Bluttat an GymnasiumManifest aufgetaucht! Hatte der Schongau-Amokläufer (16) ein so erschütterndes Weltbild?

von Maximilian Edelmann, Martin Eberl, Lilli Kissler, Johanna Werning, Roger Saha, Fabian Klein und Jan Luhrenberg

Schlimme Gewalttat am Welfen-Gymnasium in Schongau (Oberbayern)!
An der Schule südlich von München herrscht am Mittwochmittag (8. Juli) plötzlich Amokalarm. Mutmaßlich ein ehemaliger Schüler (16) sticht an einer Schule im oberbayerischen Schongau zwei Mädchen nieder. Die Polizei bestätigt, dass mindestens zwei 13-jährige Mädchen schwer verletzt sind. Auch Tage nach der Tat kommen noch schreckliche Details ans Licht. Alle Infos zu der Notlage findet ihr in unserem Liveticker.

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Amoktat an Gymnasium in Schongau – unser Live-Ticker!

Wichtige Updates
Jan Luhrenberg

Manifest aufgetaucht! Hatte der Schongau-Amokläufer (16) ein so erschütterndes Weltbild? 

Nachdem ein 16-jähriger Kroate, mutmaßlich ein ehemaliger Schüler, an der Schule im oberbayerischen Schongau zwei Mädchen niedergestochen hat, ist ein Dokument aufgetaucht, das höchstwahrscheinlich mit dem Täter in Verbindung steht. Der Spiegel spricht von „19 Seiten Hass" und ein so bezeichnetes „Manifest“.

Der Autor bezeichnet sich darin als „hoffnungslosen 16-Jährigen mit viel zu viel Hass im Herzen“, wie der Spiegel schreibt. Er offenbare ein Weltbild voller Verachtung für seine Mitmenschen. Er beleidige Muslime, Schwule und Transpersonen, Menschen mit Übergewicht und ergehe sich in Gewaltfantasien gegen Kinder. Frauen bezeichne er als „zurückgebliebene Tussis“ und „geldgierige Schlampen“. Immer wieder äußere er sich islamfeindlich oder antisemitisch. 

Der Autor bezeichne sich zudem als „rechtsgerichtet“ und als „faschistischer Akzelerationist“, das seien Anhänger rechtsextremer Ideologien, die den Zusammenbruch demokratischer Gesellschaften und einen Rassenkrieg herbeiführen wollten. Sein Leben sei von Anfang an „zum Scheitern verurteilt“ gewesen. In der Schule habe man ihn „gemobbt, angegriffen und ausgeraubt“.

Das Manifest ist auf Englisch geschrieben und ins Internet gestellt worden – auf einem einschlägigen Internetkanal einer Szene, deren Anhänger Amokläufe und andere Gewalttaten verherrlichen und Tötungsfantasien haben. Der mutmaßliche Amokläufer von Schongau entstammt womöglich dieser Szene, so der Spiegel.

Laut den Recherchen des Spiegel ist es naheliegend, dass das Dokument echt ist und tatsächlich von dem Jungen (16) stammt, der am Gymnasium in Schongau zwei 13 Jahre alte Mädchen mit dem Messer schwer verletzt hat. Die Sicherheitsbehörden prüften nun, ob das 19-seitige Schreiben tatsächlich von ihm verfasst worden ist.
Johanna Werning

Neue Details: Schon vor Amoktat drohte der Täter seinen Mitschülern 

Nach dem Amoklauf eines 16-Jährigen an einem Gymnasium im oberbayerischen Schongau ist der mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft genommen worden. Ein Ermittlungsrichter erließ am Donnerstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II Haftbefehl gegen den Beschuldigten wegen zweifachen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung, wie das Polizeipräsidium in Rosenheim mitteilte. Er befindet sich jetzt in einer Justizvollzugsanstalt.

Den Ermittlern zufolge war der 16-Jährige den Sicherheitsbehörden bereits bekannt. Wegen zweier Vorfälle aus dem Jahr 2025 läuft demnach gegen ihn bei der Staatsanwaltschaft München II ein Ermittlungsverfahren, weil er unter anderem Mitschüler bedroht und in sozialen Netzwerken Amokläufe verherrlicht haben soll. Haftgründe hätten in diesem Ermittlungsverfahren „zu keinem Zeitpunkt“ vorgelegen, hieß es. 

