Kann ER die SPD vom Thron stoßen?CDU-Spitzenkandidat in Rheinland-Pfalz – das ist Gordon Schnieder

Gordon Schnieder will die CDU nach 35 Jahren wieder in die Regierung führen. (Archivbild)
Gordon Schnieder will die CDU nach 35 Jahren wieder in die Regierung führen. (Archivbild)
Katharina Kausche/dpa

Es bahnt sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen an!
Große Hoffnungen liegen auf dem rheinland-pfälzischen Oppositionsführer Gordon Schnieder. Dem 50-Jährigen soll als CDU-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl am Sonntag (22. März) endlich gelingen, woran seine Vorgänger scheiterten.

Gordon Schnieder strebt größten Erfolg seiner Karriere an

Die einstige CDU-Hochburg Rheinland-Pfalz, wo der spätere Bundeskanzler Helmut Kohl seine Karriere begann und als Ministerpräsident regierte, wird seit mittlerweile 35 Jahren von der SPD regiert. Nach jahrzehntelanger Opposition sehnen sich die Christdemokraten nach einem Regierungswechsel in Mainz.

Lese-Tipp: Grüne hetzen gegen Grüne! Jugendchef rechnet mit Cem Özdemir ab

Für Schnieder wäre das der größte Erfolg seiner bisherigen Karriere, mit zunehmender Nähe zum Wahltag aber steht er unter wachsendem Druck. Sah es in Umfragen lange nach einem Wahlsieg der CDU aus, holte die SPD von Ministerpräsident Alexander Schweitzer zuletzt auf. In aktuellen Befragungen liegen die Christdemokraten noch einen bis zwei Prozentpunkte vorn, beide Parteien also fast gleichauf.

Im Direktvergleich mit Schweitzer, der als Regierungschef über einen Amtsbonus verfügt, hat Schnieder ohnehin das das Nachsehen. Nur 21 bis 25 Prozent würden ihn direkt zum Ministerpräsidenten wählen, wenn dies möglich wäre. Bei Schweitzer würden 38 bis 40 Prozent ihr Kreuzchen machen.

Video-Tipp: FDP-Politikern muss sich Glatze rasieren – wegen DIESER Wette!

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Gordon Schnieder stammt aus einer CDU-Familie

Schnieder stammt aus einer stark politisch und katholisch geprägten Familie. Bereits sein Vater war Lokalpolitiker der CDU. Zusammen mit drei Geschwistern wuchs er im Landkreis Vulkaneifel auf. Sein älterer Bruder Patrick Schnieder, ebenfalls CDU, ist aus der Bundespolitik bekannt. Er ist Verkehrsminister im Kabinett von CDU-Bundeskanzler Friedrich Merz.

Lese-Tipp: So lief die Landtagswahl in Baden-Württemberg

Bereits als Jugendlicher trat Schnieder 1991 in die CDU ein. Später studierte er Steuerrecht und Finanzwirtschaft, arbeitete etwa in einem Finanzamt. Seine politische Karriere begann 2004, als er in seiner Heimat in den Kreistag des Vulkaneifelkreises gewählt wurde. 2007 scheiterte er als Kandidat bei einer Landratswahl. Zehn Jahre später wurde er Bürgermeister der Ortsgemeinde Birresborn, wo er noch heute mit seiner Ehefrau und drei gemeinsamen Kindern lebt.

In der Landespolitik ist er seit 2016 aktiv, damals gelang Schnieder bei der rheinland-pfälzischen Landtagswahl erstmals der Einzug in den Landtag. Sein Direktmandat konnte er 2021 verteidigen. 2017 wurde er innenpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, später auch stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Als CDU-Fraktions- und -Landeschef Christian Baldauf seine Ämter in den Jahren 2023 und 2024 nacheinander aufgab, wurde Schnieder jeweils zu seinem Nachfolger gewählt.

CDU schließt Zusammenarbeit mit AfD und Linken aus

Im März 2023 wurde Schnieder zunächst Fraktionsvorsitzender und damit Oppositionsführer im Landtag, seit September 2024 ist er zudem auch Landesvorsitzender der CDU. Der Rückzug Baldaufs, der innerparteilich teils in der Kritik stand, verlief nicht reibungslos und sorgte für Differenzen. Schnieder gelang es aber, die CDU hinter sich zu einen.

Streaming Tipp
Pinar Atalay
Jetzt auf RTL+ streamen

Vor der Landtagswahl sorgte die Landesliste der CDU für Aufsehen. Im hinteren Bereich wurden sieben Bewerber und 14 Ersatzkandidaten mit ohnehin geringen Chancen für einen Einzug in das Landesparlament nicht zugelassen. Grund dafür waren laut Landeswahlleiter Marco Ludwig Formalitäten. Es fehlten Zustimmungserklärungen, eidesstattliche Versicherungen oder andere nötige Dokumente – ein Umstand, der für Spott aus den anderen Parteien sorgte.

Sollte er Ministerpräsident werden, schwebt Schnieder ein anderer Zuschnitt der Ministerien vor. Außerdem soll das Finanzministerium in diesem Fall an die stärkste Landtagsfraktion gehen, also an die CDU. Eine Zusammenarbeit mit der AfD und der Linken schließt er aus. Da der FDP ein Wahldebakel mit Scheitern an der Fünfprozenthürde droht und auch die Freien Wähler nur vielleicht den Sprung in den Landtag schaffen, bliebe Schnieder als Koalitionspartner nach dem Wahltag wohl nur die SPD. Mit den Grünen dürfte es nicht reichen.

Gordon Schnieder gibt sich zuversichtlich

Im Wahlkampf warf Schnieder der amtierenden Landesregierung vor, das Land nur noch zu verwalten. „Wir sind Rückschrittsland geworden”, sagte der Spitzenkandidat der Bild-Zeitung. CDU und SPD im Bund rief Schnieder in einem anderen Interview mit der Rheinischen Post dazu auf, Streitereien zu beenden. „Das schadet der Sache”, sagte er.

Doch Rückenwind aus der Bundespolitik sieht anders aus. Kürzlich etwa färbte die Debatte um „Lifestyleteilzeit”, ausgelöst durch einen Vorschlag der Mittelstands- und Wirtschaftsunion der Union zur Reform von Teilzeitregeln am Arbeitsmarkt, negativ auf seinen Wahlkampf ab. Schnieder wurde deutlich, nannte den Vorstoß eine „Schnapsidee”.

Ein Wahlsieg dürfte den als heimatverbunden geltenden Schnieder künftig stärker ins Blickfeld der Bundespolitik rücken. Er gibt sich siegesgewiss: „Ich bin zuversichtlich, dass wir stärkste Kraft bei dieser Wahl werden.” (fkl/afp)

Verwendete Quellen: afp