Extreme Temperaturen in JapanDrama im Zoo! Drei Löwinnen sterben vermutlich an Hitzschlag

Eine Löwin im Tama-Zoo in Tokio. Drei weibliche Tiere des Zoos starben innerhalb weniger Tage, vermutlich an den Folgen der extremen Hitze.
Eine Löwin im Tama-Zoo in Tokio. Drei weibliche Tiere des Zoos starben innerhalb weniger Tage, vermutlich an den Folgen der extremen Hitze.
CNN

Diese Hitze war selbst ihnen zu viel.
Im Tama-Zoo in Tokio sterben innerhalb weniger Tage drei Löwinnen. Weitere Tiere kämpfen noch ums Überleben. Die vermutete Ursache: ein Hitzschlag, ausgelöst durch die extreme Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit in Japan.

Plötzlich werden die Löwinnen krank

Im Tama-Zoo in Tokio verschlechtert sich der Gesundheitszustand mehrerer Löwen seit Mitte Juli dramatisch. Nach Angaben des Zoos zeigen zehn der insgesamt 16 Tiere Symptome wie „Appetitlosigkeit und verringerte Aktivität”. In der vergangenen Woche sterben schließlich drei Weibchen hintereinander.

Lese-Tipp: Hier geht’s zum RTL-Hitzeticker

Die drei verstorbenen Löwinnen heißen Mugi (3), Ichigo (11) und Luena (15). Mugi zeigt bereits am 19. Juli erste Symptome, kann einen Tag später nicht mehr aufstehen. Trotz Kühlung, Flüssigkeitsgaben und Medikamenten stirbt sie am 28. Juli. Wenige Tage später sind auch Ichigo und Luena tot.

„Unserem Tierarzt zufolge wird als Todesursache ein Hitzschlag vermutet”, sagt eine Sprecherin des Zoos der Nachrichtenagentur AFP. Bei den verstorbenen Tieren seien Dehydrierung und mehrfaches Organversagen festgestellt worden. Weitere Löwen werden derzeit intensiv behandelt. Nach Angaben des Zoos befinden sich unter den erkrankten Tieren auch drei Löwen, die derzeit nicht mehr aufstehen können. Sie erhalten Flüssigkeit, Medikamente und Vitamine. Einige Tiere zeigen inzwischen erste Anzeichen einer Besserung.

Video-Tipp: Was tut Haustieren bei den Temperaturen gut?

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Nicht die Hitze allein wird zum Problem

Besonders tragisch: Löwen gelten eigentlich als äußerst hitzeresistent. Doch in Japan kommt ein entscheidender Faktor hinzu. „Die Hitze hier geht aber mit hoher Luftfeuchtigkeit einher; das unterscheidet sich von der Hitze bei trockener Luft in Afrika“, erklärt die Zoo-Sprecherin. „Und in diesem Sommer setzte die Hitze schlagartig ein, gleich nachdem die Regenzeit im Juli vorüber war.“

Lese-Tipp: Tiergarten Nürnberg: Zoo schläfert kleines Löwenbaby ein

Nach Einschätzung von Experten erschwert die hohe Luftfeuchtigkeit den Tieren die natürliche Regulierung ihrer Körpertemperatur erheblich. Anders als Menschen können Löwen kaum schwitzen. Sie kühlen sich vor allem über ihre Atmung ab – ein Mechanismus, der bei feucht-heißem Klima deutlich schlechter funktioniert.

Streaming Tipp

Japan leidet unter extremer Hitzewelle

Seit Wochen ächzt Japan unter außergewöhnlich hohen Temperaturen. In mehreren Regionen werden immer wieder 40 Grad Celsius erreicht. Bereits im vergangenen Jahr verzeichnete das Land den heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Behörden warnen die Bevölkerung regelmäßig vor der Hitze. Zehntausende Menschen mussten in diesem Sommer bereits wegen eines Hitzschlags in Krankenhäuser gebracht werden.

Der Tama-Zoo hatte die Löwen-Anlage bereits Ende Juli vorsorglich geschlossen, nachdem mehrere Tiere krank geworden waren. Die verbliebenen Löwen werden inzwischen in Bereichen mit mobilen Klimaanlagen und leistungsstarken Ventilatoren versorgt. (nha)

Verwendete Quellen: AFP, CNN