Als der Glockenturm des Rathauses einstürzt, jubelt die ganze Menge.
Gewalttätige Demonstranten hatten das denkmalgeschützte Gebäude in Limoges gestürmt und angezündet. Innerhalb kurzer Zeit schlagen Flammen aus den Fenstern. Dichter Rauch steigt in den Himmel. Dann gibt der Turm nach und stürzt in das brennende Gebäude. Das historische Rathaus wird zum Sinnbild der eskalierenden Gewalt in Frankreich. Inzwischen haben sich den landesweiten Protesten auch die Gelbwesten angeschlossen. Gemeinsam mit Schülern, die seit Wochen gegen die Zustände an ihren Schulen protestieren.
„Wenn wir nicht demonstrieren, werden wir nicht gehört. Ehrlich gesagt ist es unglaublich wichtig, so zusammenzukommen und unseren Unmut zu zeigen. Das ist eine Grundvoraussetzung, um Veränderungen herbeizuführen."
Die Demonstranten wollen den Druck auf die Regierung erhöhen. Den Schülern geht es vor allem um bessere Lernbedingungen. Die anderen Gruppen demonstrieren gegen hohe Lebenshaltungskosten und den Abbau öffentlicher Dienstleistungen. Allein am Samstag sind laut Behörden mehr als eine halbe Million Menschen überwiegend friedlich auf die Straße gegangen. 1200 habe die Polizei jedoch festgenommen. Präsident Macron möchte entschieden gegen Gewalttäter vorgehen.
„In unserer Republik ist kein Platz für Gewalt. Diejenigen, die Präfekturen und Geschäfte zerstört und angegriffen sowie sogar unsere Rathäuser geplündert haben, werden strafrechtlich verfolgt und bestraft."
Die Regierung verspricht mehr Vertretungslehrkräfte und Gespräche, doch auf den Straßen eskaliert die Lage weiter. Die Schülerproteste verbinden sich mit einer breiteren Unzufriedenheit gegenüber Frankreichs Regierung.