„Aufgrund der laufenden Ermittlungen, die u.a. auch die Hintergründe der Tat sowie den genauen Tathergang betreffen, können derzeit keine weiteren Auskünfte erteilt werden“, so die Polizei. Es gilt die Unschuldsvermutung. 
Johanna Werning
Schusswaffe stammte möglicherweise aus 3D-Drucker
Nach der mutmaßlichen Amoktat im oberbayerischen Schongau werden immer weitere Details bekannt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur prüfen die Ermittler, ob es sich bei der Schusswaffe, mit der der mutmaßliche Täter einen Schuss abgab und die dann versagte, um eine per 3D-Drucker hergestellte Waffe handelt. Demnach gab der 16-Jährige an, sich die Waffe im Darknet besorgt zu haben.

Tatsächlich hätten die Ermittler eine eher geringe Zahl an Patronen sichergestellt, hieß es weiter. Die Waffe wurde nach dpa-Informationen bei einem Rucksack gefunden, den der 16-Jährige nach seiner Tat auf dem Schulhof im Umfeld des Tatorts deponiert habe. Er habe Polizeibeamte nach seiner Festnahme selbst darauf hingewiesen.
Bei dem Messer, mit dem der mutmaßliche Täter zwei Schülerinnen schwer verletzte, soll es sich jedenfalls um kein Haushaltsmesser handeln.

Polizei und Lehrkräfte überwältigen den 16-jährigen mutmaßlichen Angreifer

Dramatische Szenen haben sich an der Schule zugetragen – die Rückkehr zur Normalität wird dauern. Das Geschehene wirkt nach in dem 12.000-Einwohner-Ort und vor allem in der Schule mit ihren 800 Schülerinnen und Schülern und 80 Lehrkräften.

Amoklauf am Welfen-Gymnasium in Schongau.
Hier befindet sich das Welfen-Gymnasium in Schongau.
RTL

Andere Schüler eilen herbei, reißen sich T-Shirts vom Leib, legen Druckverbände an – und retten so wahrscheinlich einem der 13-jährigen Mädchen das Leben. Polizei und Lehrkräfte überwältigen den 16-jährigen mutmaßlichen Angreifer, der neben einem Messer auch eine Pistole dabeihat.

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Amoktat an Gymnasium in Schongau: Das ist über den Täter bekannt

Der 16-Jährige sitzt nach der Festnahme in Untersuchungshaft in einer Justizvollzugsanstalt. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen ihn wegen versuchten Mordes. Der Jugendliche soll sich bei der Tat in einer „psychischen Ausnahmesituation” befunden haben. Er befand sich zumindest zeitweise in psychiatrischer Behandlung.

Der 16-jährige Kroate war den Sicherheitsbehörden bereits bekannt. Wegen zweier Vorfälle aus dem Jahr 2025 habe die Staatsanwaltschaft München II gegen ihn ermittelt, weil er unter anderem Mitschüler bedroht und in sozialen Netzwerken Amokläufe verherrlicht haben soll, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Haftgründe hätten in diesem Ermittlungsverfahren aber „zu keinem Zeitpunkt” vorgelegen.

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Pistole aus dem 3D-Drucker und dem Darknet?

Sichergestellt wurden das Messer, eine Pistole und Munition. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur prüfen die Ermittler, ob es sich bei der Schusswaffe um eine per 3D-Drucker hergestellte Waffe handelt. Demnach gab der 16-Jährige an, sich die Waffe im Darknet besorgt zu haben. Laut Polizei gab er einen Schuss aus einer Pistole ab und dann, als die Waffe versagte, ging er mit einem Messer auf die beiden 13-Jährigen los.

Tatsächlich hätten die Ermittler eine eher geringe Zahl an Patronen sichergestellt, hieß es weiter. Die Waffe wurde nach dpa-Informationen bei einem Rucksack gefunden, den der 16-Jährige nach seiner Tat auf dem Schulhof im Umfeld des Tatorts deponiert habe. Er habe Polizeibeamte nach seiner Festnahme selbst darauf hingewiesen. Bei dem Messer soll es sich jedenfalls um kein Haushaltsmesser handeln.

800 Schüler sind auf dem Welfen-Gymnasium in Schongau

Schongau ist eine Kleinstadt am Ufer des Lechs im westlichen Oberbayern mit mehr als 12.000 Einwohnern. Das Welfen-Gymnasium liegt nur wenige Hundert Meter von Altstadt und Lech entfernt. Laut Internetseite werden dort etwa 800 Schüler von mehr als 80 Lehrkräften unterrichtet. In direkter Nachbarschaft gibt es auch eine Grund-, Mittel- und Realschule.

In Bayern laufen die letzten Wochen des Schuljahres. Abiturienten haben bereits vor knapp zwei Wochen, am 26. Juni, ihre Zeugnisse erhalten, bei den restlichen Schülern steht dies am 31. Juli an.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa