Es sind die ersten Schritte der Tigerdame in Freiheit.
Mit wenigen Sprüngen verschwindet sie im hohen Gras eines Naturschutzgebiets in Kasachstan. Für den zuständigen Minister ein Meilenstein.
„Es ist ein historischer Tag. Die Vorbereitungen laufen bereits seit zehn Jahren."
Die Tigerdame soll dabei helfen, den ausgestorbenen Kaspischen Tiger in Zentralasien zu ersetzen, denn die beiden Tigerarten sind eng verwandt. Deshalb gehen Experten davon aus, dass sich das Tier problemlos an die Bedingungen in seiner neuen Heimat anpassen wird.
„Das Tigerprojekt ist von großer Bedeutung für die Wiederherstellung des Ökosystems. Die lange Kette der biologischen Vielfalt besteht aus verschiedenen Pflanzen und Tierarten. Der Verlust auch nur einer einzigen Art kann zu irreversiblen Prozessen führen."
Vor rund 100 Jahren streiften Kaspische Tiger noch durch große Teile West und Zentralasiens. Ihr Verbreitungsgebiet reichte von der heutigen Türkei über den Iran und Mittelasien bis nach Westchina. Doch die Zerstörung ihrer Lebensräume und der Rückgang ihrer Beutetiere führte im 20. Jahrhundert zu ihrem Aussterben.