„Nase ganz lila” Josef Fritzl im Gefängnis offenbar mehrfach schwer gestürzt

14006433.jpg
Der Inzest-Täter Fritzl ist inzwischen 91 Jahre alt und dement
picture-alliance/ dpa | epa apa Jaeger Pool

Er kann offenbar kaum noch allein gehen.
Der Inzesttäter Josef Fritzl soll in der Justizanstalt Stein (Niederösterreich) erneut schwer gestürzt sein. Seine Anwältin fordert immer vehementer seine Verlegung in ein Heim für Demenzkranke, denn ein normales Gefängnis könne sich nicht mehr ausreichend um ihn kümmern.

Josef Fritzl mit Spuren von Stürzen

Als Anwältin Astrid Wagner ihren Mandanten vor wenigen Tagen in der Justizanstalt Stein besucht, bietet sich ihr nach eigener Darstellung ein erschreckendes Bild. Josef Fritzl, inzwischen 91 Jahre alt, komme mit Rollator und Pflegerin zu ihr. Allein schaffe er „keinen Meter mehr”, zitiert „oe24” die Anwältin.

Schon im April, kurz vor seinem 91. Geburtstag, soll Fritzl in seiner Einzelzelle auf der Krankenstation schwer gestürzt sein. Nun berichtet seine Anwältin laut „oe24” von einem weiteren Vorfall. Demnach habe Fritzl einen schwer verletzten Finger, eine Rissquetschwunde im Gesicht, blutunterlaufene Augen und seine Nase sei „ganz lila”.

Lese-Tipp: Inzest-Monster Fritzl beantragt Haftentlassung

Was genau passiert ist, soll Fritzl selbst nicht mehr schildern können. Ihm sei in der Zelle plötzlich schwarz vor Augen geworden, an mehr erinnere er sich laut seiner Anwältin nicht. Wagner betont zugleich, sie wolle dem Gefängnis und dem Personal keine Vorwürfe machen. Für sie steht aber fest, dass die aktuelle Unterbringung nicht mehr passe. Ihr Mandant gehöre „eindeutig in ein auf Demenz spezialisiertes Pflegeheim”.

Dr. Astrid Wagner, Rechtsanwältin und Strafverteidigerin in Wien
Dr. Astrid Wagner, Rechtsanwältin und Strafverteidigerin in Wien, vertritt Josef Fritzl.
RTL

Der Kampf um das Demenzheim

Die Debatte um Fritzls Gesundheitszustand läuft schon länger. Wagner versucht seit Monaten, ihren Mandanten aus der Haftanstalt in eine Pflegeeinrichtung verlegen zu lassen. Nach ihren Angaben leidet er an fortschreitender Demenz. Bereits im April 2025 erklärte sie, Fritzl brauche eigentlich eine spezielle Therapie.

Lese-Tipp: Josef Fritzl hält sich selbst für „wahnsinnig beliebt”

Parallel kämpfte Wagner auch um eine bedingte Entlassung. Das Landesgericht Krems wies einen entsprechenden Antrag im Oktober 2025 ab. Die Anwältin kündigte damals an, den Beschluss zu bekämpfen. Das Gericht verwies laut ORF unter anderem darauf, dass bei Fritzl Wahnvorstellungen und Aggressionen gegen Angehörige nicht ausgeschlossen seien und seine Sozialprognose schlecht ausfalle.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Video-Tipp: Diesen Wunsch hat Joasef Fritzl mit fast 90

Fall Fritzl erschütterte die Welt

Der Fall Fritzl wurde Ende April 2008 bekannt und löste weltweit Entsetzen aus. Fritzl hatte seine Tochter 24 Jahre lang in einem Kellerverlies in Amstetten gefangen gehalten. Mit ihr zeugte er sieben Kinder, eines starb kurz nach der Geburt.

2009 verurteilte ein Gericht ihn zu lebenslanger Haft. Schuldig gesprochen wurde er unter anderem wegen Mordes durch Unterlassen, Sklavenhandels, Freiheitsentziehung, Vergewaltigung, Blutschande und schwerer Nötigung.

Seit Mai 2024 sitzt Fritzl nicht mehr im Maßnahmenvollzug, sondern im Normalvollzug der Justizanstalt Stein. Genau dort spitzt sich die Diskussion nun wieder zu. Seine Anwältin sieht in dem erneuten Sturz einen weiteren Beleg dafür, dass das Gefängnis nicht mehr der richtige Ort für den 91-Jährigen ist. (tbe)

Verwendete Quellen: oe24, ORF