Streit unter Jugendlichen eskaliert„Sie hat ihm das Messer in den Hals gestochen“ – Mordprozess gegen 19-Jährige hat begonnen

Beginn Prozess wegen Mordes an einem 15-Jährigen
Karolina J. versteckt beim Prozessauftakt ihr Gesicht unter einem dunklen Tuch.
geo, Daniel Löb/dpa, Daniel Löb
von Michaela Johannsen und Johanna Kroke

Sommertag nimmt blutiges Ende!
Viele Jugendliche sind am Tat-Abend im Juni 2025 am Großen Brombachsee (Bayern) unterwegs. Doch an der Bushaltestelle kippt die Stimmung zwischen zwei Gruppen plötzlich. Im Streit zückt Karolina J. (19) ein Messer und ersticht den 15-Jährigen Ricardo. Vor dem Landgericht Ansbach muss sie sich jetzt wegen Mordes verantworten.

Angeklagte entschuldigt sich für ihre Tat

Vor dem Landgericht Ansbach entschuldigt sich Karolina J. bei der Mutter des Opfers für die Tat. Es tue ihr leid, so die 19-Jährige. Worte, die die Mutter des Getöteten nicht annimmt: „Mein Kind ist tot. Er kommt nie wieder.”

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Stockend und unter Tränen schildert Karolina J. vor Gericht, was an dem Abend im Juni 2025 aus ihrer Sicht passiert sei. An die Tat selbst könne sie sich nicht erinnern. Doch daran zweifelt das Gericht. Die 19-Jährige ist wegen Mordes angeklagt und wird beschuldigt, Ricardo heimtückisch getötet zu haben, heißt es von der Staatsanwaltschaft.

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19-Jährige soll mit Tötungsabsicht gehandelt haben

Karolina sei laut der Anklageschrift wegen eines vorangegangenen Streits mit ihrer Mutter bereits aggressiv gewesen. Als es an der Bushaltestelle zwischen ihrer und Ricardos Freundesgruppe zum Streit kommt, sei die junge Frau über die Straße gegangen. In ihrer Hand habe sie dabei ein Taschenmesser verborgen gehalten.

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Der Staatsanwaltschaft zufolge schlug sie dem 15-Jährigen erst mit der Faust ins Gesicht und rammte ihm dann das Messer in den Hals. „Aufgrund der Schwere der Verletzung war eine Rettung des Geschädigten von vorneherein unmöglich“, sagte Staatsanwalt Christian Eberlein. Die junge Frau habe demnach mit Tötungsabsicht gehandelt.

Polizisten und Mitarbeiter der Spurensicherung arbeiten am Tatort: Die Tatwaffe war nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Taschenmesser.
Polizisten und Mitarbeiter der Spurensicherung arbeiten am Tatort: Die Tatwaffe war nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Taschenmesser.
Goppelt/Vifogra /dpa
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„Der ganze Boden war voller Blut”

Es sind die schrecklichen letzten Bilder von ihrem guten Freund Ricardo, die Nikola K. nicht loslassen. Durch das Fenster ihres Busses muss sie mit ansehen, wie der 15-Jährige am Boden liegt und Ersthelfer um sein Leben kämpfen. Alles sei „voller Blut gewesen“, erinnert sich die 16-Jährige im Interview mit RTL. Die Tat habe sie nicht gesehen, ihr Bus habe die Haltestelle erst wenige Minuten danach erreicht.

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„Im Bus ging es rum, dass er nur nach Zigaretten gefragt hat“, sagt Nikola. Dann sei eine Frau dazugekommen, habe Ricardo rassistisch beleidigt und geschlagen. „Dann hat sie ihm das Messer an den Hals gestochen.” Beim Erzählen wird Nikolas Stimme brüchig: „Ich habe einfach noch das Bild vor Gesicht, wie er da lag. Wie er am Sterben war, wie sie noch helfen wollten, aber es nicht konnten.”

Verwendete Quellen: dpa, eigene RTL-Recherche