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Themen und Personen

Riga

Die lettische Hauptstadt Riga ist in historischer Hinsicht interessant, weil Lettland im Laufe der Jahre immer wieder um seine Unabhängigkeit kämpfen musste.

Riga picture alliance / Zoonar | Boris Breytman

Riga ist die Hauptstadt und gleichzeitig auch wirtschaftliches, politisches und kulturelles Zentrum von Lettland. Sie befindet sich an der Rigaischen Bucht und ist mit rund 700.000 Einwohnern die größte Stadt im Baltikum.

Rigas frühe Jahre unter der Gewalt von geistlichen Gemeinschaften

Gegründet wurde Riga im Jahr 1201 von dem aus Bremen stammenden Bischof Albert von Buxhoeveden. Sie wurde zur Hauptstadt der historischen Provinz Livland erklärt und fungierte als Sitz der Erzbischöfe. Dank ihrer Lage entwickelte sie sich zu einer wichtigen Handelsstadt. In den nachfolgenden Jahrhunderten kam der Deutsche Orden in Riga an die Macht. Er konkurrierte mit den Erzbischöfen um die Vormachtstellung in dieser Region.

Riga unter der Herrschaft verschiedener Länder und als Hauptstadt von Livland

1522 wurde Riga ein Bestandteil der Reformation. Nach dem Ende des Livländischen Krieges folgte die Herrschaft Polen-Litauens bis zur Eroberung durch die schwedische Krone. Im Großen Nordischen Krieg musste Riga mehrere Niederlagen einstecken. Letztendlich kam es zur Übernahme durch die Russen. Riga wurde Hauptstadt des Gouvernements Livland. 1787 trat eine neue Stadtverfassung in Kraft, welche die bisherigen drei Stände durch sechs neue Klassen ersetzte. Die Bürgerschaft erhielt ein größeres Mitspracherecht. Im 19. Jahrhundert wurde der Hafen ausgebaut. Im Zuge einer Industrialisierung wurden zahlreiche Fabriken errichtet.

Riga in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs bereitete dem Aufstieg Rigas ein Ende. Im September 1917 belagerte das deutsche Heer die Stadt in der Schlacht von Riga. Nach dem Krieg wurde die unabhängige Republik Lettland am 18. November 1918 im Lettischen Nationaltheater ausgerufen. Riga wurde zur lettischen Hauptstadt ernannt. Anschließend folgte der Lettische Unabhängigkeitskrieg gegen Sowjetrussland, der für die Letten positiv endete. Nach dem Krieg blühte Riga erneut auf, bis die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kamen.

Rigas Rolle im Zweiten Weltkrieg

Im Hitler-Stalin-Pakt im Sommer 1939 beschlossen die beiden Diktatoren, dass das Baltikum unter russische Herrschaft kommen sollte. Im nachfolgenden Jahr besetzten sowjetische Panzer die Stadt. Eine Vielzahl an Juden wurde im Rigaer Ghetto interniert. 1944 wurde die Altstadt nach Auseinandersetzungen durch die Rote Armee schwer beschädigt. Nach dem Krieg dauerte es fast 50 Jahre, bis Lettland wieder ein unabhängiger Staat wurde. Das passierte erst 1991.