Amoktat in Schongau„Hemden und Shirts von uns gerissen“ – Mitschüler Levi (19) versorgte schwer verletzte Mädchen

„Wir haben sofort gehandelt“, sagt der 19-jährige Schulsanitäter nach der mutmaßlichen Amoktat am Gymnasium.
„Wir haben sofort gehandelt“, sagt der 19-jährige Schulsanitäter nach der mutmaßlichen Amoktat am Gymnasium.
von Yannick Seeber und Lynn Michel

Mitschüler wird zu Ersthelfer!
Nach der mutmaßlichen Amoktat am Welfen-Gymnasium in Schongau zählt jede Sekunde. Levi Lachmann (19) ist einer der ersten Schüler vor Ort und versorgt gemeinsam mit anderen Mitschülern die beiden schwer verletzten Mädchen. Im RTL-Interview erzählt der Schulsanitäter, wie er die dramatischen Minuten erlebt hat. Die beiden Mädchen sind inzwischen außer Lebensgefahr.

„Alles mit voller Kraft draufgedrückt“

Als Levi (19) nach Unterrichtsschluss auf dem Heimweg ist, ahnt er noch nicht, dass sich an seiner Schule gerade Dramatisches abgespielt hat. Vor dem Welfen-Gymnasium in Schongau sieht er eine Menschentraube. „Dann haben wir aber ziemlich schnell durch Mitschüler mitbekommen, dass zwei Mädchen niedergestochen wurden und schnellstmöglich Hilfe brauchen“, sagt der 19-Jährige im Gespräch mit RTL. Levi zögert keine Sekunde. Gemeinsam mit anderen Schülerinnen und Schülern eilt er zu den Verletzten.

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Als ausgebildeter Schulsanitäter weiß er, worauf es ankommt. Gemeinsam mit seinen Mitschülern versucht er, die beiden verletzten Mädchen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte zu versorgen. „Wir haben Hemden und Shirts von uns gerissen, haben die als Druckverbände benutzt, um die Blutungen zu stillen. Alles mit voller Kraft draufgedrückt.“

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Besonders beeindruckt hat ihn, wie entschlossen die Schülerinnen und Schüler in dieser Ausnahmesituation zusammengearbeitet haben. „Wir als Schülerschaft können wirklich stolz sein, wie wir zusammengearbeitet haben.“

„Für solche Notfälle kann man nicht vorbereitet sein“

Obwohl Levi als Schulsanitäter regelmäßig für medizinische Notfälle geschult wird, sei die Situation mit nichts vergleichbar gewesen. „Für solche Notfälle kann man nicht vorbereitet sein. Das ist natürlich ein Extremfall für jeden Beteiligten“, sagt der 19-Jährige. „Wir waren alle, denke ich mal, unter Adrenalin. Nacheinander hat es dann bei den Schülern eingesetzt – die Angst und das zu realisieren, was da wirklich passiert ist.“ Erst im Nachhinein sei das Ausmaß der mutmaßlichen Amoktat an der eigenen Schule allen bewusst geworden.

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„Das hat uns alle sehr mitgenommen“

Die Ereignisse werden Levi und seinen Mitschülern noch lange im Gedächtnis bleiben. „Dass so was wie gestern passiert ist, ist tragisch für uns alle. Das hat uns alle sehr mitgenommen, vor allem, wenn man das so miterlebt hat.“

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Nun hoffen die Schülerinnen und Schüler, gemeinsam das Erlebte verarbeiten zu können. Dabei sollen Kriseninterventionsteams die Betroffenen an der Schule unterstützen. Der Schulbetrieb wurde am Donnerstag (9. Juli) wieder aufgenommen.

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche