Polizei warnt vor Betrugsmasche mit Fake-AbstimmungEin falscher Klick – und ein Fremder übernimmt euer WhatsApp-Konto!

„Kannst du kurz für Eliska abstimmen?“
Wer diese Nachricht liest, denkt erst einmal an nichts Böses. Schließlich kommt sie per WhatsApp – und dann auch noch von einem guten Freund oder Bekannten. Also schnell helfen, Link anklicken, abstimmen. Doch genau dieser kleine Gefallen kann Kriminellen die Tür zu euren privaten WhatsApp-Chats öffnen – und das oft völlig unbemerkt!
Polizei Köln warnt vor gefährlicher Betrugsmasche bei WhatsApp – nicht für Eliska, Sophie oder Co. abstimmen!
Eine harmlose Bitte, ein kleiner Klick und schon ist es passiert: Fremde haben plötzlich Zugriff auf euer WhatsApp-Konto – auf private Chats, Kontakte und Fotos. Und das besonders Perfide: Während die Betrüger heimlich mitlesen und sogar in eurem Namen Nachrichten verschicken können, läuft WhatsApp auf eurem eigenen Handy einfach weiter.
Genau vor dieser Masche – dem sogenannten „Ghost Pairing” – warnt die Polizei Köln jetzt eindringlich und das „aus aktuellem Anlass”. Denn nach eigenen Angaben soll sich die Kriminalpolizei Köln derzeit bereits mit genau solchen Vorfällen beschäftigen.
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Besonders fies: Der Köder wirkt vermeintlich harmlos. Wie die Polizei Köln berichtet, fragen die Betrüger, ob man „bitte für Eliska abstimmen” könne. Doch auch andere Namen sind möglich, wie Erfahrungsberichte zeigen. Anschließend wird die Dringlichkeit der Bitte unterstrichen. „Sie ist die Tochter meiner Freunde, der erste Preis ist ein kostenloser Tanzkurs, und das ist sehr wichtig für sie!“, heißt es in dem Beispiel der Polizei.

Nach RTL-Informationen kann es aber auch „um ein Stipendium für ihre Ausbildung” gehen. Es folgt der Link oder ein QR-Code – und genau hier wird es gefährlich.
Was ist „Ghost Pairing”? So funktioniert die aktuelle Betrugsmasche bei WhatsApp
Hinter der Masche steckt ein ziemlich fieser Trick: Die Betrüger müssen euer WhatsApp-Konto nämlich gar nicht im klassischen Sinne hacken. Stattdessen bringen sie euch dazu, ihr eigenes Gerät selbst mit eurem Account zu verknüpfen – und nutzen dafür ausgerechnet eine ganz normale WhatsApp-Funktion, wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bereits Anfang des Jahres mitgeteilt hat.
Wer auf den vermeintlich harmlosen Link zur Abstimmung klickt – oder eben einen QR-Code scannt –, landet auf einer gefälschten Webseite. Dort versuchen die Betrüger, euch anschließend zu einer Geräteverknüpfung zu verleiten – mit verheerenden Folgen.
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Die Betrüger haben nun Zugriff auf euer WhatsApp-Konto – sie können laut Polizei Chats mitlesen, Nachrichten verschicken oder löschen. Das heißt, sie können nicht nur private Daten – unter anderem auch verschickte Passwörter – lesen, sondern auch unmittelbar mit euren Kontakten unter eurem Account kommunizieren und beispielsweise um Geld bitten. Auch die Weiterverbreitung der Fake-Abstimmung ist dann problemlos möglich – und zwar möglicherweise, ohne dass ihr es mitbekommt.

