Er übernahm 2024 den ChefsesselSPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer steht in Rheinland-Pfalz zum ersten Mal zur Wahl

Gelingt der SPD die Aufholjagd?
Knapp eineinhalb Jahre hatte Alexander Schweitzer Zeit, sich als Ministerpräsident bei den Rheinland-Pfälzern bekannt und beliebt zu machen. Bei der Landtagswahl am Sonntag (22. März) muss der mit 2,06 Metern auffallend großgewachsene SPD-Politiker zeigen, ob ihm dies gelang.
Alexander Schweitzer feierte 2024 optimalen Start
Im Juli 2024 übernahm er mitten in der laufenden Legislaturperiode den Chefsessel in der Mainzer Staatskanzlei von seiner langjährigen Vorgängerin und Parteikollegin Malu Dreyer. Nun stellt Schweitzer sich erstmals als Spitzenkandidat dem Wählervotum.
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Bei der Ministerpräsidentenwahl im Landtag im Juli 2024 erhielt der in Landau in der Pfalz geborene 52-Jährige sogar mehr Stimmen, als die ihn tragende Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP Sitze hat. Es war also ein optimaler Start für den vegan lebenden Schweitzer – manch andere Staffelstabübergabe von scheidenden Ministerpräsidenten zu ihren Nachfolgern verlief in den vergangenen Jahren ruckeliger.
Das gute Ergebnis inklusive Oppositionsstimmen ließ sich damals als Anerkennung verstehen. Denn Schweitzer, der die ersten sechs Jahre seines Lebens auf Binnenschiffen verbrachte, gehört seit vielen Jahren zu den etablierten Politikern der Landespolitik. In SPD und Regierung bekleidete der 52-Jährige wichtige Ämter, vor seiner Wahl zu Dreyers Nachfolger war er Landesminister für Arbeit und Soziales.
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Vorwurf der Vetternwirtschaft gegen Alexander Schweitzer
Der verheiratete Vater dreier Kinder gehört der SPD schon seit seiner Jugend an, führte in den 90er Jahren zeitweise den Landesverband der Nachwuchsorganisation Jusos. Von 2006 bis 2009 und nach Unterbrechung erneut ab 2013 sitzt er im Landtag. Zwischen 2011 und 2013 war der Jurist und frühere Dozent einer Berufsakademie Generalsekretär der Landes-SPD, von 2014 bis 2021 führte er die SPD-Fraktion im Landtag.
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Bereits seit seiner Zeit als Generalsekretär wurde Schweitzer als Kronprinz von Mainz gehandelt – damals noch nicht für Dreyer, sondern für den damaligen SPD-Landesvorsitzenden und Ministerpräsidenten Kurt Beck. Auch in den Monaten vor Dreyers angekündigtem Rückzug aus der Politik, den die beliebte Regierungschefin mit schwindender Energie nach elf Jahren im Amt begründete, wurde sein Name häufig genannt.
Lange zurück liegt ein dunkler Fleck in seiner sonst tadellosen Laufbahn. 2014 geriet er als Gesundheitsminister unter Druck, weil er sich mit einem Anruf in einem Bewerbungsverfahren seines Schwagers eingeschaltet hatte – der Vorwurf der Vetternwirtschaft stand im Raum.
Alexander Schweitzer setzt auf politische Kontinuität
Schweitzer, langjähriger Fan des Fußballvereins 1. FC Kaiserslautern, konnte diesen Vorwurf aber längst vergessen machen. Den Rückhalt von Vorgängerin Dreyer hat er. Schweitzer sei „der richtige Mann”, sagte sie einmal. Er habe durch seine vielen Ämter alle nötigen Erfahrungen und zudem die Fähigkeit, Menschen anzusprechen und zu begeistern.

Schweitzer setzte seinerseits demonstrativ Zeichen der politischen Kontinuität. Er stehe „inhaltlich” und „auch politisch” hinter der in Mainz regierenden Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP, betonte er. Er wolle das Bündnis auch nach der Landtagswahl gern fortsetzen. Ob das funktionieren wird, ist angesichts der Umfragewerte der FDP, die aus dem Landtag auszuscheiden droht, allerdings ungewiss. Seit 35 Jahren regieren die Sozialdemokraten ununterbrochen in Mainz – mal allein, mal mit Grünen oder FDP in einer Koalition. Doch nun liegt die oppositionelle CDU von Spitzenkandidat Gordon Schnieder laut aktuellen Umfragen knapp vorn.
Schweitzer gilt, anders als seine Vorgängerin, durchaus als Mann markanter Worte. Die AfD bezeichnete er in einem Interview mit der Zeit zuletzt als „Versagerpartei”, die auf kommunaler Ebene nichts hinbekommen habe. Auch seine SPD sieht er nicht unkritisch. „Wir sind in den letzten Jahren manchmal zu technokratisch geworden”, sagte der 52-Jährige. Schweitzer möchte erkennbar weiter mitreden – nicht nur in Rheinland-Pfalz. (fkl/afp)
Verwendete Quellen: afp


