Rockstar wird politischBryan Adams empfiehlt Kanzler Merz den Rückzug

Bryan Adams, Musiker, singt während der TV-Spendengala "Ein Herz für Kinder".
Bryan Adams äußert sich in einem Interview mit dem stern (gehört zu RTL) ungewöhnlich deutlich zur Politik in Deutschland, den USA und seiner Heimat Kanada. (Archiv)
Sebastian Christoph Gollnow/dpa/Archivbild

Mit dieser Ansage an Friedrich Merz hält Bryan Adams nicht hinterm Berg.
Der kanadische Rockstar äußert sich in einem Interview mit dem stern (gehört zu RTL) überraschend deutlich über den deutschen Bundeskanzler. Adams glaubt, bei seinen Gesprächen in Deutschland große Unzufriedenheit wahrgenommen zu haben – und legt Merz sogar nahe, Konsequenzen zu ziehen. Auch US-Präsident Donald Trump bekommt sein Fett weg.

Bryan Adams über Merz: „Kein besonders beliebter Bundeskanzler“

Eigentlich kennt man Bryan Adams vor allem für Welthits wie „Summer of ‘69“ und „(Everything I Do) I Do It for You“. Doch der 66-Jährige beschäftigt sich auch mit Politik – und hat eine klare Meinung über Bundeskanzler Friedrich Merz. „Man muss kein Experte sein, um zu erkennen, dass Friedrich Merz kein besonders beliebter Bundeskanzler ist“, sagt Adams im Interview mit dem stern.

Nach Gesprächen während seiner Aufenthalte in Deutschland habe er den Eindruck gewonnen, dass die Menschen von Merz „nicht sonderlich beeindruckt“ seien. Dann wird der Musiker noch deutlicher: „Wenn offensichtlich wird, dass man nicht mehr gewollt ist, sollte man auch wissen, wann es Zeit ist, zu gehen.“

Adams beschreibt sogar, wie ein solcher Abschied seiner Meinung nach aussehen sollte: „Man verbeugt sich, sagt vielen Dank und überlässt dem Nächsten das Feld.“ Dabei handelt es sich um die persönliche Einschätzung des kanadischen Musikers.

Video-Tipp: „Die Menschen haben nichts dazu gelernt”

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Auch Donald Trump bekommt deutliche Worte zu hören

Nicht nur die deutsche Politik beschäftigt Adams. Besonders die wiederholten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über Kanada stoßen dem Musiker sauer auf.

Trump hatte wiederholt darüber gesprochen, Kanada zum 51. Bundesstaat der Vereinigten Staaten machen zu wollen. „Er sagt Dinge, die derart absurd sind“, sagt Adams über Trump. Gleichzeitig warnt der Musiker davor, solche Äußerungen einfach abzutun: „Inzwischen haben wir gelernt, dass man seine Ideen umso ernster nehmen muss, je abwegiger sie klingen.“

Viel mehr Aufmerksamkeit möchte Adams dem US-Präsidenten allerdings nicht schenken. „Lassen Sie uns nicht über ihn reden. Verschwenden wir nicht unsere Zeit.“

Bryan Adams widmet Trump einen Protestsong

Ganz ignorieren kann und will Adams den US-Präsidenten dann aber doch nicht. Auf seinem neuen Album widmet er dem Thema sogar einen eigenen Song. In „51st State“ setzt er sich mit Trumps Äußerungen über eine mögliche Eingliederung Kanadas in die USA auseinander.

Für Adams ist die Haltung seiner Landsleute eindeutig: „Ich würde sagen, die überwältigende Mehrheit der Kanadier hat keinerlei Interesse daran, US-Amerikaner zu werden.“ Er selbst kenne niemanden, der das wolle. „Wir sind ein ganz anderes Land als die Vereinigten Staaten.“

„Wir könnten sehr voneinander profitieren”

Seine Kritik geht allerdings über einzelne Politiker hinaus. Adams glaubt, in mehreren europäischen Ländern eine zunehmende Distanz zwischen Bevölkerung und Politik zu beobachten. Neben Deutschland nennt er insbesondere Frankreich und Großbritannien. Aus seiner Sicht hätten Teile der Politik den Kontakt zu den Menschen verloren.

Positiv bewertet der Sänger dagegen die politische Annäherung zwischen seiner Heimat Kanada und der Europäischen Union. Auf die Frage, was er von einer besonderen Form der EU-Mitgliedschaft Kanadas halten würde, reagiert Adams begeistert: „Großartig!“ „Ich glaube, wir könnten sehr voneinander profitieren und eine Menge voneinander lernen.“

Verwendete Quelle: stern

Das vollständige Interview findet Ihr unter stern.de. Der stern ist Teil von RTL Deutschland.