Bergung auf den MaledivenKönnen Elite-Taucher die Leichen vor den Haien retten?

Fatales Unterwasser-Abenteuer.
Tagelang suchen Rettungskräfte auf den Malediven nach vier vermissten Tauchern aus Italien. Jetzt haben Spezialisten ihre Leichen in einer Unterwasserhöhle entdeckt. Doch die Bergung bleibt extrem gefährlich.
Die Leichen der noch vermissten italienischen Taucher sind lokalisiert
Nach dem tödlichen Tauchunfall auf den Malediven haben Rettungstaucher die Leichen der vier noch vermissten Italiener gefunden. Das bestätigt laut dpa das Außenministerium in Rom. Die Leiche des fünften Italieners, Tauchlehrer Gianluca Benedetti, war bereits zuvor geborgen worden. Laut Daily Mail wurde er am Eingang der „Shark Cave” (Deutsch: „Hai-Höhle”) gefunden, während die vier anderen Taucher weiter im Innern des Höhlensystems entdeckt wurden.
Die Suchaktion läuft seit mehreren Tagen und musste zwischenzeitlich unterbrochen werden. Am Wochenende starb dabei ein maledivischer Rettungstaucher. Insgesamt liegt die Zahl der Todesopfer damit bei sechs.
Nach dem Tauchunfall auf den Malediven drängt die Zeit – wegen Haien!
An der hochgefährlichen Bergung sind inzwischen auch finnische Höhlentauch-Experten beteiligt. Laut AP wurden die vier Leichen im dritten und größten Abschnitt des Höhlensystems entdeckt. Die finnischen Spezialisten arbeiten mit maledivischer Polizei und Militär zusammen. In den kommenden Tagen sollen weitere Tauchgänge folgen, um die Toten an die Oberfläche zu bringen.
Die Zeit drängt offenbar auch aus einem besonders grausamen Grund. Die Sun zitiert Laura Marroni, Chefin des europäischen Tauchernetzwerks DAN Europe. Demnach könne man in warmen Gewässern nicht ausschließen, dass Raubtiere wie Haie oder Umwelteinflüsse den Leichen zusetzen. Deshalb sei jede Stunde wichtig.
Im Video: Dieter Bohlen wagt Tauchgang mit Raubfischen
Tödlicher Tauchunfall auf den Malediven: Hatten die Italiener keine Genehmigung?
Die Gruppe war vergangene Woche zu einem Tauchgang im Vaavu-Atoll aufgebrochen und kehrte nicht zurück. Laut dpa erkundeten die Italiener eine Höhle mit mehreren Kammern, die durch schmale Gänge verbunden sind. Die Tiefe soll bei etwa 50 Metern gelegen haben.
Bei den Opfern handelt es sich um die Meeresbiologin Monica Montefalcone, ihre Tochter Giorgia Sommacal, die Forscher Muriel Oddenino und Federico Gualtieri sowie Tauchlehrer Gianluca Benedetti.
Medienberichten zufolge liegt die erlaubte Grenze für normale Tauchgänge auf den Malediven bei etwa 30 Metern. Für tiefere Tauchgänge braucht es eine Sondergenehmigung. Ob für genau diesen Tauchgang eine solche Erlaubnis vorlag, prüfen die Behörden. Der Tourveranstalter bestreitet laut italienischen Medien, den tiefen Höhlentauchgang genehmigt oder überhaupt davon gewusst zu haben.
Die genaue Ursache des Unglücks ist weiter unklar. Drei Szenarien halten Experten bei dem katastrophalen Tauchunfall auf den Malediven für realistisch.
Verwendete Quellen: AP, dpa, Daily Mail, Sun


