Behörden warnen vor Gefahr in den SommerferienZwangsverheiratungen: Warum die Ferien für junge Frauen zur Gefahr werden können

Bei einem eskalierten Streit zwischen zwei Müttern vor einer Grundschule ist auch ein Kind verletzt worden.
Unter anderem Schulen sollen vor Beginn der Sommerferien besonders aufmerksam sein. 
picture alliance / dpa | Matthias Balk

Die Sommerferien stehen vor der Tür – doch für einige Mädchen und junge Frauen kann eine Reise ins Ausland zur Gefahr werden. Behörden und Experten warnen aktuell verstärkt vor Zwangsverheiratungen während längerer Familienbesuche. Im vergangenen Jahr wurden allein in Nordrhein-Westfalen 24 Fälle bekannt.

Warnsignale vor den Sommerferien

Immer wieder werden junge Menschen während einer Reise ins Ausland unter Druck gesetzt oder gegen ihren Willen verheiratet. Betroffen sind nach Einschätzung von Experten vor allem Jugendliche aus patriarchal geprägten Familienstrukturen. Hinweise auf eine drohende Zwangsverheiratung können etwa starke Ängste vor einer bevorstehenden Reise, sozialer Rückzug oder die Ankündigung sein, nicht ins Ausland fahren zu wollen. Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen und Behörden sollen deshalb vor Beginn der Sommerferien besonders aufmerksam sein. In Deutschland sind Zwangsehen verboten und können mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.

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Betroffene Jugendliche kommen häufig aus syrischen, libanesischen oder anderen arabisch geprägten Migrantenfamilien. Allerdings können auch Jungen Opfer einer Zwangsverheiratung werden. Experten betonen deshalb, wie wichtig es ist, mögliche Anzeichen frühzeitig zu erkennen und Betroffenen Hilfe anzubieten. Besonders schwierig wird die Situation, wenn Jugendliche erst im Ausland um Hilfe bitten oder nach den Sommerferien nicht nach Deutschland zurückkehren.