„Entscheidung richtig und unvermeidlich”Jens Spahn tritt zurück – Bundeskanzler Merz zeigt klare Kante

Kann sich Jens Spahn als Chef der Unionsbundestagsfraktion halten? Die CDU in Merz' Heimat Brilon fordert seinen Rücktritt. (Archivbild)
Friedrich Merz äußert sich zum Rücktritt von Jens Spahn. (Archivbild)
Michael Kappeler/dpa
von Luca Stark und Fabian Klein

Deutliche Merz-Worte nach Rücktritt!
Jens Spahn ist als Fraktionsvorsitzender der Union zurückgetreten. Nach der Debatte um die Leihmutterschaft des Politikers eine „unvermeidliche“ Entscheidung, findet Bundeskanzler Friedrich Merz.

Friedrich Merz mit Stellungnahme zum Spahn-Beben

„Die Entscheidung ist richtig und war unvermeidlich. Glaubwürdigkeit ist in der Politik das höchste Gut”, erklärt der Bundeskanzler in einem Statement, das RTL vorliegt. „Ich danke Jens Spahn für die Zusammenarbeit. Er hat den Weg der Fraktion aus der Opposition in die Regierung mitgeprägt und gestaltet. In der Erarbeitung der großen Reformvorhaben der letzten Wochen war Jens Spahn eine wichtige Stütze der Koalition.“

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Auch zur Zukunft seiner Partei äußert sich Merz: „Als Vorsitzender der CDU Deutschlands werde ich in Abstimmung mit dem Vorsitzenden der CSU einen Vorschlag für die Neubesetzung im Fraktionsvorsitz machen. Verfahren und Zeitplan werden jetzt mit den Gremien der Partei und der Fraktion abgestimmt.”

CSU-Chef Markus Söder, der wohl auch an dem Gipfel-Treffen am Samstag beteiligt war, zollt Spahn für die „persönliche Entscheidung” seinen Respekt. „Ich danke Jens Spahn für die sehr gute Zusammenarbeit, gerade in schwierigen Zeiten.”

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Hendrik Wüst bedauert Rücktritt von Jens Spahn

Auch NRWs Ministerpräsident Hendrik Wüst hat sich zum Rücktritt geäußert. „In der Entscheidung” liege „eine große Tragik”, erklärt er. „Ich bedaure diesen Schritt persönlich sehr und kann ihn zugleich gut nachvollziehen. Ich bin überzeugt: Viele Menschen werden das Dilemma zwischen politischem Anspruch und persönlicher Realität wahrgenommen haben.”

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Hendrik Wüst bedauert Jens Spahns Rücktritt.
Hendrik Wüst reagiert auf Jens Spahns Rücktritt.
Imago/Sven Simon

Wüst befand, dass die Debatte in den vergangenen Tagen an vielen Stellen überzogen geführt worden sei. „Dennoch waren viele gestellte Fragen natürlich berechtigt.” Er respektiere, dass Spahn „diesen wohl unausweichlichen Weg jetzt gewählt” habe.

Mit der öffentlichen Bekanntgabe der Geburt des Sohnes von Spahn und seinem Mann durch eine Leihmutterschaft seien Fragen gestellt worden „zu einem komplexen, sensiblen und persönlichen Thema mit gesellschaftlicher Tragweite.” Er appellierte an die Öffentlichkeit, in der Debatte Rücksicht auf das Kind zu nehmen. „Kinder können am allerwenigsten für die Umstände ihrer Herkunft”, so der NRW-Ministerpräsident. „Niemand sucht sich die Umstände seiner Geburt aus.”

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa