Drama in hessischer LederfabrikDrei Arbeiter tot in Schacht – Gift-Gase vermutet

Mitten in der Spätschicht wird die Lederfabrik in Runkel an der Lahn zum Unglücksort:
Fünf Männer werden in einem Schacht gefunden, drei von ihnen sind da schon nicht mehr zu retten. Zwei weitere Personen seien schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht worden, teilte das Landesinnenministerium mit. Als mögliche Ursache werde unter anderem Kohlenstoffdioxid in Betracht gezogen.
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In der Lederfabrik nahe Limburg hatten Arbeiter am Donnerstag in einem mehrere Meter tiefen Schacht gearbeitet, in dem üblicherweise Chemikalien und Abwässer der Lederproduktion zusammenkommen. Als Kollegen keinen Kontakt mehr zu ihnen hatten, schlugen sie Alarm: Feuerwehr und Rettungsdienst finden schließlich fünf Menschen in dem Schacht – alle bewusstlos, zwei von ihnen können noch lebend geborgen werden, für drei Männer kommt jede Hilfe zu spät.
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Wie es genau zu dem Drama kommen konnte, ist noch unklar. Vieles spricht laut ersten Einschätzungen dafür, dass sich in dem Schacht giftige Gase angesammelt haben könnten, wie sie bei der Verarbeitung und Reinigung von Leder entstehen. Ob die Männer nacheinander hinabgestiegen sind, um einander zu helfen und dabei selbst das Bewusstsein verloren haben, müssen nun Gutachter und die Kriminalpolizei klären, schreibt die Hessenschau.
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Die Fabrik wurde nach dem Unglück weiträumig abgesperrt, Spezialkräfte der Feuerwehr waren im Einsatz, um die Umgebung zu messen und den Bereich zu sichern. Die beiden Überlebenden kamen schwer verletzt in umliegende Krankenhäuser, auch Kollegen und Einsatzkräfte werden von Notfallseelsorgern betreut. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts eines tödlichen Arbeitsunfalls, Sachverständige prüfen, ob Sicherheitsvorschriften verletzt wurden oder technische Defekte eine Rolle gespielt haben. (ros)
Verwendete Quellen: ffh.de, hessenschau.de, hna.de
































