Hitchcock in HamminkelnBussard greift Jogger an – Video zeigt die Attacke des Greifvogels

von Niklas Bönsch und Sebastian Stöckmann

Wer den Hitchcock-Klassiker „Die Vögel” kennt, kann Thomas Wingeraths Panik erahnen.
Beim Joggen in Hamminkeln (Nordrhein-Westfalen) greift ihn plötzlich ein Bussard an. Weil die Kamera des Sportlers läuft, entstehen atemberaubende Aufnahmen.

Greifvogel rauscht mit ausgefahren Krallen heran

In Zeitlupe erscheint die Bussard-Attacke besonders eindrucksvoll: Der Greifvogel rauscht von oben heran. Mit ausgefahren Krallen stürzt er auf den Jogger zu. So, als wolle er sagen: Du verschwindest hier mal ganz schnell. Denn der Bussard will Wingerath nicht schaden, sondern vertreiben: Offensichtlich ist der Jogger dem Nest des Tieres zu nahe gekommen.
Lese-Tipp: Atemberaubende Formation: Vogelschwarm vertreibt Raubvogel in der Luft

Bussard-Angriff ist kein Grund zur Panik

Für den Niederrheiner ist es nicht die erste Begegnung mit einem Greifvogel. Er sei schon öfter in der Nähe von Brutplätzen unterwegs gewesen, erzählt er der Rheinischen Post (RP). Doch solche Vorfälle kämen inzwischen öfter vor: Weil Menschen häufiger im Grünen unterwegs seien, gerieten die Vögel auch öfter mit ihnen in Kontakt.

Ein Grund zur Panik sei der Angriff aber nicht. „Wichtig finde ich es, dass den Menschen erklärt wird, dass dieses Verhalten arttypisch und völlig normal ist”, sagt er der RP. Die Attacken ereigneten sich auch nur während der Brutzeit zwischen Mai und Juli.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Greifvögel wollen nur den Nachwuchs beschützen

„Das ist kein böswilliger Angriff, das ist nur Verteidigungsmaßnahme”, weiß auch Karl Fischer. Der Vogel habe Angst, dass den Jungen oder dem Nest etwas passiert, erläutert der Mitinhaber der Greifvogelstation Hellenthal im Gespräch mit RTL. Deshalb sende er schon im Vorfeld Warnsignale.

Nur ein kleiner Teil der Greifvögel verteidigt seine Brut derart aggressiv, und die Angriffe erfolgen nur im unmittelbaren Umfeld des Horsts. Wer dem sicher entgehen will, hat nur eine Chance: Er muss den entsprechenden Bereich meiden.

Thomas Wingerath will aber weiterhin joggen. Weil Bussarde immer an der höchsten Stelle (also am Kopf) angreifen, trägt er beim Laufen immer eine Schirmmütze.