Er fühlte sich in seiner Ehre verletztMann (49) tötet seine schlafende Ehefrau mit Hammer – dann geht er auf die Tochter los

Der 49-Jährige will sich im Prozess zu der grausamen Tat äußern.
Der 49-Jährige will sich im Prozess zu der grausamen Tat äußern. 
RTL Nord
von Johanna Kroke und Anne Korff

Fünffach-Mutter ist dem Angriff schutzlos ausgeliefert!
Über Jahre soll ein Vater (49) seine Frau beleidigt, erniedrigt und geschlagen haben. Im März erreicht die Situation in der Familie dann einen schrecklichen Höhepunkt: Mit einem Hammer geht der 49-Jährige auf seine schlafende Frau los, greift dann seine Tochter (13) an. Der Grund laut Staatsanwaltschaft: Der Mann soll sich in seiner Ehre verletzt gefühlt haben.

Heimtückischer Angriff auf schlafende Frau

Es ist eine erschütternde Tat, die seit Freitagmorgen (18. September) vor dem Landgericht Hannover verhandelt wird. Am 23. März soll ein Familienvater im niedersächsischen Barsinghausen seine eigene Familie angegriffen haben. In der Anklage beschreibt die Staatsanwaltschaft die Tat als heimtückisch und aus niederen Beweggründen.

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Der Mann mit afghanischer Staatsangehörigkeit soll seine Frau regelmäßig und über Jahre misshandelt haben. Der Angeklagte soll geglaubt haben, seine Ehefrau gehöre ihm und habe kein Recht auf eine eigene Meinung. Diese Denkweise soll im März schließlich zu dem massiven Gewaltausbruch geführt haben.

Nächtlicher Angriff – Kinder sollen wegschauen

Am Tag des Zuckerfestes habe die Ehefrau gemeinsam mit ihren fünf Kindern ihre Tante besuchen wollen. Der Angeklagte habe sie aber nur alleine dorthin gehen lassen wollen. Die Frau sei deswegen geblieben. Als der 49-Jährige später die Kinder mit zu einem Freund nehmen wollte, sollen sich diese geweigert haben, mitzukommen. Das habe den Angeklagten wütend gemacht, so die Staatsanwaltschaft.

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In der Nacht sei dann laut Anklageschrift der tödliche Angriff erfolgt. Gemeinsam mit zwei ihrer Kinder (2, 6) habe die Frau bereits geschlafen, als der Angeklagte mit einer Taschenlampe und mit einem Hammer bewaffnet ins Zimmer gekommen sein soll. Die sechsjährige Tochter sei aufgewacht, erklärt die Staatsanwaltschaft. „Guck weg“, soll der Angeklagte dem Kind gesagt haben, bevor er auf dessen Mutter eingeschlagen habe.

Als die älteren Kinder aufwachen, soll ihr Vater die 13 Jahre alte Tochter mit einem Cutter-Messer schwer am Hals verletzt haben. Der Sohn (15) habe seinem Vater schließlich den Hammer abnehmen können und die Polizei alarmiert.

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Angeklagter macht „befremdliche” Angabe

Opferanwalt Steffen Hörning, der nach eigenen Angaben vier der fünf Kinder der Familie für die Nebenklage vertritt, sagte zu dpa, die Kinder seien erheblich traumatisiert. Vor allem die 13-Jährige befinde sich in einem „sehr instabilen Zustand“.

Als „befremdlich“ bezeichnete er es zudem, dass der 49-Jährige bei der Angabe seiner Personalien gesagt habe, er sei verheiratet, habe aber nun erfahren, dass seine Frau ermordet worden sei.

Wie die Verteidigung beim Prozessauftakt ankündigt, wolle sich der Angeklagte im Verlauf des Prozesses zu der Tat äußern. In dem Prozess sind bislang acht Fortsetzungstermine geplant. Ein Urteil könnte demnach am 19. November gesprochen werden.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa