Mit 14 obdachlos, mit 35 gefürchtetSieben tote Männer in einem Jahr – wie wurde Aileen Wuornos zur Serienmörderin?

Aileen Wuornos war eine der wenigen bekannten weiblichen Serienkiller
Aileen Wuornos war eine der wenigen bekannten weiblichen Serienkiller (Archivbild)
picture alliance / Everett Collection | ©Netflix/Courtesy Everett Collection

Schon als Kind hatte sie keine Chance.
Misshandelt, ausgestoßen und völlig auf sich allein gestellt. Eine Episode der neuen Doku „Born To Kill – Als Mörder geboren?“, die ihr ab sofort auf RTL+ sehen könnt, erzählt die verstörende Geschichte von Aileen Wuornos, die später als eine der berüchtigtsten Serienmörderinnen der USA bekannt werden sollte. Doch wie konnte es so weit kommen?

Ein Leben voller Ablehnung

Als Aileen Wuornos erfährt, dass ihre vermeintlichen Eltern in Wirklichkeit ihre Großeltern sind, bricht für sie eine Welt zusammen. Schon vorher ist ihre Kindheit geprägt von Gewalt, Angst und Einsamkeit. Ihren leiblichen Vater lernt sie nie kennen, die Mutter verlässt ihre beiden Kinder früh. Sie wachsen in dem Glauben auf, dass die Großeltern ihre Eltern sind. Freunde erinnern sich in der RTL+-Doku „Born To Kill – Als Mörder geboren?“ an ein stilles Mädchen, das oft allein vor dem Klassenzimmer saß. Während andere Kinder spielten, blieb Aileen meist für sich.

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Zu Hause soll es kaum besser gewesen sein. Ihr Großvater gilt als gewalttätig und alkoholkrank. Die Familie kämpft mit Problemen, Halt findet Aileen kaum. Zu ihrem Bruder Keith soll sie zwar eine enge Bindung gepflegt haben, allerdings auch ein inzestuöses Verhältnis. Mit gerade einmal 14 Jahren verliert sie ihre Großmutter, den Menschen, zu dem sie die engste Bindung hatte. Kurz darauf wird sie vom Großvater aus dem Haus geworfen.

Von einem Tag auf den anderen lebt die Jugendliche im Wald, schläft in Autos und versucht, irgendwie zu überleben. Schon früh verkauft sie ihren Körper, um an Geld, Essen oder Zigaretten zu kommen. Mit 15 verlässt sie die Schule und zieht durchs Land. Freunde berichten, dass Aileen verzweifelt nach Anerkennung gesucht habe. Doch je mehr sie dazugehören wollte, desto stärker wurde sie ausgegrenzt.

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Die große Liebe wird zum Wendepunkt

Nach Jahren auf der Straße landet Aileen schließlich in Florida. Dort schlägt sie sich weiter mit Gelegenheitsjobs, Prostitution und kleineren Straftaten durch. Immer wieder gerät sie mit dem Gesetz in Konflikt.

Dann begegnet sie Mitte der 1980er-Jahre dem Zimmermädchen Tyria Moore. Die Doku beschreibt ihre Begegnung als Liebe auf den ersten Blick. Zum ersten Mal scheint Aileen einen Menschen gefunden zu haben, für den sie alles tun würde. Doch die Beziehung bringt auch neue Probleme mit sich. Geld wird zum Dauerthema. Aileen konzentriert ihr gesamtes Leben auf ihre Partnerin und versucht offenbar alles, um sie nicht zu verlieren.

Ende der 1980er-Jahre häufen sich in Florida rätselhafte Gewaltverbrechen. Immer wieder werden tote Männer gefunden. Die Tatorte liegen weit auseinander, die Ermittler suchen zunächst keinen einzelnen Täter. Erst nach und nach erkennen die Behörden, dass die Fälle möglicherweise zusammenhängen.

Während die Polizei fieberhaft nach Antworten sucht, ahnt niemand, dass die Spur zu einer Frau führen könnte. Die Ermittlungen nehmen erst richtig Fahrt auf, als ein entscheidender Fehler gemacht wird.

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Täterin oder selbst ein Opfer ihrer Vergangenheit?

Nach ihrer Festnahme sorgt Aileen Wuornos mit ihren Aussagen für Aufsehen. Sie behauptet, die sieben Männer hätten sie vergewaltigt und sie habe aus Notwehr gehandelt. Ein Psychologe formuliert in der Doku eine bemerkenswerte Einschätzung. Er halte Wuornos nicht für grundsätzlich böse. Vielmehr sei sie das Ergebnis eines Lebens voller Gewalt, Vernachlässigung und Hoffnungslosigkeit.

Jahre nach ihrer Verurteilung scheint Aileen Wuornos selbst mit ihrem Leben abgeschlossen zu haben. Nach einem Jahrzehnt in der Todeszelle gesteht sie schließlich, kaltblütig gemordet zu haben. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass sie nicht länger leben wolle. Am 9. Oktober 2002 wird sie im Alter von 46 Jahren durch eine Giftspritze hingerichtet.

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Trotz ihrer Verbrechen erinnern sich einige Menschen auch an die verletzliche Seite der Frau, die sie einst kannten. Ihre Jugendfreundin Dawn spricht in der Doku nicht nur über die schockierenden Taten, sondern auch über gute Momente, die sie mit Aileen erlebt hat. Nach ihrem Tod verstreut Dawn sogar deren Asche auf ihrem Grundstück in ihrer Heimatstadt. „Hier gehört sie hin und nirgendwo anders.”

Der Fall wurde übrigens auch durch den Film „Monster“ (2003) mit Charlize Theron weltweit bekannt. Wie Aileen Wuornos schließlich überführt wird und welche Rolle ihre große Liebe Tyria Moore dabei spielt, seht ihr in der Doku „Born To Kill – Als Mörder geboren?“ auf RTL+.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche