## Bereinigtes **Transkript**
Sie sitzen zu viert auf der Anklagebank des Landgerichts Arnsberg. Genauer gesagt vor der Jugendkammer. Denn zwei der vier Angeklagten sind noch minderjährig, 16 und 17 Jahre alt.
Den beiden erwachsenen Angeklagten wird unter anderem vorgeworfen, die Frau in Soest vergewaltigt zu haben. Darüber hinaus wirft die Staatsanwaltschaft den Angeklagten noch weitere Taten vor. Es handelt sich dabei um gefährliche Körperverletzungen, Nötigung, Freiheitsberaubung und Handeltreiben mit Cannabis.
Das Opfer: eine 33-jährige Frau, die über Monate hinweg in diesem Reihenhaus als eine Art Sklavin gehalten worden sein soll, ohne dass jemand etwas mitbekommt. Aufgefallen ist all das nur durch einen Zufall. Stefan Kirschner wohnt direkt nebenan. Sein Vater entdeckt die Frau Anfang November nackt und gefesselt auf der Terrasse.
„Auf Zehenspitzen hing sie, und anscheinend hatte sie keine Klamotten an. Man konnte von hier aus wirklich nur die Arme sehen und teilweise ein bisschen den Kopf. Und wie sie sich ein bisschen bewegt hat. Wenn der Bewegungsmelder nicht angegangen wäre, hätte mein Vater das niemals gesehen. Also, da haben so viele Sachen zusammengespielt, sonst wäre sie wahrscheinlich tot.“
Im Juli 2025 soll die damals obdachlose Frau vier Männern begegnet sein, die hier kurze Zeit vorher eingezogen sein sollen.
„Das hat direkt mit Problemen angefangen. Die waren laut, waren bis nachts wach. Es waren Streitigkeiten, teilweise hier bis in die Nacht. Das war grauenvoll. Also, man konnte nachts nicht schlafen. Es wurde gekifft. Es war schrecklich.“
Drei Monate lang soll die hilflose Frau immer wieder misshandelt, vergewaltigt und erniedrigt worden sein.
Die Ermittler haben vor Kurzem eine Speicherkarte zugespielt bekommen, und seitdem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen weitere Tatverdächtige. Beispielsweise sitzt auch die Lebensgefährtin des Hauptangeklagten inzwischen in Haft. Das zeigt leider aber auch: Die hier angeklagten Taten in diesem Verfahren zeigen offenbar noch nicht das gesamte Ausmaß der Gewalt. Das Opfer hat womöglich noch viel mehr gelitten, als es bislang bekannt war.
Welches Motiv hinter den grausamen Taten steckt, muss das Gericht klären. Ein Urteil gegen die angeklagten Männer und die beiden Jugendlichen soll Mitte Dezember fallen.