Nach heftiger Kritik an LeihmutterschaftJens Spahn tritt als Union-Fraktionschef zurück

Das war’s für Jens Spahn!
Nach einem Treffen mit Friedrich Merz und Markus Söder nimmt der Fraktionsvorsitzende der Union seinen Hut. Als Folge auf die Debatte um die Leihmutterschaft des 46-Jährigen legt er sein Amt nieder. Das bestätigt er in einem Schreiben.
Jens Spahn bestätigt Rücktritt in Schreiben
„Ich habe die Parteivorsitzenden von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, darüber informiert, dass ich mit diesem Schreiben an unsere Fraktion von meinem Amt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurücktrete”, heißt es in dem Brief, der RTL vorliegt.
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Der „Spagat” zwischen dem Kindeswunsch von Spahn und seinem Mann und den „Erwartungen” an die Arbeit als Fraktionsvorsitzender sei „größer geworden, als ich erwartet hatte.” Die Familie sei ihm „das Wichtigste”, erklärt er in dem Schreiben an seine Parteikollegen.
Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnet diesen Schritt als „richtig und unvermeidlich.”
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Jens Spahn mit Appell an seine Partei
Die „zunehmende Unerbittlichkeit” in der öffentlichen Auseinandersetzung habe ihn sehr nachdenklich gemacht. „Lasst uns bei aller Klarheit und Entschiedenheit in der Sache immer auch menschlich im Ton bleiben”, mahnt der CDU-Politiker. Denn dies zeichne christlich-demokratische Volksparteien der Mitte aus. „Ich danke Euch allen für die gemeinsame Arbeit in den letzten 14 Monaten und wünsche Euch alles Gute”, beendet er das Schreiben an seine Bundestagsfraktion.
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Spahn und sein Ehemann Daniel Funke gaben am Mittwoch bekannt, dass sie Eltern geworden sind. Eine Leihmutter in den USA brachte das Baby Georg zur Welt. Die Kritik daran ist deshalb so laut, weil Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist und sich Spahns Partei klar gegen eine Legalisierung ausspricht, so wie er selbst in der Vergangenheit auch. Der Hauptvorwurf lautet, Spahn nutze privat Möglichkeiten, die er Menschen in ähnlicher Situation in Deutschland politisch nicht zugestanden habe.
CDU stellt sich klar gegen Leihmutterschaft
Zwar gibt es auch in Deutschland Bestrebungen, die Frage der Leihmutterschaft vorsichtig zu liberalisieren – die CDU hatte bei einem Parteitag im Februar aber ausdrücklich am geltenden Verbot festgehalten: „Angesichts ethischer, rechtlicher und praktischer Bedenken gegenüber Leihmutterschaft bekräftigt die CDU Deutschlands ihre Forderung, Leihmutterschaft – auch in altruistischen Modellen – in Deutschland weiterhin zu verbieten, um Missbrauch, Ausbeutung und gesundheitliche Risiken zu verhindern”, beschloss die Partei.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Reuters, dpa, afp


