Hunderte schwere Fälle – Gewalttaten gegen Lehrer nehmen stark zu.
„Hildesheim: Jugendliche attackiert Schüler, Lehrer und Polizisten“
„Lehrerin aus Hessen packt aus: Scheren-Angriffe, selbstgebaute Waffen und Bedrohungen – Lehrer als Opfer von Gewalt“
Schlagzeilen – alle aus diesem Jahr. Gewalt und Aggressionen an Schulen sind ein zunehmendes Problem, auch bei den ganz Kleinen. Das beobachtet auch Ines Fickenwirth, Schulleiterin an einer Grundschule in Leipzig.
„Also man merkt schon, dass sich die Kinder verändert haben, die ganze Lebenssituation und auch die Umwelt. Beim Lehrpersonal ist es bei uns bisher äußerst selten aufgetreten. Aber auch gegen Materialien, dass die Kinder irgendwas durch die Gegend werfen aus Wut – das kann schon passieren.“
Laut Kriminalstatistik haben sich schwere Gewalttaten gegen Lehrer an deutschen Schulen seit 2015 verdoppelt – von 268 auf 557 Fälle im Jahr 2024.
Auch Dänemark kämpft mit Gewalt an Schulen und will Lehrern per Gesetz jetzt mehr Rechte geben. Künftig sollen sie Schüler notfalls festhalten oder gegen ihren Willen aus dem Klassenzimmer bringen dürfen. Und zwar nicht nur bei Gewalt, sondern auch bei massiven Unterrichtsstörungen oder Beleidigungen – allerdings nur als letztes Mittel.
Doch ist die Antwort auf Gewalt mehr Gewalt?
„Die sind schon ein Vorreiter in Sachen Bildung.“
„Wenn es ganz große Rüpel sind, dann müssen sie raus.“
„Wo ist dann die Grenze gesetzt? Da habe ich so meine Bedenken. Ansonsten bin ich schon für klarere Linien, dass Kinder ihre Grenzen gezeigt bekommen.“
„Wir brauchen Rückendeckung, wenn es wirklich mal eng wird – von ganz oben. Wenn ich mal hinlangen muss, weil – das hatte ich als Schulleiterin auch gemacht – wenn sich die kloppen im Pausenhof, was soll ich denn dann machen? Wir brauchen Schulsozialarbeiter, Jugendsozialarbeit.“
Das Problem: Ein klares Gesetz gibt es in Deutschland bisher nicht.
„Es gibt kein Züchtigungsrecht, aber es gibt auch keine Pflicht, Gewalt tatenlos hinzunehmen. Wir müssen wissen, was erlaubt ist, und den Mut zum Handeln entwickeln.“
Es bleibt eine heikle Gratwanderung, bei der immer an erster Stelle steht: Schulen müssen Orte sein, an denen sich Schüler und Lehrer gleichermaßen sicher fühlen können.
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche