Nach gescheiterter HinrichtungSchmerzen, Angst, Trauma – so geht es Christa Pike nach dem Hinrichtungsversuch

Die Folgen der Giftspritze sind verheerend!
Tagelang kann Christa Pike weder ihre Arme bewegen noch feste Nahrung zu sich nehmen. Nach ihrer gescheiterten Hinrichtung macht die 50-Jährige jetzt erste Fortschritte auf dem Weg ihrer Genesung. Doch die Schmerzen sind noch nicht verschwunden, und auch die Todesangst habe laut ihren Anwälten tiefe psychische Spuren bei der Mörderin hinterlassen.
Pike kann erste Schritte gehen
Mehr als eine Woche nach ihrer gescheiterten Hinrichtung leidet die US-Amerikanerin Christa Pike noch immer unter den Folgen des dramatischen Vorfalls. Nach ihrem Aufwachen litt Pike laut ihren Anwälten unter einer Lungenentzündung. In ihren Armen haben sich zudem Blutgerinnsel gebildet, die für massive Schwellungen sorgen. Die 50-Jährige habe zunächst außerdem nicht schlucken können. Mehr als acht Tage lang kann sie laut ihren Anwälten deshalb keine feste Nahrung zu sich nehmen.
Lese-Tipp: “Sie ist sich bewusst, was man ihr angetan hat” – Was Christa Pikes Anwälte jetzt planen
Doch nun macht sie überraschende Fortschritte, wie das US-Magazin People berichtet. Inzwischen kann sie mit Unterstützung wieder einige Schritte gehen. Auch ihre Arme gewinnen langsam an Beweglichkeit und Kraft zurück. Ihre Lunge ist laut den jüngsten Angaben wieder frei, und Pike kann mittlerweile wieder normale Nahrung zu sich nehmen.
Schwere der psychischen Folgen nicht abzusehen
Nicht nur der Körper der 50-Jährigen hat schwer gelitten. Auch seelisch hat die missglückte Hinrichtung laut People tiefe Spuren hinterlassen. In einer Stellungnahme vom 8. Oktober erklären Pikes Anwälte gegenüber dem Magazin, dass ihre Mandantin mit einem schweren psychischen Trauma kämpft. Besonders die Todesangst, die Schmerzen und die Ungewissheit während des Hinrichtungsversuchs belasten sie weiterhin.
Lese-Tipp: „Medizinisch beispiellos“ – Anwälte von Christa Pike melden sich aus dem Krankenhaus
Wie schwer die psychischen Folgen tatsächlich sind, lässt sich nach Einschätzung ihrer Verteidiger derzeit noch gar nicht abschätzen. Ebenso unklar bleibt, wie lange Pike brauchen wird, um das Erlebte zu verarbeiten. Hinzu kommt, dass sie sich bislang nicht an sämtliche Einzelheiten der Hinrichtung erinnern kann. Dass der Staat versucht hat, sie zu töten, ist ihr laut ihrem Anwalt Randy Spivey allerdings sehr wohl bewusst.
Lese-Tipp: Christa Pike überlebt ihre Hinrichtung: „Wo bin ich und wer seid ihr?“
Richterin prüft nun doch Pikes Klage gegen Giftspritze
Christa Pike sitzt seit Jahrzehnten im Todestrakt. Sie wurde für den Mord an ihrer damals 19-jährigen Mitschülerin Colleen Slemmer im Jahr 1995 zum Tode verurteilt. Vor dem Hinrichtungsversuch hatten Pikes Anwälte versucht, die Todesstrafe abzuwenden. Auch nach dem Fehlschlag ist noch nicht final geklärt, ob der US-Bundesstaat Tennessee erneut versuchen wird, die Mörderin zu töten.
Lese-Tipp: Nach fehlgeschlagener Christa-Pike-Hinrichtung: Anwälte fordern Stopp für Todeskandidat Howard
Nun gibt es auch juristisch neue Entwicklungen. Wie die New York Post berichtet, hat eine Richterin entschieden, Pikes Klage gegen die Hinrichtung per Giftspritze erneut zuzulassen. Das Verfahren war im Mai vom Obersten Gericht Tennessees abgewiesen worden. Nach dem gescheiterten Hinrichtungsversuch sieht das Gericht nun außergewöhnliche Umstände, die eine Wiederaufnahme rechtfertigen. (okr)
Verwendete Quellen: People Magazin, New York Post


