Tödliche Tragödie in HürthSchülerin (10) und Betreuer (25) sterben bei Raser-Unfall – Urteil gegen Fahrer (21) gefallen

Die zehnjährige Avin wurde bei dem Autounfall in Hürth getötet.
Die zehnjährige Avin wurde bei dem Autounfall in Hürth getötet.
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von Valerio Magno und Fabian Klein

Er raubte zwei jungen Menschen das Leben.
An einer Ampel in Hürth (10) fährt der Angeklagte über Rot, kracht in eine Gruppe von Grundschülern. Die zehnjährige Avin verliert ihr Leben, auch Betreuer Luis Paulo wird tödlich verletzt, rettet mit seinem Einschreiten vermutlich aber andere Kinder. Nun hat das Landgericht Köln den Angeklagten zu einer Haftstrafe verurteilt.

Gericht verurteilt Unfallfahrer von Hürth

Ein Auto fährt in eine Schülergruppe und verletzt dabei ein Mädchen und einen Schulbegleiter tödlich. Gut ein Jahr nach dem schrecklichen Unfall in Hürth steht der 21-Jährige wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung vor dem Landgericht Köln – und wird schuldig gesprochen.

Vier Jahre und sechs Monate Haft lautet das Urteil. Zudem muss er ein Schmerzensgeld in Höhe von 100.000 Euro an die Hinterbliebenen zahlen. Auch die Fahrerlaubnis wird dem Angeklagten für vier Jahre entzogen. Das Gericht begründet, der Fahrer habe keine Eile gehabt und die Warnwesten tragenden Schulkinder seien klar zu sehen gewesen. Einen Vorsatz sieht die Kammer aber nicht.

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Der Angeklagte wurde zu einer Haftstrafe verurteilt.
Der Angeklagte wurde zu einer Haftstrafe verurteilt.
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Der Deutsche soll mit bis zu 57 Kilometern pro Stunde auf die Kreuzung zugefahren sein, obwohl die Ampel für ihn bereits vier Sekunden rot gezeigt hatte. Er habe die Ampel überfahren und sei „ohne abzubremsen” in die Schülergruppe gefahren. Die zehnjährige Avin und Schulbegleiter Luis Paulo wurden von dem Auto erfasst und starben an ihren schweren Verletzungen.

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Eltern von totem Begleiter richten Worte an Angeklagten

Der Mann hatte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft über seinen Verteidiger im Prozess eingeräumt. Entgegen der Darstellung in der Anklage sagte er aber aus, er sei auf eine gelb zeigende Ampel zugefahren. Deshalb habe er Gas gegeben, um die Kreuzung noch rechtzeitig zu queren, wobei er nach links geschaut habe, um möglichen von dort kommenden Verkehr rechtzeitig zu erkennen. Als er dann wieder nach vorn geschaut habe, sei plötzlich die Schülergruppe dagewesen. Eine Kollision habe er nicht mehr verhindern können.

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Die Eltern des getöteten Schulbegleiters beim Prozess.
Die Eltern des getöteten Schulbegleiters beim Prozess.
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Die Staatsanwaltschaft hat für den Angeklagten eine Jugendstrafe von viereinhalb Jahren gefordert. Der Verteidiger plädierte auf eine milde Strafe. Bereits vor dem Urteil meldeten sich die Eltern des Schulbegleiters zu Wort, schrieben in einem Statement: „Wir hoffen, dass Sie eine spürbare Strafe erhalten – dieser Wunsch besteht nicht, um Ihnen zum Nachteil zu gereichen, sondern um einen Umdenkprozess bei Ihnen hin zum Guten zu erzeugen.“

Der 21-Jährige ist bereits mehrfach nach Jugendrecht vorbestraft – nun landet er für viereinhalb Jahre hinter Gittern.

Richter mit Schlusswort zu „emotionalstem Prozess”

Mit dem Ende des Prozesses wendet sich der Richter an die Familien der beiden Unfallopfer, findet offene und bewegende Worte: „Das war auch für mich und für uns bisher der emotionalste Prozess, den wir geführt haben. Ich möchte allen mein Mitgefühl mitteilen. Wir haben in diesem Prozess immer wieder in das größtmöglichen Leid von Eltern geschaut. Nicht selten hatten wir Tränen in den Augen.” Dankbar zeigt er sich dafür, dass die Nebenklage „keine Verbitterung” gezeigt habe.

Auch den nun Verurteilten spricht der Richter an. „Machen Sie ab jetzt was aus Ihrem Leben. Nutzen Sie, dass Sie im Vergleich zu den beiden Alvin und Luis Paulo noch am Leben sind. Tun Sie etwas Gutes.”

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa