Nach erfundener Entführungs-GeschichteVater tötet seine Tochter (9) und versteckt ihre Leiche – jetzt ist das Urteil gefallen

Er behauptet, fremde Männer hätten seine kleine Tochter entführt.
Doch nur einen Tag später wird Melina (9) tot in einem Sumpfgebiet gefunden – und ausgerechnet ihr eigener Vater gerät ins Visier der Ermittler. Ein Jahr später steht Luciano Frattolin vor Gericht. Jetzt ist das Urteil gefallen.
Nach drei Prozess-Wochen: Jury fällt Urteil über Luciano Frattolin in knapp einer Stunde
Luciano Frattolin soll im vergangenen Sommer seine eigene, gerade erst neun Jahre alte Tochter getötet und ihre Leiche anschließend im Sumpf versteckt haben. Am 20. Juli 2026 begann der dreiwöchige Prozess um den angeklagten Vater, so das Nachrichtenportal NEWS10. Am 10. August ist das Urteil nun endlich gefallen.
Nach etwa einer Stunde Beratung steht die Entscheidung fest: Die Jury befindet Luciano Frattolin sowohl des Mordes zweiten Grades als auch der Verheimlichung einer menschlichen Leiche für schuldig.

Nach Vermisstenmeldung findet man Melinas Leiche – Vater spricht von einer Entführung
Es ist ein Fall, der im Sommer 2025 für Entsetzen sorgt: Luciano Frattolin ist mit seiner neunjährigen Tochter Melina auf einer einwöchigen Reise durch die USA unterwegs. Am 19. Juli meldet der Vater sein Kind plötzlich als vermisst. Zwei Männer sollen das Mädchen entführt haben und mit einem weißen Lieferwagen davongefahren sein, behauptet der Vater laut The Canadian Press.
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Doch schon bald zweifeln die Ermittler an seiner Geschichte. Nur einen Tag später wird Melinas Leiche in einer ländlichen Gegend im US-Bundesstaat New York gefunden. Das Mädchen liegt in einem Sumpfgebiet nahe Ticonderoga, zu Teilen von einem umgestürzten Baum abgeschirmt. Auf ihrer Brust befindet sich ein großer Stein.
Eine Autopsie ergibt später: Die Neunjährige ist ertrunken. Die Ermittler nehmen schließlich den Vater fest.
Handy- und Autodaten widersprechen der Entführungs-Geschichte des Vaters
Im Prozess spielt vor allem die angebliche Entführung eine entscheidende Rolle. Ermittler können Frattolins Bewegungen mithilfe von Standortdaten seines Handys und seines Autos sowie Aufnahmen von Überwachungskameras rekonstruieren, wie The Canadian Press berichtet.
Dabei zeigt sich laut Staatsanwaltschaft: Frattolin kann sich nicht dort aufgehalten haben, wo er nach eigener Aussage gewesen sein will. Die Daten werden damit zu einem wichtigen Baustein der Anklage. Die Ermittler konzentrieren sich zunehmend auf den Vater und seine widersprüchlichen Angaben.
Hinzu kommen Dokumente, die in seinem Auto gefunden werden. Darin äußert sich Frattolin abfällig über Melinas Mutter. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft deuten die Aufzeichnungen außerdem darauf hin, dass der Tod des Kindes geplant gewesen sein könnte.
Im Video: Hier wurde eine mutmaßliche Kindesentführung verhindert – weil Passant eingreift
Frattolins Verteidigung zweifelt an Ermittlungen der Polizei
Frattolins Anwälte halten laut The Canadian Press dagegen. Die widersprüchlichen Aussagen ihres Mandanten in der Nacht von Melinas Verschwinden erklären sie unter anderem mit Stress, Erschöpfung und damit, dass Englisch nicht seine Muttersprache sei.
Außerdem werfen sie den Ermittlern vor, der Geschichte von dem weißen Lieferwagen nicht ausreichend nachgegangen zu sein und sich zu schnell auf Frattolin als Verdächtigen konzentriert zu haben. Auch mögliche Beweise, wie potenzielle DNA-Spuren auf dem Stein, seien nicht untersucht worden.
Frattolin selbst sagt vor den Geschworenen nicht aus. „Ich würde es wirklich gerne tun, aber mir wurde davon abgeraten“, erklärt er zuvor dem Richter, wie The Canadian Press berichtet.
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Nach Schuldspruch! Familienangehörige brechen in Tränen aus
Als das Urteil verlesen wird, brechen Angehörige des Mädchens im Gerichtssaal in Tränen aus und fallen sich in die Arme. Frattolin selbst zeigt nach Angaben von The Canadian Press kaum eine Reaktion. Er schüttelt leicht den Kopf und wird wenige Minuten später in Handschellen aus dem Saal geführt.
Melinas Mutter ist bei der Urteilsverkündung nicht im Gerichtssaal. Michael Langey, der Bezirksstaatsanwalt von Essex County, erklärt den Grund: Sie habe nicht dabei sein wollen, falls Frattolin selbst aussagt. Mit Melinas Tod habe sie schließlich ihre einzige Tochter verloren.
Wie lange Frattolin ins Gefängnis muss, steht noch nicht fest. Das Strafmaß soll am 14. Oktober verkündet werden. Bis dahin bleibt der 46-Jährige im Essex County in Haft. Zudem hat er einen Monat Zeit, gegen das Urteil vorzugehen.
Verwendete Quellen: The Canadian Press, NEWS10


