Polizei ermittelt wegen VolksverhetzungKZ-Tor vor Finanzamt in Bayern aufgestellt

Wer tut so etwas?
In einer Nacht-und-Nebel-Aktion haben Unbekannte einen hölzernen, detailgetreuen Nachbau des Auschwitz-Tors vor dem Finanzamt in Eggenfelden (Bayern) errichtet – inklusive des Schriftzugs „Arbeit macht frei”.
Polizei baut Tor sofort ab
Die Mitarbeiter des Finanzamts trauen wohl ihren Augen nicht, als sie am Freitagmorgen (20. März) zum Dienst erscheinen. Direkt vor dem Servicezentrum ragt eine massive Holzkonstruktion in die Höhe: ein Nachbau des KZ-Tors von Auschwitz.
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Das Schandwerk steht direkt auf einem Behindertenparkplatz. Besonders perfide: In den Konzentrationslagern ermordeten die Nazis systematisch Menschen mit Behinderung. Die Polizei baut das Tor sofort ab und stellt es sicher.
Detailgetreue Nazi-Symbolik sorgt für Entsetzen
Die Konstruktion ist offenbar aufwendig gefertigt. Das Tor verfügt über Scharniere zum Klappen und ist mit Klarlack gestrichen. Die Seitenteile bestehen laut Polizei aus mehreren Hakenkreuzen. Selbst das Detail des umgedrehten „B” im Wort „Arbeit” soll nachgebaut worden sein.
Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Marlene Schönberger verurteilt die Aktion auf Facebook scharf: „Das ist ein verstörender rechtsextremer Vorfall, der insbesondere die behinderten Opfer des Nationalsozialismus verhöhnt und behinderten Menschen mit dem Tode droht. Was für eine menschenverachtende Enthemmung und Schande.”

Die Kriminalpolizei Passau übernimmt den Fall und ermittelt wegen Volksverhetzung sowie der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole. Da das Holz lackiert ist, stehen die Chancen auf Fingerabdrücke gut. Auch eine Metallschließe an einem Spanngurt, mit dem das Tor gesichert war, wird kriminaltechnisch untersucht. Die Ermittler hoffen auf Hinweise. Wer in der Nacht etwas Verdächtiges gesehen hat, soll sich melden. (nha)
Verwendete Quellen: Passauer neue Presse, BR, Facebook


