„Und jetzt eine Eilmeldung: Die USA haben russische Diesellieferungen auf den Weltmarkt vorübergehend von den Sanktionen ausgenommen", vermeldet diese Nachrichtensprecherin von „Russia Twenty Four". Und Präsident Trump? Der feiert seine Vereinbarung mit Kremlchef Putin vor der Presse.
„Das ist ein großer Deal und ich möchte Präsident Putin danken. Ganz ehrlich. Riesige Mengen Öl kommen in unser Land und es ist Diesel. Genau das, was wir wollen."
Trump nennt weitere Details auf True Social. Russland soll zunächst 300.000 Tonnen Diesel liefern für den US- und den Weltmarkt im November. Weitere 500.000. Später könnten noch drei Millionen Tonnen folgen, abhängig vom Zustand der russischen Raffinerien. Der US-Präsident verspricht dadurch schnell sinkende Dieselpreise.
„Es ist relativ offensichtlich, was dahinter steht. Noch nicht mal einen Monat haben wir hier die Midterm Elections in den Vereinigten Staaten. Und die Stimmung im Land ist alles andere als gut. Und das hängt vor allem mit der starken Teuerung zusammen. Jetzt tanken natürlich die wenigsten Amerikaner Diesel, aber in der Industrie, in der Landwirtschaft. Alles, was in irgendeiner Form mit Transport zu tun hat, benötigt Diesel."
Wegen der bestehenden Sanktionen gegen Moskau musste das US -Finanzministerium sogar eine temporäre Erlaubnis ausstellen. Denn bis Ende des Monats gilt noch ein russisches Verbot für die Ausfuhr von Diesel. Der Deal ist wieder eine Kehrtwende von Trump.
Erst im September hatte er ein Gesetz für neue Russlandsanktionen unterzeichnet. Die Intention des Parlaments dabei war, den Kreml im Ukrainekrieg stärker unter Druck zu setzen, um von den Auswirkungen seines Irankrieges und die vertrackte Situation in der Straße von Hormus abzulenken, versuchte Trump sogar, den ukrainischen Präsidenten für die Dieselknappheit verantwortlich zu machen. Er verlangte von ihm ein Ende der Angriffe auf russische Raffinerien.
Selenski wiederum kritisiert den Deal scharf. Es sei eine Investition in den Krieg. Fraglich bleibt, wie schnell Russland liefert und wie die Verteilung läuft. Und die erste angekündigte Menge ist gemessen am Verbrauch klein. Die USA benötigen täglich rund 500.000 Tonnen Diesel und andere Kraftstoffe. 300.000 Tonnen entsprechen gerade mal einmal gut 14 Stunden Verbrauch.
Verwendete Quellen: Reuters, CNN, CCTV, APTN