Läuft der Flugbetrieb weiter?Lufthansa-Airline in Finanznot! Was das für Passagiere bedeutet

Finanzielle Schieflage
Die lettische Fluggesellschaft Air Baltic hat in den USA Gläubigerschutz beantragt. Die Schuldenlast ist für die größte Fluglinie des Baltikums einfach zu groß geworden. Was das für die Passagiere bedeutet.
Air Baltic beantragt Gläubigerschutz: Flüge von und nach Deutschland sollen weiter starten
Air Baltic will sich unter gerichtlicher Aufsicht finanziell neu aufstellen. Die größte Fluggesellschaft des Baltikums hat freiwillig ein Verfahren nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts beantragt. Dabei handelt es sich um einen Gläubigerschutz, der Unternehmen die Restrukturierung ihrer Schulden ermöglichen soll, berichtet die dpa.
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Air Baltic betont: Flüge sollen weiterhin stattfinden, der Flugplan bleibe unverändert. Auch für Reisende aus Deutschland ist das wichtig. Die Airline fliegt die Flughäfen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München an.
Was Passagiere jetzt wissen müssen
Für Passagiere soll sich durch das Verfahren zunächst nichts ändern. In einer E-Mail an Kunden versichert Air Baltic, dass alle geplanten Flüge weiter stattfinden. Bereits gebuchte Tickets und Reservierungen blieben gültig, auch neue Flüge könnten weiterhin wie gewohnt gebucht werden.
Flüge sollen planmäßig starten.
Bestehende Tickets und Buchungen behalten ihre Gültigkeit.
Kundenservice, Erstattungen und Gutscheine laufen laut Airline nach den bisherigen Regeln weiter.
Auch Guthaben aus Gepäck- oder Servicefällen sollen weiter gelten.
Reisende mit anstehenden Flügen müssten nichts unternehmen.
Air-Baltic-Chef Erno Hildén betont, der Gläubigerschutz betreffe die Finanzstruktur des Unternehmens, nicht den täglichen Betrieb. Die Airline plane bereits mit ihrem Winterflugplan 2026/27 und dem Sommerprogramm 2027 weiter. Dieses sieht 57 Direktziele ab Riga, 13 ab Tallinn und acht ab Vilnius vor.
350 Millionen Euro zugesagt
Zeitgleich mit dem Antrag habe Air Baltic verbindliche Zusagen für 350 Millionen Euro an neuen Finanzmitteln erhalten. Das Geld soll nach Angaben des Unternehmens die Liquidität sichern und den laufenden Betrieb finanzieren. Die Kredite sollen mit zwölf Prozent verzinst werden.
Air Baltic rechnet damit, das Verfahren ungefähr im Juni 2027 abzuschließen. Die Airline fliegt von ihrem Drehkreuz Riga aus mehr als 70 Ziele an.

Staat bleibt Hauptaktionär
Das Unternehmen steckt seit Längerem in finanziellen Schwierigkeiten. Der lettische Staat, der mehr als 88 Prozent der Anteile hält, hatte die Airline in der Vergangenheit mehrfach mit Kapital unterstützt. Auch die Folgen der Corona-Pandemie und des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine belasteten Air Baltic.
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Seit 2025 ist auch die Lufthansa mit zehn Prozent an Air Baltic beteiligt. Der geplante Börsengang der lettischen Fluggesellschaft war mehrfach verschoben worden. Mit dem nun gestarteten Gläubigerschutzverfahren will Air Baltic seine Schulden und kurzfristigen finanziellen Verpflichtungen neu ordnen. Im kommenden Jahr soll die Restrukturierung abgeschlossen sein.
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche, dpa


