MadgalenaFinke
Innenministerin von Schleswig Holstein Magdalena Finke (CDU) hofft auf weitere Unterstützung bei der Drohnenabwehr von Bund und Bundeswehr.

Auch die Abwehr fliegender Drohnen soll einfacher und effektiver werden. So bekommt die Landespolizei zusätzliches Personal, um eine eigene Drohnenabwehreinheit zu starten. Ausreichen wird das laut Innenministerin Magdalena Finke (CDU) aber nicht: „Wir wollen in Schleswig-Holstein, dass alle Sicherheitsbehörden die Möglichkeit haben, gegen Drohnen vorzugehen. Wir brauchen auch die Unterstützung der Bundeswehr in dem Bereich. Deswegen ist der Schritt der Bundesregierung genau der richtige, das Luftsicherheitsgesetz zu ändern.”

Lese-Tipp: Norddeutschland will sich gegen Drohnenangriffe rüsten

Die Bundeswehr soll dadurch unter strengen Voraussetzungen Waffengewalt gegen Drohnen einsetzen können, wenn die Mittel der Landespolizei nicht ausreichen. Denn das ist immer wieder der Fall, wenn Drohnen zum Beispiel immun gegen Störsender sind oder zu hoch oder schnell fliegen, um eingefangen zu werden.

Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherche