RTL-Luftfahrtexperte Ralf Benkö über die Gefahr„Drohnen können die Außenhaut eines Flugzeugs durchschlagen”
Drohnen und kein Ende in Sicht!
Zwei Tage lang herrschte am Flughafen München Chaos, tausende Passagiere waren gestrandet und mussten teils zwei Nächte auf Feldbetten im Terminal verbringen. Grund: Drohnen! Wer steckt hinter den Attacken, wie gefährlich können sie werden? Das erklärt RTL-Luftfahrtexperte Ralf Benkö in unserem Video.
Keine Wahl: „Die Flugsicherung muss den Luftraum dann sperren“
Zur Demonstration lässt ein RTL-Kameramann eine Drohne auf dem Tisch landen, an dem Punkt-12-Moderatorin Katja Burkhard und Benkö sitzen. Selbst das eher kleine Gerät sei „kein Spielzeug“, stellt Benkö klar. Auch wenn handelsübliche Drohnen fast unscheinbar wirkten und aussähen, könnte sie dennoch gefährlich sein, warnt unser Experte. Test hätten gezeigt, dass selbst bei kleineren Drohnen schwere Teile verbaut worden seien, die bei hoher Geschwindigkeit großen Schaden anrichten können: „Drohnen können die Außenhaut eines Flugzeugs durchschlagen.” Und weiter: „Je größer eine Drohne ist, desto gefährlicher ist sie auch.“ Deswegen gebe es im Zweifelsfall auch keine Alternative: „Die Flugsicherung muss den Luftraum dann sperren“, so Benkö.
Ein weiteres Problem sei, dass viele Drohnen erst zu spät geortet werden können, „Man denkt vielleicht, dass auf dem Radar von Fluglotsen alles auftaucht. Das ist nicht so“, stellt Benkö klar. Er glaubt, dass „dringend etwas passieren müsse”, um Drohnen und ähnliche Objekte sicherer aufspüren zu können.
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Auf die Frage, ob sich Urlauber gerade vor den Herbstferien Sorgen machen müssten, antwortet Benkö. „Wir hoffen natürlich, dass nichts passiert“, sagt Benkö, aber er warnt, dass eine „eine lange Nacht am Flughafen“ leider nicht auszuschließen sei. Die Unsicherheit sei allgegenwärtig.
Sollten Drohnen abgeschossen werden dürfen?
Noch ist unklar, ob Russland oder vielleicht Privatleute hinter den Attacken stecken. Unterdessen werden Forderungen immer lauter, dass die unbekannten Flugobjekte im Fall einer möglichen Gefahr abgeschossen werden dürfen.
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Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche fordert, dass Deutschland ein „führender Standort für die Entwicklung und Produktion von Drohnen“ werden müsse. „Zur Unterstützung der Ukraine, zur Stärkung unserer eigenen Verteidigungsfähigkeit und zum Schutz unserer kritischen Infrastruktur. Die Ereignisse der letzten Tage haben das unmissverständlich gezeigt – in der Ukraine und hier in Deutschland“, so die CDU-Politikerin.
Pistorius: „Jede Drohne spielt Putin in die Hände”
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) Pistorius nannte den russischen Diktator Wladimir Putin als wahrscheinlichen Drahtzieher der Drohnenüberflüge über dem europäischen Luftraum. Man könne „sicher davon ausgehen, dass ein ganz großer Teil der Drohnen von Putin oder seinen Handlangern kommt.”
Pistorius will den Nationalen Sicherheitsrat als zentralen Ort im Anti-Drohnen-Kampf etablieren. Er wies darauf hin, dass es bisher bei keinem Drohnen-Vorfall eine Gefahr für die Bevölkerung gegeben habe. „Es geht um Angstmache.” Nicht jede Drohne sei eine von Putin, „aber jede Drohne spielt ihm in die Hände“.
Verwendete Quellen: AFP; dpa; RTL






























































