Überfall an Bushaltestelle in Chemnitz!Kinder-Gang attackiert Frauen mit Pfefferspray

An einer Bushaltestelle in Chemnitz greift eine Kinderbande eine 23-Jährige an. Die Gruppe schlägt zu, sprüht Pfefferspray und stiehlt die Handtasche der Frau. Kurz darauf trifft es auch die herbeigerufene Freundin.
Eine Bande von Kindern und Jugendlichen hat in Chemnitz zwei Frauen attackiert, verletzt und bestohlen. Nach Polizeiangaben hatte die siebenköpfige Gruppe am Samstagabend zunächst auf eine 23-Jährige an einer Bushaltestelle eingeschlagen, ihr Pfefferspray ins Gesicht gesprüht und die Handtasche gestohlen. Anschließend stieg die Bande in den Bus.
Die Frau rief ihre Freundin an, die an der nächsten Haltestelle auf die Gruppe wartete. Als diese von den Kindern und Jugendlichen die Herausgabe der geraubten Handtasche forderte, wurde auch sie angegriffen. Nach Polizeiangaben schlugen der Junge und die sechs Mädchen auf die 24-Jährige ein, setzten erneut Pfefferspray ein und stahlen das Smartphone der Frau.
Als Zeugen einschritten, flüchtete die Gruppe in einen angrenzenden Park. Die beiden verletzten Frauen wurden von den Rettungskräften versorgt. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Diebstahl. „Ersten Hinweisen auf die Täter wird bereits nachgegangen. Zudem werden die Videoaufnahmen aus dem Bus ausgewertet“, sagte ein Polizeisprecher.
„Müssen Opfer besser schützen“
Wenn es um Jugendkriminalität geht, besteht die große Herausforderung für Polizei und Justiz darin, dass viele der Tatverdächtigen unter 14 Jahre alt und damit strafunmündig sind. Als härteste mögliche Konsequenz gilt für sie die geschlossene Unterbringung - eine Maßnahme, die Jugendämter und Staatsanwaltschaften nur äußerst zurückhaltend verhängen. Hinzu kommt: In Sachsen gibt es keine spezialisierten Einrichtungen für freiheitsentziehende Maßnahmen dieser Art. Wie alt die Täter im aktuellen Chemnitzer Fall sind, ist bislang nicht bekannt.
Laut Sachsens Justizministerin Constanze Geiert wurden 2025 insgesamt 2066 Kinder und Jugendliche im Bereich der Gewaltkriminalität als Tatverdächtige erfasst. Dabei handelt es sich überwiegend um Raub und sogenannte gefährliche Körperverletzung, aber auch Tötungsdelikte können in diese Kategorie fallen. In der Altersgruppe der Heranwachsenden (18 bis 20 Jahre) registrierte die sächsische Polizei 890 Tatverdächtige.
„Die Gewaltkriminalität junger Menschen ist seit einigen Jahren auf einem sehr hohen Niveau“, hatte Geiert vergangenen Dienstag erklärt. „Das beeinträchtigt das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger erheblich. Wir müssen deshalb dringend etwas tun, um kriminelle Karrieren von Kindern und Jugendlichen frühzeitig zu stoppen und die Opfer besser zu schützen.“
Ein im Sächsischen Landtag vorgestellter Entschließungsantrag soll in der kommenden Woche in den Bundesrat eingebracht werden. Dieser betont gegenüber der Bundesregierung den besonderen Handlungsbedarf bei der Bekämpfung der Kinder- und Jugendgewalt. Enthalten ist auch die konkrete Forderung, die Anwendung des milderen Jugendstrafrechts bei Heranwachsenden einzuschränken.
Verwendete Quellen: hny/dpa


