19 Tage getrenntBaby positiv auf Kokain getestet – jetzt ist James zurück bei seinen Eltern

„Ich kann nicht in Worte fassen, wie ich mich jetzt fühle. Mit meinem Baby im Arm.“
Das Jugendamt nahm Kathi und Matthias ihren kleinen Sohn weg. Nun hat eine Richterin seine Rückkehr angeordnet. Für die Eltern endet damit eine quälende Zeit der Trennung.
„Das ganze Leben ist zerstört worden“
Baby James ist, wie die Kronen Zeitung berichtet, wieder bei seiner Familie in Großkrut in Niederösterreich. Ein positiver Kokaintest des Säuglings im Krankenhaus hatte Ende Juni die Auseinandersetzung mit den Behörden ausgelöst. Später holte das Jugendamt den Jungen aus seinem Zuhause.
Wie sehr die Trennung Kathi und Matthias belastete, schilderten beide in einem Gespräch mit RTL: „Das ganze Leben ist zerstört worden“, sagte der Vater damals. Nach eigenen Angaben wussten die Eltern zu diesem Zeitpunkt nicht einmal, wo ihr Sohn untergebracht war.
Dabei fehlten ihnen vor allem die alltäglichen Momente mit ihrem Kind. „Kuscheln. Stillen“, wünschte sich Kathi. Matthias wollte „einfach die Bindung weiterführen“, die sie zu James aufgebaut hatten. Was sein Sohn ihm bedeutet, machte er mit wenigen Worten deutlich. „Er ist halt die Welt für uns.“
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Warum Baby James nicht bei seinen Eltern bleiben durfte
Begonnen hatte der Fall am 22. Juni. Die Eltern brachten ihren Sohn ins Krankenhaus, nachdem er nach einer Milchflasche erbrochen hatte. Dort fiel ein Kokaintest positiv aus. Bei einer weiteren Untersuchung kurz darauf sei das Ergebnis dagegen negativ gewesen, schilderten Kathi und Matthias.
Auch bei der Mutter habe es widersprüchliche Befunde gegeben. Kathi beteuerte, weder Kokain noch andere Drogen konsumiert zu haben. Spätere Tests bei den Eltern und Großeltern ergaben nach Darstellung der Familie keine positiven Befunde.
Anfang Juli kamen Kathi und James gemeinsam in eine Mutter-Kind-Einrichtung. Ende desselben Monats erlaubte eine Richterin die Rückkehr nach Hause. Doch am 24. August standen Mitarbeiterinnen des Jugendamts mit Polizeibegleitung vor der Tür. Sie nahmen James mit. Anschließend lebte der Junge laut Kronen Zeitung bei einer Pflegemutter.
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Die zuständige Bezirkshauptfrau hatte das Vorgehen in der Kronen Zeitung zuvor damit begründet, dass James Kokain direkt und nicht über die Muttermilch aufgenommen habe. Seine Mutter konnte sich nach eigenen Angaben nicht erklären, woher die Droge stammte.
Am 25. August, einen Tag nach der Kindesabnahme, stellte die Staatsanwaltschaft Korneuburg die Ermittlungen gegen Kathi ein. Ihren Sohn bekam sie dadurch allerdings nicht automatisch zurück, da das Strafverfahren und das Verfahren zum Kinderschutz voneinander getrennt sind.
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Richterin hält die Herausnahme für nicht ausreichend begründet
Jetzt hat eine Richterin laut Kronen Zeitung die sofortige Rückkehr des inzwischen 17 Wochen alten Babys angeordnet. Die Herausnahme sei nicht ausreichend begründet gewesen. Insbesondere habe nicht festgestellt werden können, dass Kathi ihrem Sohn die Droge verabreicht habe.
Nun liegt der Zeitung nach eigenen Angaben die neue, 19-seitige Entscheidung derselben Richterin vor, die bereits die erste Rückkehr ermöglicht hatte. Demnach könne sie das Handeln der Behörde zwar nachvollziehen. Dass der bedrohliche Zustand des Babys in der Obhut seiner Mutter aufgetreten sei, rechtfertige angesichts aller Umstände aber nicht die sofortige Herausnahme.
Auch die Einschätzungen zu Kathi gingen dem Bericht zufolge auseinander. Mitarbeiterinnen der Jugendwohlfahrt beschrieben die junge Mutter als unsicher und verwiesen auf ihre vielen Fragen zum Umgang mit dem Kind. Ihre Hebamme erlebte sie dagegen als liebevoll gegenüber James und kooperativ.
Ein verunreinigter Schnuller ist nur eine mögliche Erklärung
In ihrer Entscheidung nennt die Richterin auch einen denkbaren Weg, wie Mutter und Kind mit Kokain in Kontakt gekommen sein könnten. Kathi könnte unwissentlich einen verunreinigten Schnuller abgeleckt und ihn anschließend ihrem Sohn gegeben haben. Dabei handelt es sich ausdrücklich um ein mögliches Szenario, nicht um einen nachgewiesenen Ablauf.
Juristisch könnte der Fall weitergehen. Laut Kronen Zeitung soll eine Schmerzensgeldklage folgen. Die Trennung von ihrem Sohn ist für Kathi und Matthias dagegen endlich vorbei. Nach 19 langen Tagen ist ihr kleiner James wieder zu Hause.
Verwendete Quellen: Kronen Zeitung, RTL-eigene Recherche

