Milliarden-Geschäft boomt!Grüner Tee sei Dank! Japan bricht bei Exporten alle Rekorde

Matcha is made using stone mills at Marukyu Koyamaen, a green tea company, in Uji City, Kyoto Prefecture on Nov. 11, 2021. ( The Yomiuri Shimbun via AP Images )
Die Regierung in Tokio plant, den Export weiter voranzutreiben.
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Matcha begeistert immer mehr Menschen weltweit. Der Boom treibt Japans Lebensmittelexporte auf einen Rekord. Tokio nutzt den Erfolg des grünen Teepulvers, um unabhängiger von seinem mächtigen Nachbarn China zu werden.

Angetrieben von einer starken Nachfrage nach grünem Tee, haben die japanischen Lebensmittelexporte im ersten Halbjahr einen Rekordwert erreicht. Die Ausfuhren von Agrar-, Forst- und Fischereiprodukten stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,9 Prozent auf 897,7 Milliarden Yen (rund fünf Milliarden Euro), wie das Agrarministerium in Tokio mitteilte.

Besonders gefragt waren neben Rindfleisch, Äpfeln und Reis vor allem grüner Tee: Dessen Exporte legten um 83,5 Prozent zu. Der als gesund geltende Grüne Tee erfreut sich in westlichen Ländern wachsender Beliebtheit - zunehmend auch in Pulverform (Matcha). Als Gründe für die Entwicklung nannte das Ministerium das weltweit steigende Interesse an der heimischen Küche, ein durch den wachsenden Tourismus geschärftes Interesse an japanischen Produkten sowie ein zunehmendes Gesundheitsbewusstsein.

Größter Absatzmarkt sind die USA. Die Ausfuhren dorthin legten um 15,3 Prozent auf 162,6 Milliarden Yen (rund 895 Millionen Euro) zu. Auch die Lieferungen nach China nahmen zu, obwohl die Regierung in Peking weiterhin Einfuhrbeschränkungen für japanische Meeresfrüchte aufrechterhält.

Japan versucht gezielt, seine Abhängigkeit von China durch die Erschließung neuer Märkte in Asien und den USA zu verringern. Die Volksrepublik hatte im August 2023 einen Importstopp verhängt, nachdem Japan begonnen hatte, aufbereitetes Wasser aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima ins Meer zu leiten. Im Juni vergangenen Jahres wurde das Verbot teilweise aufgehoben. Peking schränkt die Einfuhr von Meeresfrüchten aus zehn Präfekturen, darunter Fukushima und Tokio, jedoch weiterhin ein.

Die japanische Regierung strebt an, die jährlichen Exporte der Lebensmittelbranche bis 2030 auf fünf Billionen Yen (rund 27,5 Milliarden Euro) zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, werde die Regierung den Vertrieb über örtliche Supermärkte und Restaurants ausbauen, die Exportmärkte diversifizieren und die heimische Produktionskapazität stärken, sagte ein Vertreter des Agrarministeriums.

Verwendete Quellen: mwa/rts