„Nur akzeptabel, wenn wir am Verhandlungstisch sitzen“Ukraine will an möglichem Treffen von Putin, Trump und Xi teilnehmen

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht bei einer Pressekonferenz beim EU-Gipfel. Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten beraten über die Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft, den nächsten langfristigen EU-Haushalt und den Stand bei den EU-Erweiterungsverhandlungen im Europagebäude.
Wolodymyr Selenskyj ist derzeit für Gespräche in Oslo.
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Donald Trump schlägt ein Treffen mit Wladimir Putin und Xi Jinping vor, um unter anderem über den Krieg in der Ukraine zu sprechen. Der ukrainische Präsident meldet sich nun zu Wort und fordert eine Beteiligung.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Teilnahme seines Landes an einem möglichen Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping gefordert. Gespräche über die Zukunft der Ukraine seien „nur akzeptabel, wenn wir am Verhandlungstisch sitzen“, sagte Selenskyj bei einem Besuch in der norwegischen Hauptstadt Oslo. Das sei „absolut klar“.

Zuvor hatte Trump sich gegenüber einem möglichen Dreiertreffen mit Putin und Xi offen gezeigt.  „Wir würden das machen, um über Atomwaffen und nukleare Abrüstung zu sprechen“, sagte Trump am Montag in Washington. Ein Treffen der drei größten Atommächte zur nuklearen Abrüstung sei „eine sehr gute Sache für die Welt“, die er jederzeit angehen würde. Er würde bei einer solchen Gelegenheit auch weitere Themen „wie die Ukraine“ ansprechen, sagte Trump weiter.

US-Medienberichten zufolge könnte ein Treffen mit Putin und Xi im November beim Gipfeltreffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im chinesischen Shenzhen stattfinden. Der Kreml erklärte sich einverstanden, weil Putin seit Längerem auf Gespräche zur nuklearen Abrüstung dringt. China bestätigte die Pläne für ein Dreiertreffen nicht. Angesprochen auf Trumps Äußerungen sagte Außenamtssprecherin Mao Ning in Peking, sie habe derzeit keine Informationen dazu, die sie teilen könnte.

US-Sondergesandte Witkoff reist nach Russland

Vor dem Hintergrund der weiteren Annäherung der USA an Russland berät Selenskyj in Oslo aktuell mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff über diplomatische Auswege aus dem Krieg in der Ukraine. Bei dem Treffen sollten die angespannten Beziehungen „auf einen konstruktiven Kurs“ zurückgebracht werden, teilte die norwegische Regierung mit. Die Beziehungen zwischen Kiew und Washington hatten sich in den vergangenen Wochen stark verschlechtert, weil US-Präsident Donald Trump sich zunehmend Putin angenähert hat. Vor dem Treffen in Oslo hatte Trump zudem erklärt, Russland habe im Angriffskrieg gegen die Ukraine „nicht viel gemacht“.

Selenskyj erklärte vor dem Treffen, er wolle zunächst zu dritt mit dem norwegischen Regierungschef Jonas Gahr Støre und dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb sprechen, dann einzeln mit Witkoff, schließlich eine Runde zu viert. Die norwegische Hauptstadt ist ein neuer Schauplatz in den bislang erfolglosen Friedensbemühungen für das von Russland seit viereinhalb Jahren mit einem verheerenden Angriffskrieg überzogene Land. Auch das Format ist neu.

Witkoff reist nach dem Treffen in Oslo weiter nach Russland. „Steve Witkoff wird morgen nach Sankt Petersburg fliegen, um dort Gespräche mit der russischen Führung zu führen“, sagte Støre.  Dabei sollen „die Vorschläge, die europäische und amerikanische Kollegen erarbeitet haben“, vorgelegt werden.

Bei den Gesprächen in Oslo hätten die Parteien etwa Sicherheitsgarantien für die Ukraine, territoriale Fragen, Sanktionen sowie die europäische Sicherheit nach dem Krieg diskutiert, hieß es. Zugeschaltet waren neben US-Unterhändler Jared Kushner nach Angaben norwegischer Medien auch Vertreter mehrerer europäischer Länder, darunter Deutschland sowie der EU und der Nato. „Wir sind bereit für Verhandlungen“, betonte Selenskyj. „Wir verlieren den Krieg nicht, aber wir verlieren Menschenleben. Und weil Russland angreift, verlieren wir Menschenleben und Zeit.“

Verwendete Quellen: csi/AFP/dpa