Was tun, wenn ihr eine solche WhatsApp-Nachricht erhaltet?
Egal, ob der Absender ein guter Freund, ein Familienmitglied oder ein Arbeitskollege ist: Bekommt ihr eine ähnlich formulierte Nachricht, die euch um das Scannen eines QR-Codes oder das Klicken eines Links bittet, ist Vorsicht geboten! Es sollte keinesfalls vorschnell auf unbekannte Links und Co. geklickt werden. Die Polizei rät ausdrücklich dazu, auch Nachrichten von Freunden und Familienmitgliedern kritisch zu prüfen – und diese zunächst telefonisch zu kontaktieren.
Das empfiehlt auch die Polizeiliche Kriminalprävention – insbesondere dann, wenn ein vermeintlicher Kontakt plötzlich Geld, einen Code oder einen anderen Gefallen von euch verlangt. Solltet ihr zudem um eine Geräteverknüpfung gebeten werden, die ihr selbst nicht angefordert habt, sollte diese niemals freigegeben werden.
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Abstimmungsbitte von Verein oder Gemeinde erhalten? So sicher sind WhatsApp-Kanäle
Und wie sieht es mit Abstimmungsbitten von der Gemeinde oder dem eigenen Verein aus? Gegenüber Bayern 1 erklärt Michael Petzold vom Polizeipräsidium Mittelfranken, dass er offiziellen WhatsApp-Kanälen von Unternehmen, Vereinen oder Kommunen und den dort geteilten Links grundsätzlich eine entsprechende Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit zuschreibt. Er gehe davon aus, dass jedes Unternehmen dort „hohe Sicherheitsstandards für seine Konten” verfolgt.
Trotzdem solltet ihr auch bei einer vermeintlich echten Abstimmung aufmerksam bleiben. Spätestens wenn ihr plötzlich persönliche Daten wie eure Telefonnummer oder einen Verifizierungscode eingeben sollt, sollten laut Petzold „sämtliche Alarmglocken klingeln“.
Seid ihr unsicher, ob die Abstimmung wirklich von eurem Verein oder eurer Gemeinde stammt, solltet ihr die Aktion deshalb noch einmal über einen anderen offiziellen Kontaktweg überprüfen.
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Aus Versehen auf den Link geklickt? So prüft ihr, ob euer WhatsApp-Konto gehackt ist
Ihr habt auf den Link geklickt, einen QR-Code gescannt oder irgendetwas auf die Schnelle bestätigt? Dann solltet ihr unbedingt prüfen, ob sich bereits ein fremdes Gerät in euren WhatsApp-Account eingeschlichen hat.
Die Polizei Köln erklärt, wie das innerhalb weniger Sekunden geht: Öffnet bei WhatsApp eure Einstellungen (bei iOS durch den Klick auf euer Profilbild und bei Android unter den drei Punkten) und geht auf „Verknüpfte Geräte“. Taucht dort ein Gerät auf, das ihr nicht kennt, könnte der Betrug erfolgreich gewesen sein. In diesem Fall: Meldet das unbekannte Gerät sofort ab!
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Was tun, wenn euer WhatsApp-Konto gehackt ist?
Ihr entdeckt tatsächlich ein unbekanntes Gerät in eurem WhatsApp-Konto? Dann heißt es schnell handeln! Die Polizei Köln rät dazu, das fremde Gerät unter „Verknüpfte Geräte“ sofort abzumelden. Die Polizeiliche Kriminalprävention empfiehlt außerdem, anschließend die Zwei-Faktor-Verifizierung zu aktivieren.
War ein fremdes Gerät bereits mit eurem Account verbunden, solltet ihr auch eure Freunde und Angehörigen warnen – und zwar über einen anderen Kommunikationsweg. Denn die Betrüger könnten bereits Nachrichten in eurem Namen verschickt und beispielsweise versucht haben, eure Kontakte um Geld zu bitten.
Habt ihr selbst keinen Zugriff mehr auf euer WhatsApp-Konto, empfiehlt die Polizeiliche Kriminalprävention, im Hilfebereich des Messenger-Dienstes nach der Anleitung zur Kontowiederherstellung zu suchen. Ist durch den Betrug bereits ein Schaden entstanden, solltet ihr laut Polizei Köln außerdem Anzeige erstatten.
Wie schützt euch WhatsApp vor Spam-Nachrichten und Co.?
WhatsApp verfügt durchaus über Sicherheitsmechanismen – einen vollständigen Schutz vor „Ghost Pairing“ zu bieten, scheint jedoch unmöglich. Das Problem: Die Betrüger nutzen laut BSI ausgerechnet die offizielle Funktion zur Geräteverknüpfung und bringen ihre Opfer dazu, den fremden Zugriff selbst zu bestätigen.
Immerhin kann WhatsApp bei verdächtigen Aktivitäten reagieren. Nach Angaben des Messengerdienstes können Konten eingeschränkt oder sogar ausgeschlossen werden, wenn die Aktivitäten beispielsweise auf Spam, automatisierte Massennachrichten oder betrügerische Handlungen hindeuten.
Der wichtigste Schutz bleibt deshalb bei euch selbst: Unbekannte Geräteverknüpfungen niemals bestätigen, keine Kopplungscodes weitergeben und die Zwei-Faktor-Verifizierung aktivieren. Denn gerade, weil WhatsApp auf dem eigenen Smartphone beim „Ghost Pairing“ laut BSI normal weiterlaufen kann, bleibt ein fremder Zugriff möglicherweise zunächst unbemerkt.
Verwendete Quellen: Polizei NRW, Polizeiliche Kriminalprävention, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Bayern 1, WhatsApp
































