Anisha (18) kam direkt nach dem Busbrand in Kerzers an„Ich hatte einfach Angst”

von Yannick Seeber und Jan Luhrenberg

Sie sieht den Ort, an dem sechs Menschen starben!
Als Anisha Rothen (18) am Dienstagabend in Kerzers aus dem Zug steigt, ist sie ganz in der Nähe von dem Ort, an dem sich nur kurz zuvor die Horror-Szenen im und am brennenden Bus abgespielt haben. Die Schülerin macht klar: In ihrem Heimatort hat sie sich nicht mehr sicher gefühlt.

Busbrand in Kerzers: Ansiha (18) sieht die Brandstelle!

„Meine Mama hat mich gestern abgeholt, nachdem ich mit dem Zug gekommen bin, weil ich einfach Angst hatte”, sagt Anisha einen Tag nach dem tödlichen Inferno im RTL-Interview. Um 21.30 Uhr kam sie Dienstagabend am Bahnhof des Schweizer Ortes an, zuvor war sie beim Training in Bern. Doch in Kerzers, in dem die im Nachbardorf aufgewachsene junge Frau seit Jahren wohnt, ist alles anders.

Anisha Rothen kam nach dem Busbrand in Kerzers (Schweiz) an der Stelle vorbei.
Anisha Rothen kam nach dem Busbrand an der Stelle vorbei.
RTL

Bei dem schlimmen Linienbusbrand kurz vor der Endhaltestelle in Kerzers starben am Dienstagabend sechs Menschen, vier weitere und ein Sanitäter wurden verletzt. In sozialen Medien waren dramatische Bilder und Videos von dem brennenden Bus zu sehen. Das Gefährt des Unternehmens Postauto stand lichterloh in Flammen und brannte völlig aus.

Die mögliche Ursache: Ein Mann könnte Benzin ausgeleert und sich dann selbst angezündet haben – das berichtet ein Augenzeuge der Polizei. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern aktuell noch an, ein Terrorakt wird mittlerweile allerdings ausgeschlossen.

Streaming Tipp
RTL Aktuell
Jetzt auf RTL+ streamen

Anisha läuft nach ihrer Ankunft an der Szenerie vorbei, sieht die Absperrungen, ein großes weißes Zelt und sogar die Brandstelle. Dabei hat sie kein gutes Gefühl: „Es hat mich einfach an Crans-Montana erinnert. Und ich habe immer noch nicht so viele Informationen gehabt und war einfach gestresst. Und weiter schildert sie: „Ich hatte einfach Angst.”

Lese-Tipp: Krankenschwester Gwen betreute Brandopfer aus Crans-Montana

„Man merkt, es ist angespannt. Jeder spricht darüber”

Vanessa Liuzzi besucht am Mittwochmorgen die Stelle in Kerzers und legt gemeinsam mit ihrem Sohn Blumen nieder. Im RTL-Interview ist die Mutter den Tränen nahe. Sie sagt: „Mein Sohn hat den Hubschrauber gehört. Und dann haben wir nur noch Sirenen gehört.” Dass es sich mutmaßlich um eine gezielte Tat, einen Anschlag, handelt, findet sie „sehr traurig. Wir haben hier in Kerzers damit nicht gerechnet , dass das so weit kommen kann.”

Vanessa Liuzzi ist nach dem Busbrand in Kerzers schockiert.
Vanessa Liuzzi ist nach dem Busbrand schockiert.
RTL

Im Ort herrsche nun vor allem Trauer: „Man merkt, es ist angespannt. Jeder spricht darüber. Man wird überall angesprochen. Es ist überall gerade ein Thema.” Vanessa macht klar: „Ich bin schockiert, ich bin traurig und verzweifelt.” Und so geht es ganz sicher auch allen der knapp 5.500 Einwohner!

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, DPA