Warum musste der unschuldige Hund sterben?Polizei erschießt Chihuahua Lucky – jetzt fordert eine Petition Konsequenzen

Ein Polizist und eine Polizistin der Polizei Baden-Württemberg stehen in einem Industriegebiet. (gestellte Szene)
Chihuahua Lucky wurde während eines Polizeieinsatzes in Ludwigshafen angeschossen und starb wenig später. Die genauen Umstände der Schussabgabe werden untersucht. (Symbolbild)
picture alliance/dpa / Marijan Murat
von Martina Lewinski

Ein Polizeieinsatz endet für den kleinen Chihuahua Lucky tödlich.
Während einer Fahndung nach einem bewaffneten Mann fällt am Samstag (10. Oktober) in Ludwigshafen-Gartenstadt ein Schuss. Er trifft den Hund, der wenig später beim Tierarzt stirbt. Luckys Halter wurde zunächst mit dem gesuchten Tatverdächtigen in Verbindung gebracht. Später korrigiert die Polizei ihre Angaben. Jetzt fordert eine Petition eine umfassende Aufklärung des Falls.

Chihuahua Lucky stirbt nach Schuss bei Polizeieinsatz

Der Vorfall ereignet sich am Freitag in Ludwigshafen-Gartenstadt. Die Polizei ist auf der Suche nach einem bewaffneten Tatverdächtigen (36), der zuvor einen Mann bedroht haben soll . Dabei gibt ein Polizeibeamter einen Schuss auf den Chihuahua ab. Lucky wird schwer verletzt und stirbt wenig später beim Tierarzt.

Warum der Beamte auf den kleinen Hund schoss und welche konkrete Situation der Schussabgabe vorausging, ist Gegenstand der Untersuchungen.

Für zusätzliche Irritationen sorgt die Kommunikation nach dem Einsatz. Zunächst entsteht der Eindruck, Luckys Halter stehe im Zusammenhang mit dem Mann, nach dem die Polizei gesucht hatte. Später stellt die Polizei klar: Der Hundehalter war nicht der gesuchte Tatverdächtige.

Polizei bedauert tödlichen Schuss auf Lucky

Der tödliche Schuss auf den Chihuahua wirft weiterhin Fragen auf. Nach Darstellung der Polizei soll der unangeleinte Hund auf die Beamten zugegangen sein. In dieser Situation sei der Schuss abgegeben worden. Die Polizei bedauert den Tod des Tieres und kündigte an, die genauen Umstände des Einsatzes aufzuarbeiten.

Der Vorfall wird inzwischen auch von der Staatsanwaltschaft geprüft. Dabei soll unter anderem geklärt werden, wie es konkret zur Schussabgabe kam und ob das Vorgehen des Beamten rechtmäßig war. Eine abschließende Bewertung liegt bislang nicht vor.

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Online-Petition fordert Konsequenzen

Inzwischen hat der Fall auch eine Online-Petition ausgelöst. Darin wird eine „lückenlose und unabhängige Aufklärung“ des Polizeieinsatzes gefordert. Die Initiatoren verlangen zudem, den beteiligten Polizeibeamten bis zur vollständigen Klärung des Vorfalls vorläufig vom Dienst zu suspendieren. Sie sehen noch zahlreiche offene Fragen zum Ablauf des Einsatzes und insbesondere zur Schussabgabe. „Es geht nicht nur um Gerechtigkeit für den getöteten Hund, sondern darum, dass solche Ereignisse nicht zur Norm werden dürfen“, heißt es in dem Aufruf.

Die Verantwortlichen bei Polizei und Justiz werden darin aufgefordert, transparent über die Ermittlungen zu informieren und den Vorfall umfassend untersuchen zu lassen.

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Bei der geforderten Suspendierung handelt es sich ausdrücklich um eine Forderung der Petitionsinitiatoren – nicht um eine bereits beschlossene Konsequenz.

Wie kam es wirklich zum tödlichen Schuss?

Entscheidend dürfte nun sein, die wenigen Sekunden vor der Schussabgabe möglichst genau zu rekonstruieren: Wie verhielt sich Lucky? Welche Gefahr nahm der Beamte wahr? Und hätte es eine andere Möglichkeit gegeben, auf die Situation zu reagieren?

Auch die anfänglichen Angaben zum Hundehalter dürften bei der weiteren Aufarbeitung eine Rolle spielen. Schließlich stellte sich heraus, dass er nicht der Mann war, nach dem die Polizei ursprünglich fahndete.

Für die Initiatoren geht es dabei auch um das Vertrauen in die Behörden. „Gemeinsam müssen wir sicherstellen, dass alle Beteiligten ihrer Verantwortung gerecht werden und dass unser Vertrauen in die Ordnungskräfte wiederhergestellt wird“, heißt es in der Petition.

Für Luckys Besitzer kommt jede Aufklärung zu spät. Sein Chihuahua ist tot. Ob der tödliche Schuss rechtmäßig war und ob daraus Konsequenzen entstehen, müssen nun die zuständigen Stellen klären.

Verwendete Quellen: Polizei, dpa, Change.org, MRN